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erirartct. Seine Methode selbst ist lerdings von der seines Vorgängers wesentlichverschieden' denn Pestalozzi verlangt'rin „lückenlos stnfenwciscs Fortschrciten" beimochre» und sucht durch den logischen Entwicklungsgang das Aufmerken und Denkenni fesseln, während Rousseau in zerstreuter Weise und mittelst Anreizung des Nützlich-keitstricbs dem Schüler beizukommen trachtet, ohne dessen Fassungskraft irgend welcheschwierige Operationen zuzumuthen. Insofern findet zwischen beiden nur die Achnlich-keit statt, daß beide aus der behaupteten Naturgemäßheit ihrer Methode deren absoluteGeltung' ablciten, und daß es bei Rousseau dann doch vor allem das Herz des Zög-lings ist, welches er auf seine Art lückenlos stufenweise fortschreitend zur Tugendgebildet sehen will. Diametral verschieden aber find beide darin, daß Pestalozzi ansein System geglaubt und demselben sein Leben geopfert hat, während Rousseau nurin seiner Opposition gegen das an der Erziehung Hergebrachte mit wirklichen! Pathoslebt, aber demjenigen, was er darüber positives gegeben hat, selbst mistraut, so daßer einem consultirenden Vater brieflich abricth, seinen Lwhn nach diesen Regeln erziehenzu lassen, und einem Genfer, der ihm seinen hiernach erzogenen Sohn vorstellte, dieAntwort gab: ll'unt xis xour votrs Lts st pour vous (LmiAsnsr, Voltaire rc. tl.S. 174)-
Emils Erziehung soll jetzt durch Reisen vollendet werden. Er sollte aber darumzuvor an Sophie gebunden sein, daß ihn die Liebe schützend durch die Versuchungender Welt geleite. Das betreffende Capitel, äss vo.vwipss, ist reich an guten Gedankenund Winken über das Reisen, über Nationalitäten, Hauptstädte u. dgl. — Ein Neben-zweck der Reise war, sich unrzusehen, in welchem Lande man ain sichersten und freiestenwohne, denn Emil soll kein Beamter werden, sondern als Landwirth leben. Sie kehrenzurück, und der junge Mann entschließt sich, in Frankreich zu bleiben, frei durch Selbst-überwindung, Vernunft und Arbeit, als Wohlthäter und als Vorbild für seine Lands-leute; hat er doch auf seinen Reisen den Geist aufgeklärt und „die Regierungen mitallen ihren Fehlern, die Völker mit allen ihren Tugenden" kennen gelernt, auch injeder Nation mit Männern von Verdienst Gastfreundschaft geschlossen, Correspon-denzen angeknüpft, wodurch er gegen die Vorurthcilc seiner eigenen Nation geschütztbleiben wird.
Endlich werden Emil und Sophie vereinigt. Wir enthalten uns billig, zu er-wähnen, wie der Hofmeister auch bei dieser Gelegenheit noch den beiden mit Rath undUnterweisung über ihr intimstes Verhalten zusctzt, bis er endlich seiner Auctorität überEmil entsagt und sannnt den Eltern sich des Glückes dieser würdigen Gatten freuendarf. — Aber nicht lange. Eine Fortsetzung unseres Buches mit dem Titel: Lmits st8oMe on Iss Lotitairss hat sich die Aufgabe gestellt, die Nachwirkungen der Nous-seauschen Erziehungsgrundsätze aufzuzeigen, und so die Emilsche Moral sich im thätigcnLeben und im Kampfe mit dem Geschick bewähren zu lassen. Dieses Werk ist un-vollendet geblieben; es beschränkt sich auf zwei Briefe Emils an seinen Erzieher,wovon der letztere mitten in einem Satze abbricht. Darinnen berichtet jener von seinemLebensgang. Anfangs glücklich und zufrieden, erfreut durch die Geburt eines Sohnesund einer Tochter, muß das Gattenpaar erst seine Eltern sterben sehen, hernach dasTöchtcrchen. Von da an verläßt Sophie ihre Haltung. Um sie zu zerstreuen, gehtder Mann mit ihr in die Hauptstadt sammt einer Freundin und deren Gatten.Während eines zweijährigen Aufenthalts daselbst gewöhnt sich Emil nach und nach andie Genüsse derselben, verliert seine sittliche Stärke, wird galant ohne Neigung, Stoikerohne Tugend, ein kluger Mann voll von Narrheit; Sophie vergißt ihre Verluste unterden Zerstreuungen des Vergnügens, welchem man anfangs gemeinschaftlich, allmählichein jedes auf eigenen Wegen nachgeht. Jene Freundin liebelt mit Emil, deren Mannmit Sophie, und während das andere Paar sich alle Freiheit läßt und dabei gutFreund bleibt, fliehen sich unsre Gatten aus Scham. Aus einmal wird Sophie Un-gezogen, traurig, läßt niemand vor sich, und wie sich Emil ihr wieder nähern will,entdeckt sie ihm, daß sie seiner nimmer würdig. Er steht vernichtet; des andern Mor-gens küßt er mit Thränen die Thürschwelle am Zimmer seiner Frau und geht — fürimmer. Auf dem planlos Ungeschlagenen Weg verwandelt sich Haß und Verachtunggegen die Ungetreue durch den Gedanken an die eigene Schuld in Mitleid, ja er fängta», sie doch wiederum zu achten; slls sst oouxatils sans strs vits, slls a xu. oom-