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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Rousseau.

Rückfall.

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ii'icocr u»ci»s wurde, und zuletzt fand er seine Zuflucht in einem Landhause des MarquisM, Mrardin in Ermcnonville, nahe bei Paris. Dort schrieb er seine Confessionenund starb den 2. Juli 1778 eines schnellen Todes, nach einer früher bei Freund unddd verbreiteten Vcrmuthung an Gift, das er sich selbst in seinen Kaffee gemischt hatte.^ Im llvui'nal ciss oonimwsnneos weäioo-eliirnrg'iealös, Paris 1866, 15. Mai,!>!r. 10 S. 253 und 1. Juni, Nr. 11 S. 383 findet sich die Angabe, der gcmüths-kwiikc Rousseau sei plötzlich gestorben, nach Girardins Angabe an seröser Apoplexie,ivobei er gefallen und ein Loch in die Stirne erhalten habe; aber sagt der Ver-fasser des Artikels im Journal die Gesichtsmaske, welche von dem VerstorbenenPnommen worden, zeige deutlich, daß dieses Loch von einem Pistolenschuß herrühre,und als Ursache des Selbstmords nennt er Lypcmanie. Daß letztere vorhandensei» konnte, wird niemand bezweifeln, der den Lebensgang und die Gcmüthsart Rousseaussich vergegenwärtigt. Er hat sich selbst aufgczchrt in dem Zwiespalt eines für Frei-heit und Erkenntnis begeisterten Herzens und einer unüberwindlichen Knechtschaft unterdem Joch der Sinnlichkeit. Daß er so lange kämpfen konnte und das edlere Theildennoch niemals ganz in ihm erlag, beweist für die reiche Ausrüstung dieses Geistes,der seinem Jahrhundert wohl noch etwas ganz anderes hätte werden können, wenndem sensiblen Gemüth nicht von frühe an statt weiser Zucht und Leitung die ent-würdigende Versuchung entgegcngekommcn wäre, und wenn der dieser Natur eigeneStolz hätte den Demuthswcg finden können, der ebenso vor der Eitelkeit wie vor derNiederträchtigkeit bewahrt und auf welchem eine weiche Seele zu Festigkeit und L-tärkegelangt. Auch seine Pädagogik würde wohl dem unbefangenen Urthcil nicht diese vielenBlößen bieten, wenn er die eigene Natur gründlicher erkannt und in die Zucht genom-men hätte, anstatt die allgemeine Menschennatur im Gegensatz gegen die Gesellschaftmit dem Nimbus einer mangcllosen Güte zu umgeben, und von dieser nebelhaftenGnmdanschauung aus ein Erziehungsgebäude zu errichten, an das er doch selbst keinenrechten Glauben haben konnte. Einen kräftigen Anstoß zu neuem Besinnen über diesenwichtigen Theil der Menschenarbeit hat er gegeben, er hat auch da und dort ein gutesWort, und einen Rath von bleibendem Werthe ausgesprochen, aber sein System imganzen, dieses künstliche Gebilde aus mehr eingebildetem als wirklichem Naturstoff, istmir noch von geschichtlichem Interesse und steht mit andern pädagogischen Meteorenin Einer Reihe, während der Urheber des Systems, als Pädagoge beurthcilt, hintervielen minder glänzenden Persönlichkeiten darum zurückstehen muß, weil er, wie erselbst gesteht, seine Hand nur zum Führen der Feder, jene aber die ihrigen zur thätigenArbeit am Werke der Erziehung hcrgcgebcn haben. Am 11. Oct. 1794 sind seineGebeine im Pantheon zu Paris feierlich beigcsctzt worden; aber nirgends weniger als'»..Frankreich vermochten seine pädagogischen Maximen irgend einen Einfluß auf denöffentlichen Unterricht zu gewinnen; cs ist vielmehr Deutschland gewesen, welches denRousseauschen Gedanken seine Versuchsfelder gutmüthig geliehen, das Brauchbare anjenen aber in seine pädagogische Thätigkcit mitaufgcnommcn hat.

Rückfall. Wie im physischen Leben eine im Gange befindliche Genesung nichtdavor sichert, daß nicht das alte Uebel zumal wenn inan sich sicher wähntPlötzlich wieder sich einstellt und solcher Rückfall »reist gefährlicher ist als der Anfall:

sv giebt es auch bei sittlicher Genesung Rückfälle, die, auch wenn sie zunächst nur in

der Wiederkehr einer einzelnen Licblingssünde oder bösen Gewohnheit bestehen, docheben den ganzen Menschcp von einer vielleicht mühsam erklommenen Höhe herabwerfen.Auch solcher Rückfall ist häufig veranlaßt durch Sicherheit (daher die Warnungv a an 12-); und auch er macht (vgl. Matth. 12, 4345. Luc. 11, 2426.)

' in Zustand schlimmer, als er vor seiner Besserung gewesen war; ja es

^. Rückfälle, bei denen eine nochmalige Besserung vom Neuen Testament für un-

"°öuch erklärt wird (Hebr. 6, 46.). Ganz so steht die Sache zwar nicht immer;

! '? ^ l^dem Falle der sittliche Zustand des Rückfälligen darum ein schlimmerer,

»klieren "un auch den Glauben an seine sittliche Rcttungsfähigkeit zu

vis Obiges auf die Erziehung übertragen, so folgt daraus freilich nicht,

8 der Erzieher den Rückfälligen als einen Unverbesserlichen aufzugeben das Rechte, wohl aber, daß desto mehr bei jeder Besserung des Zöglings die Möglichkeit