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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Rousseau.

werde sie nie heiraten erst zehn Jahre vor seinem Tod hat er sich mit ihr träumlassen, daß er versichert, er habe sie auch niemals geliebt, daß er Therese und de«Mutter überallhin hat mit sich führen und diese Knechtschaft seufzend hat tragen miiümbis an sein Ende, während ein feineres Liebesbedürfnis ihn oftmals wieder gebildete»Frauen nahe führte, er aber daneben wohl auch in noch tieferen Schlamm der Sinnlichkeitgerieth, wie drängt sich uns bei diesem Anblick jenes Göthegeständnis auf von demwas uns alle bändigt!" Therese hat nach Rousseaus Tod einen Stallknechtheiratet, und doch war es diese gemeine, aber im Grund gutmüthige Person, weltedem Hingeben der fünf Kinder ins Findelhaus einen, wenn auch besiegbaren Widerstandentgegensetzte, während der Vater die vier letzten nicht einmal mehr mit einer Machversehen dahin schickte. Er hat sich selbst darüber bitter verklagt, jedoch auch da«entschuldigt, daß er die Kinder habe den üblen Einflüssen feines häuslichen Leimsentziehen wollen. Ein armes, ziemlich dunkles Leben führt Rousseau Jahre lang i»Paris; da liest er zufällig das Thema zu einer von der Akademie zu Dijon aufgcgebei«Preisschrift über den Einfluß der Wissenschaften und Künste auf die Sitten, wirft Amit Eifer auf dessen Bearbeitung und trägt den Sieg davon. Er hatte den Beweisangetreten und mit glänzender Sophistik durchgeführt, daß jene den Sitten schädlichseien; die Schrift macht ungemeines Aufsehen und Rousseau zum berühmten M»(1750). Nicht lange danach gelingt es ihm auch, mit einer Oper bei Hof und mPublicum durchzudringen (1s Ilsvin än villaxa 1752), Ludwig XV. will ihm dabereine Pension aussetzen; sein Freiheitsgefühl läßt ihm nicht zu, sie anzunehmen und erzieht vor, vom Notenabschreiben zu leben, was freilich von Freund und Feind ibm alsEitelkeit ausgelegt und für eine verdeckte Art zu betteln angesehen ward; denn aschrieb mit vielen Fehlern, aber es ward zur Mode, bei ihm Bestellungen und bcidieser Gelegenheit mit dem berühmtenArbeiter" Bekanntschaft zu machen. Um dichZeit brannte in Paris der Streit zwischen französischer und italienischer Musik;Rousseau stellte sich auf die Seite der letzteren und griff die andere mit einer Schachan, die ihm nicht wenig Feindschaft und Verdruß, selbst Lebensnachstellungen zuzoz.Er entwich dem Kampf durch eine Reise nach Genf, wo er, um sein durch die Kon-version verlorenes Bürgerrecht wieder zu erlangen, zur väterlichen Religion zurücktratund von seinen Mitbürgern freudig ausgenommen wurde (1754). Unterdes hatte creine weitere zündende Schrift:lieber den Grund der Ungleichheit unter den Menschen'ausgehen lassen. Das musikalische Streitfeuer war inzwischen verraucht, Rousseaukehrte auf Andringen seiner Freunde nach Frankreich zurück und ihm ward von einerVerehrerin, Madame d'Epinah, der Geliebten Grimms eines Mäcens für aus-strebende Talente ein freundlicher Landsitz (I'ZrmituZ's) in der Nähe von Pariseingerichtet, woselbst er die Muße zu seinen berühmtesten Werken, dem Gesellschafts-vertrag, der neuen Heloise und unserem Buche fand (1756 f.). Er hatte sich nachländlicher Zurückgezogenheit gesehnt, wollte von der Welt und von den Philosophennichts mehr wissen; aber das gelang ihm nicht. Die hohe Gesellschaft suchte ihn aus,die Herablassung entzückte ihn, bald aber meinte er doch zu merken, daß man ihnnicht genug anerkenne, er hält sich für vernachlässigt, fürchtet zugleich für seine Freiheit;so sträubt er sich beständig gegen Wohlthaten, ohne die er doch nicht leben kann, wirbmistrauisch gegen seine Gönner, hadert mit ihnen, bricht mit Grimm, mit Diderot,durch die er in die literarische Welt war eingeführt worden, schickt seiner Wohlthätemein insolentes Schreiben, wofür er hernach Abbitte thut, und bleibt gleichwohl iuihrem Hause, bemitleidet von ihr, aber nimmer geachtet. Früher hatte sie ihn nurihrenBären" genannt, jetzt urtheilt sic, er sei ein moralischer Zwerg auf Stelzen, eniSchauspieler (Girardin a. a. O. 1853 Dom. III. S. 1076 f. Dom. IV. S. 8kö s),und endlich heißt sie ihn die Eremitage verlassen. Schon damals zeigten sich an Rouj-seau die Spuren einer Seelenstörung, welche ohne Zweifel zuletzt die Ursache seiu^Todes geworden ist. Er war der Schonung in hohem Grad bedürftig, aber dumdie Art, wie er diese von den Freunden verlangte und dann misbrauchte, entleidete erjenen ihre Rücksichtnahme. Wir übergehen nun die oben schon berührten Ereig-nisses welche infolge des savoyischen Glaubensbekenntnisses eingetreten sind, um zumSchluffe zu gelangen. 1766 erhielt Rousseau die Erlaubnis zur Rückkehr nach Fram-reich, besuchte sofort auch England als Gastfreund Humes, mit dem er aber auch bat«