Präparandcn rc.
Privatlehrer.
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Kindliche Gebiet, kann in unserer Zeit nicht mehr entbehrt werden. Es kommt aberMs darauf an, daß dieselbe auf der allein richtigen Grundlage der Anschauung, mitsorasamer Auswahl des Stoffs und in methodischer Ordnung erfolge. 9) Den tech-nischen Fertigkeiten (Orthographie, Kalligraphie, Musik) muß in der Präpa-Landemeit eine solche Aufmerksamkeit gewidmet werden, daß durch die Rücksicht auf sie^ie Erstrebung eines höhern Unterrichtsziels im Seminar in keiner Weise gehemmt wird.— Eine besondere Literatur besteht für das Präparandenbildungswesen nicht. Die ein-läaiaKi Fragen werden in den Schriften über die Schullehrerseminarbildung verhandelt.Preisanfgaben, s. Fortbildung.
Preise, s. Schulprämien.
PrinciP, s. Erziehungsprincipien.
Privatlehrer. Die Aufgabe des Privatlehrers ist im Unterschiede von der des^Hausübrers oder Hofmeisters nicht auf die Erziehung, sondern auf den Unterricht ge-richtet. Und zwar handelt es sich nun hier um die Frage, wie weit der Privatunterrichtneben dem öffentlichen Unterricht, ihn ergänzend und unterstützend, berechtigt ist.
Selbstverständlich wird an den öffentlichen Unterricht die Forderung gestellt, daßer die Gesammtheit der Unterrichtsgegenstände umfasse, von deren Aneignung dieErreichung des der Schule vorgesteckten Bildungszieles bedingt ist. Diese Forderung"iidet indessen eine Grenze in der Beschaffenheit gewißer Bildungsmittel. Die Unter-eisung in Künsten und Kunstfertigkeiten nämlich, wie in Musik, Malen, kann dieKchnle entweder gar nicht, oder doch nur unvollständig und einseitig (Gesang- und' eickenunterricht) übernehmen; dieser Unterricht bleibt daher der Fürsorge der Familie"berlassen. Daß bei demselben die Kräfte der Zöglinge in einem den Schulzweckefährdenden Maße in Anspruch genommen werden können, ist selbstverständlich; nichts-eftoweniger wird die Schule diese Art des Privatunterrichts als eine wünschenswerte,ja nothwendige Ergänzung ihrer Thätigkeit ansehen können und nur darauf Bedachtu nehmen haben, durch die Strenge, mit der sie ihre Anforderungen an den häus-ichen Fleiß zur Geltung bringt, Uebertreibungen vorzubeugen.
Besondere Aufmerksamkeit hat dagegen die Schule auf die Thätigkeit derjenigenUvatlehrer zu richten, welchen von den Eltern die Aufgabe gestellt wird, Schüler,ie in einzelnen oder allen Gegenständen zurückgeblieben find, durch Nachhülfe auf dentandpunct der Elaste zu bringen. Dergleichen Nachhülfestunden sind wünschenswert,o sie nur den Zweck haben, einen Schüler, der ohne Verschulden längere Zeit diechule versäumt hat, möglichst rasch in Stand zu setzen, dem Unterrichte auch inolchen Gegenständen zu folgen, in denen jede bedeutendere Lücke ein Fortschreitenrschwert, wo nicht unmöglich macht, z. B. in der Mathematik. Viel häufiger aber'st der Fall, daß der Privatlehrer ganz im allgemeinen ohne Beschränkung auf einestimmtes Fach den Schüler zu unterstützen und zu fördern, seinen häuslichen Fleißu überwachen und zu leiten, also eine Function zu erfüllen hat, die von Rechtswegener Familie zufällt, die dieselbe aber oft nicht selbst erfüllen kann oder will. Daßte in diesem Fall ihre Verpflichtung einem andern überträgt, ist an sich ganz in derrdnung; nur bildet sich, namentlich an Orten, wo das Institut allgemein verbreitet'st, leicht eine Praxis aus, die dem Schulzweck geradezu hinderlich ist. Die Schuldliegt großentheils an den unverständigen Ansprüchen der Eltern, die sich nur allzueicht von Familie zu Familie und von Generation zu Generation fortpflanzen. Soommt es, daß das Institut sich nach zwei Seiten hin verderblich entwickeln kann, jeachdem von dem Privatlehrer gefordert wird, den Schüler durch möglichste An-chammng seiner Kräfte rasch vorwärts zu treiben, oder ihm im Gegcntheil zugemuthetArd, durch ungebührliche Hülfe dem Schüler die Arbeit zu erleichtern. Daß im erstenMe der Lehrer der Gefahr ausgesetzt ist, die Kräfte des Schülers über das Maßanzustrengen, ist an sich klar, und die Erfahrung beweist es. In Bayern z. B. wardas Nebel so verbreitet und allgemein anerkannt, daß eine Verordnung der Regierungaus dem I. 1837 die Jnstructoren als die eigentlichen Quälgeister der studircnden, ugend bezeichnen konnte. Ueber den gleichen Unfug in Oesterreich beklagt sich Helfertn seiner Schrift: die österreichische Volksschule. Der Schaden solcher Treibhaus-ziehung ist aber ein doppelter. Zunächst führt die Ueberspannung der Kräfte früheraber Mer zu einer Erschlaffung derselben; sodann wird die geistige Selbständigkeit