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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Rangordnung.

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m,d Ehrlicbc verwechseln, so wird die Anklage, daß jede Rangordnung den Ehrgeizwccke in ihrer Allgemeinheit nicht aufrecht erhalten werden können. Desto häufigertritt sie in der engeren Fassung auf, daß gerade die Bestimmung der Plätze nach derTüchtigkeit des Wissens und Könnens und die gewöhnliche Praxis in der Handhabungder Location diese üble Wirkung haben.

Trennen wir beide Puncte der Anklage. Mit dem ersten tritt dieselbe in dieleihe derjenigen Bedenken, welche gegen das von uns aufgestellte Princip der LocationErhoben werden. Sie geht, genauer betrachtet , dahin, daß die Schule, indem sie dieGeschicklichkeit des Schülers so stark betone, seinen Blick ablenke von demjenigen Maß-gabe nach welchem der Mensch vor seinem Gewissen und vor seinem Gotte sich zuWessen habe, dem Maßstabe des sittlichen Gesammtwerthes. Aber die Frage ist immer'die welches denn nun das richtigere Princip der Location sei. Es kann in dieserHinsicht nur drei Factoren geben, auf welche im Interesse der Schule zurückgegangcnNeiden könnte: die Fähigkeiten, der Fleiß und die sittliche Haltung desSchülers. Es wäre nun denkbar, daß entweder einer dieser Factoren das richtigeüincip der Location enthalte, oder daß dasselbe in der Combination gewißer Factoren-egcben sei. Prüfen wir die Möglichkeiten. Nach den Fähigkeiten allein die^Schüler zu setzen, hat noch niemand vorgeschlagen, und zwar aus dem Grunde, weilis einfach unmöglich ist, der individuellen Unterscheidung hier gerecht zu werden. Fürdie sittliche Entwicklung aber würde eine Rangordnung der Art entschieden schädlichsein. Denn es fehlt ihr jenes Correctiv, welches darin liegt, daß nach der Erfahrungdie Treue in der Anwendung der Gaben Größeres wirkt, als das bloße Talent. Auchfür die Unterrichtszwecke hätte diese Location keine Bedeutung. Denn an die Anlagender Schüler braucht der Lehrer nicht erinnert zu werden, sie gerade geben sich vonelbst in jedem Augenblicke kund. Eine Rangordnung nach dem Fleiße alleinürde ebenso undenkbar sein. Denn die eigentlich sittliche Potenz, der Grad der sitt-lichen Anstrengung, welche im Fleiße wirksam ist, entzieht sich der Beurtheiluug, nochlehr die ethischen Motive des Fleißes. Die Schule hat es mit der Leistung zukm und in der Leistung spielt immer die Anlage eine Nolle. Die Fehlgriffe desInheils sind also unvermeidlich, sie sind für den Schüler um so deprimirender, jeiltkürlicher sie erscheinen und je besser er sich seines wirklichen Strebcns bewußt ist.I»d damit berühren wir den sittlich tiefsten Schaden, den eine solche Location anrichteulüste. Da nicht mehr der objective Werth der Leistung über den Grad des Fleißesitschiede, sondern irgend welche Merkmale au der Leistung, die gerade der Lehrer alseiche anzusehen und zu bezeichnen gewohnt wäre, so würde der Schüler sehr baldiese Merkmale herausfinden und sein ganzes Streben darauf richten, nur sie zu er-ielen. Mit diesen: von außen kommenden Antriebe auf eine gewiße Art des Thuns»s aber der Schüler immer mehr dem Interesse an der Sache selbst entfremdet'erden, in welchem der echte Fleiß wurzelt. Das Verfehlteste von allem wäre indessenie Location nach dem sittlichen Wohlverhalten allein. Denn das, was.'ir in der Schule sittliches Wohlvcrhalten, gutes Betragen ec. nennen, ist noch immeriiras andres, als die sittliche Gesinnung, die eigentlich den sittlichen Werth bildet,ie Schule muß das Gesetz ihrer Lebcnsordnungen viel zu bestimmt zum Maßstabeer Schülertugend machen, als daß sie nicht dieser Tugend den Stempel einer gewißenczalität anfdrücken und in dem Urthcile über den sittlichen Werth der Einzelnen oftehlgreifen sollte. Träfe sie zufällig das Richtige, so könnte sie nur jene trotzige Selbst-"ichtigkeit erziehen, die in der ärißern Anerkennung den Beweis ihrer sittlichen Un-ehlbarkeit sieht. Aber sie wird das Richtige selten treffen, und die offenbaren Fehl-usfe des Lehrers werden in den Augen der Schüler, die sich unter einander bessermnerp zu ebenso vielen Beweisen seiner Kurzsichtigkeit werden.

4m es nun unmöglich ist, auf eine vereinzelte Qualität der Schüler eine gerechte»d brauchbare Rangordnung zu bauen, so wurde es mit der Vereinigung mehrereractoren versucht. Der Billigkeit scheint cs zu entsprechen, alle drei Factoren zu-"""E ^ Isthmen. Das ist der am häufigsten vorkommende Vorschlag. Dem bc-»" imstande, daß doch hier Factoren von disparater Natur und von verschiedenemnmchen Werthe neben einander gestellt werden, soll dadurch begegnet werden, daß demahe und dem guten Betragen eine höhere Geltung als den Anlagen beigelegt wird.