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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Rousseau.

insttro UN crruro, umis non pa8 nno lüeliots. Er kommt in eine Stadt zu einemMeister, mittellos, denn das Vermögen ließ er der Frau und verdientstseinen Unterhalt dnrch Arbeit. Nun fängt seine Erziehung an zu wirken, die ihn be-lehrt, sich vor der Nothwcndigkcit zu beugen; so kämpft er die Gedanken an HetnMnieder; ja er beschließt, sich noch weiter von Sophie zu entfernen, überläßt ihr sänc»Sohn, und schifft sich nach jahrelangen Wanderungen in Marseille als Matrose einAuf dem Meer gicbt er Proben von Verstand, Energie und Todesverachtung. BonPiraten überfallen und in Algier als Sklave verkauft, restectirt RousseauS Zöglm,wie er jetzt freier sei als zuvor, denn nichts sei ihn: genommen als das VermögenThörichtes zu thun, und wer den Dingen, der harten Nothwcndigkcit seinen Willen ambesten untcrzuordnen wisse, der sei der freieste Mensch u. s. f. Sein großmüthiges Mstandhaftes Benehmen in der Sklaverei macht in Algier Aufsehen, kommt auch vor dieOhren des Dey; dieser läßt Emil vor sich führen, findet Wohlgefallen an ihm, erhältihn zum Geschenk, lernt ihn achten und hiemit schließt das Fragment, dessenHerausgeber es bedauern, daß dem Verfasser nicht vergönnt war, seine Arbeit zu be-endigen, denn dieser würde, wie sie meinen, Einil und Sophie wieder zusammengefübri ^haben als die Sieger über Geschick, Menschen und über sich selbst, um ivros ä'ammr !ot drillnns cko vertu, ferne von den Menschen in der Ruhe, welche die Unschuld ver-leiht, das Glück ihrer ersten Jahre wieder zu finden. Uns fehlt natürlich diesessentimentale Interesse, aber auch ein psychologisches liegt nicht vor, um die Vollendungdes Fragments uns wünschen zu lassen. Uns interessirt an dem Roman nur dieses, -daß er den Hintergrund abgiebt, auf welchem sich die Erzichungsmaximen des Ver- sfassers in Gestalten reflectircn, und in dieser Hinsicht liefert schon die unvollendet ge- tzbliebene Erzählung Stoff und Anlaß genug, um eine Beleuchtung des Systemes eben Vvon dieser L-eite aus zu ermöglichen. M

Nachdem wir daher im Vorhergehenden uns über die Grnndanschauungen und ^daraus abgeleiteten Erzichungsregeln ;e an dem betreffenden Orte ausgesprochen habe», Werscheint cs angemessen, nunmehr diejenige Kritik aufzuzeigen, welche Rousseau selbst Wan seinem System geübt hat mittelst des darein verflochtenen Romans, eine un- "willkürliche, aber eine Helle und scharfe Kritik, bei der ihm unsichtbarer Weise dieHand geführt wird, um wider sich selbst zu zeugen. Zwei Menschen werden auf eineganz besondere, von der gewöhnlichen Art fast in allen Theilen abweichende Weise miteinem außerordentlichen Aufwand von Mühe und Sorgfalt erzogen, von ihnen wirdalles ferne gehalten , was die übliche Pädagogik zur Verschlechterung eines Zöglingsbeizutragen beschuldigt wird, an ihnen alles gethan, was jene versäumt, und dennocherliegen sie der menschlichen Schwäche und der Unsitte eben jener Gesellschaft, überderen Niveau sic sx llz-potlrssi hoch hinausgehoben waren, und sie erliegen überdeinohne irgend eine stärkere Versuchung, im Gegcntheil ist es ein häusliches Unglück, Mssonst die Gatten desto fester vereinigt, die sittliche Kraft erweckt, den Trost und Halt derReligion um so eifriger suchen lehrt, was aber gerade für unsere vorausgesehtermchngegen die Wechselfälle des Lebens durch ihre Erziehung besonders wohl ausgerüstetenGatten verhängnisvoll wird. Der starke Emil ist nicht im Stande, die niedergedrückteFrau zu stützen, weiß, um sie aufznheitern, eben auch nur das gewöhnliche Mittel, -Zerstreuung in der sittlich gefahrvollen Hauptstadt, und er, der zu vielseitiger undnützlicher Thätigkeit angeleirete junge Mann, gewinnt es über sich, zwei Jahre mitseiner Frau im großstädtischen Müßiggänge hinzubringen. So straft der Roman-schriftsteller in Kraft poetischer Gerechtigkeit sich selbst, den pädagogischen Autor dafür,daß er seinem Emil das Bewußtsein der Pflicht und der socialen Nothwendigkeitenvon klein ans vorenthalten hat. Sein Zögling ist nach allen Seiten ein offener Mensch,aber ihm fehlt es an derjenigen Geschlossenheit, durch welche eine vielseitige Bildunggesichert und charakterhaft werden muß: er hat keinen Beruf, ist zu keinem Beruf gpleitet. Emil wird Dilettant in der Tugend, wie ers im Lernen, Arbeiten und beiStrapazen wird. Solch dilettantisches Tugendwcsen, weil ihm das Gefühl der Pflichtabgeht, hält nicht Stand, sobald eine ernstere Aufgabe an den Menschen tritt, beideren Lösung es nicht auf Pathos, sondern auf das Ausdauern ankommt, wobei nichtGelegenheit zrr Theatereffecten gegeben ist, sondern ein stilles Ringen von dein Mensch«gefordert wird. Darum kann Rousseau es sich nickt erlauben, daß Emil im eigen«