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Privatlehrer.
des Knaben systematisch ertödtet und die Freiheit verkümmert, die die Schule v»gewährt. — Nicht minder bedenklich ist es nach einer andern Seite hin, wen»den Privatlehrern gefordert wird, daß sie den Schülern beim Arbeiten helfen und durjihre Unterstützung die Arbeitszeit möglichst abkürzen. Wenn auch wohl nur sch»an den Lehrer die ausdrückliche Forderung einer unerlaubten Hülfeleistung qMwird, so liegt es doch in der Natur der Dinge, daß eine solche aus jeder angeslrMErleichterung der Arbeit hervorgeht. Schnell soll gearbeitet werden, das ist der Wunsjder Eltern, wie es auch in dem Interesse des meist schlecht honorirten JHrmtchliegt; schnell und correct arbeiten läßt sich aber nur vereinigen, wenn der Lehrer sMdas Beste bei der Arbeit thut. So wird der Schüler zur systematischen Täuschm-förmlich angelcitet. Die sittliche Gefahr gerade dieser Art der Täuschung liegt Wdarin, daß der Schüler leicht das Bewußtsein davon verliert, daß eine HandluiigsivÄ Idie durch die Bctheiligung seines Lehrers und die Genehmigung seiner Eltern smi!tionirt wird, eine Unredlichkeit ist. Dazu kommt noch ein anderer Umstand. Ta>!Schüler, der bei der Anfertigung einer Arbeit sich der Arbeit von Mitschülern^!^Hülfsmittels bedient, hat, mag er auch noch so schlau dabei zu Werke gehen, dots-stets die Entdeckung und den Nachweis des Betrugs zu fürchten; dem Schüler instmit Hülfe des Privatlehrers seine Arbeit angcfertigt hat, kann der Nachweis einer An-!schung verhältnismäßig selten geführt werden; ja oft bleibt sie lange Zeit völlig unentdeiüsNatürlich kann in den angeführten Misständen kein Grund liegen, das Institut!der nachhelfenden Privatlehrer unbedingt zu verwerfen. Denn wo die Elter» diSchüler bei der Arbeit zu beaufsichtigen gehindert sind, ist eine Beaufsichtigung dmteinen Privatlehrer gewiß wünschenswerth, unter Umständen nothwendig. Nur mbzsdie Aufsicht sich auf das beschränken, was ihr Name besagt und sich von den beidinsoben gezeichneten verderblichen Abwegen gleich fern halten. Wo der Jnstructor Wenim Wissen des Schülers bemerkt, möge er dem abhelfen, er möge den Schüler ge-wöhncn stetig und aufmerksam zu arbeiten, ihn lehren seine Hülfsmittel mit Verstundzu gebrauchen. Das Institut wird nur da unvermeidlich zum Uebel, wo eö so allge-mein geworden ist, daß es als eine unter allen Umständen nothwendige Ergänzungdes öffentlichen Unterrichts angesehen wird. Wo es sich dagegen auf die Fälle be-schränkt, in denen es nothwendig ist, hat die Schule in der sorgfältigen Controlebnvon Privatlehrern beaufsichtigten rDchüler ein Mittel in Händen, den oben geschildertenGefahren entgegen zu arbeiten; und wenn sie, wie sie das Recht dazu hat, verlangt,daß der Schulvorstand oder der Klassenlehrer Anzeige darüber erhalte, wem, dnrtwen und zu welcher Zeit die Nachhülfe geleistet werde, auch daß der Privatlehrer ssimit dem Klassenlehrer ins Vernehmen setze, damit dieser ihm die nöthigen Winke gebe,wie er seinen Unterricht am passendsten einrichte, so wird es ihr nicht schwer werde»,verkommenden Falls auf die Jnstructoren so weit einzuwirken, daß sie die ihnen über-tragene Aufgabe in einer den Forderungen der Schule und dem wahren Interesse deiSchüler entsprechenden Weise lösen. -
Kann die Schule nun etwas dazu thun, die Quelle des Uebels zu verstopfen und sdie Ausdehnung des Instituts der Privatlehrer auf die Fälle zu beschränken, wo es >wirklich nothwendig ist? Ohne Zweifel; nur wird sie hier zu indirecten Mitteln ihnZuflucht zu nehmen haben. Zunächst durch ein richtiges Maß der häuslichen Arbeiten,die einerseits so viel Zeit und Kraft in Anspruch nehmen müßen, daß den Experi-menten der „Quälgeister" möglichst wenig Raum gelassen wird, die aber andrerseitsdoch so zuzumessen sind, daß sie von einem mäßig begabten Schüler ohne übertriebeneAnstrengung und ohne ihm die zur Erholung nöthige Zeit zu verkümmern, geleistetwerden können; hierdurch wird jedenfalls die Neigung der Eltern, ihren Kindern einezweckwidrige Hülfe zukommen zu lassen, wesentlich beschränkt, es wird dem Uiwersuobejeder Vorwand abgeschnitten werden. Das Hauptmittel aber, die Quelle dieses Mso vieler andern Uebel zu verstopfen, sind strenge Versetzungen aus einer Elaste in d»andere, und vor allem strenge Aufnahmeprüfungen. Bringt es eine Anstalt dahin, dasin den einzelnen Elasten in überwiegender Mehrzahl sich wirklich reife Schüler befind«,so fällt das Bedürfnis der Jnstructoren von selbst fort, und es läßt sich mit Sicher-heit erwarten, daß es selbst an Orten, in denen es zur Epidemie geworden ist, pHallmählich auf einzelne Fälle beschränken wird.