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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Salzmann.

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a-wiire Aemter, die ihnen anvertraut wurden, honorirt. Das erworbene Geld kam ineine Sparkasse , die Salzmann in Beschluß nahm. Nur jene Aelteren verwalteten ihrGeld selbst. Der Zweck dieser Einrichtung war, die Kinder allmählich zu gutenüaushaltern zu bilden und dazu konnte sie geeignet sein. Ob nicht bei manchen da-durch zu früh ein realistischer Geist geweckt werden mochte, ist eine andere Frage.*)

Der Unterricht bei Salzmann war im allgemeinen in Uebereinstimmung mit denphilanthropischen Grundsätzen; doch treten dieselben hier weniger abstract auf, und dieAusführung ist solider und fruchtbarer. Neben dem realistischen Interesse kommt dochauch das ideale und gemüthliche, das historische und nationale einigermaßen zurGeltung, und neben der immerhin noch vorherrschenden Reflexion gewinnt auch derruhigere und innigere Geist der intuitiven Erkenntnis einigen Raum. Hiermit hängtzusammen, daß die Cultur des Gedächtnisses, die in der heftigen Reaction gegen dieältere Methode bei Seite geschoben war, bei Salzmann wieder zu Ehren gekommenist. lieber den Unterricht selbst im ganzen und irr allen seinen Theilerr hier eingehenderzu berichten, scheint nicht nöthig; wir verweisen auf den Artikel Philanthropinismus, woauch diejenigen methodischen Momente nachgewiesen sind, welche Salzmann von Pestalozziaufnahm. Dagegen scheint der Religionsunterricht hier noch einer nähern Betrachtungzu bedürfen, zumal diese Seite gerade von Salzmann vorzugsweise vertreten wurde.Daß er in inniger und aufrichtiger Weise religiös war und Gott sowohl in der Naturme iu dem Gange der menschlichen Schicksale erkannte, ebenso, daß ihm die Bibelverehrungswürdig war und als eine Quelle göttlicher Kraft und Wahrheit' sich be-währte, ist schon gezeigt worden. Wir fügen hinzu, daß er den Gebetsumgang mitGott und die daraus quellende Kraft und Tröstung aus eigener Erfahrung kannte.Am eingehenosten und wärmsten behandelt er diesen Punct in seinemHimmel aufErden." Nur eine Beschränkung blieb ihm hierbei; er zweifelte wenigstens zeiten-weise an einer objectiv-realcn Wirksamkeit der an Gott gerichteten Bitte. Es fragtsich jetzt, wie Salzmann zum Christenthum als solchem und zu Christus sich verhielt.Zuzugcben ist, daß er nicht die ganze Tiefe des Christenthums erfaßt hat; dazu warseine Richtung zu einseitig verstandcsmäßig und zu unmittelbar praktisch. Wer ihnaber deswegen für einen Naturalisten oder auch für einen Rationalisten (iw herkömm-lichen Sinne des Wortes) hielte, der würde irren. Vielmehr ist sein Standpunct ent-schieden der supranatnralistische und seine Verwandtschaft mit Männern wie Spalding,Leß und Ernesti unleugbar. Dies tritt nicht bloß in seinen Erfurter Predigten hervor,sondern auch in seinen DessanerVerehrungen Jesu", in den SchnepfenthalerGottes-verchrungen", in seinem Bucheüber die Erlösung der Menschen vom Elend durchJesum" und in seinemUnterrichte in der christlichen Religion." Jesus ist ihm derGesandte Gottes, dein man mit Glauben entgegenkommey muß; seine Lehre ist ihmmehr als Philosophie, er selbst mehr als ein Mensch. Das Wunderbare im Leben.Jesu bezweifelt er durchaus nicht, auch die Bedeutung seines Leidens und Sterbenswill er.nicht anfechten; allerdings aber wird sie nirgends eingehender von ihm gewürdigtund selbst in seinem Unterricht in der christlichen Religion nur nothdürftig erwähnt.-Lon den Freiheitskräften der menschlichen Natur denkt er groß, und auf sie baut erdie Erziehung; doch hat ihn seine pädagogische Erfahrung dazu geführt, angeborneHindernisse des Guten anzuerkennen, jedoch nicht in gleichem Maße bei allen Menschen.Die Nothwendigkeit der göttlichen Hülfe im Leben der Individuen übersieht er nicht;aber er erkennt sie weniger in einer umnittelbaren göttlichen Einwirkung auf daslöhnere, als in der erziehenden Macht der Schicksale, namentlich auch der Leiden, derenPädagogische Bedeutung er oft hervorhebt. Das Wort Gnade, sei es in dem allge-meinen Sinne der Lebensmittheilung v n oben, oder in dem besondern der Sünden-dergebung finden wir bei Salzmann nicht. Er setzt dafür die Liebe Gottes. Diepersönliche Fortdauer der Seele nach dem Tode ist ihm zweifellose Wahrheit. Aberauch die Auferstehung des Leibes ist ihn: gewiß aus Grund der Auferstehung Jesu und

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Der oben beschriebene Gelderwerb ist später wegen der Unordnungen, die dabei vorkamen,»eggesallen.

Pädag, Handbuch. II.

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