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Pietismus.
Poesie.
richtiges
volles
s Auge mehr hat; dafür aber ein Auge, und zwar ein ebenso scharfes als liestAuge zu haben, ist für niemanden unerläßlicher, als für den Pädagogen.
Planimetrie, s. Geometrie.
Poesie (nach dem griech. Stammwort s. v. a. geistiges Schaffen, Hervorbrin,«einer idealen Welt) ist das Wirken der schaffenden Einbildungskraft, vermögeder Mensch theils die Wirklichkeit des sichtbar erscheinenden Lebens in stiM Ver-stellung aus ihrer Beschränktheit zur Vollkommenheit erhebt, indem er die hohemGedanken, die sich in ihr ausprägen, ausfindet und vermittelst der Darstellung i,Worte zu einem schönen Gesammteindrucke verbindet, theils auch von den in ihm seWuiedergelegten Ideen ausgehend durch dasselbe Mittel eine Welt vollkommener (, !schcinungen Hervorrust, die zunächst allerdings nur der Gegenstand geistiger Anschauungist, die aber infolge des Wohlgefallens, das sie erweckt, auch den Wunsch erzeuai jst swirklich erscheinende Welt in dieser Gestalt schauen zu können. Die Poesie ist st»?nach ein Zweig der Kunst und wird zur Poesie im engern Sinne, d. h. zurkunst, sobald die beschriebene Geistcsthätigkeit mit Bewußtsein und im Zusammenhangausgeübt wird. Sie hat es lediglich mit dem Schönen zu thun, mag sie einen Eegwstand behandeln, welchen sie will. Weder lehren noch wirken ist ihre Bestimmungsondern vergnügen. Auch wo sie es mit dem Erhabenen zu thun hat, ist ihr stDarstellung desselben in schöner Form wesentlich. Sie begeistert nur dann, wenn stgefällt. Was dein letztgenannten Zwecke nicht dient, ist unpoctisch und muß schließseinen Zweck verfehlen. Lehr- und sogenannte Tendenzgedichte sind Spielarten der Pcrstaus der Kreuzung mit der Wissenschaft, der Politik oder gar dem Gewerbe u. däentsprungen, und für ein feineres Gefühl in dem Grade abstoßend, in welchem sicßjsden äußerlichen, einseitigen, vergänglichen Interessen dienstbar machen, während allstdings auf der höchsten Stufe der Dichtung, der geistlichen, der Gegenstand selbst ssiunbedingt poetisch ist, daß die Verbindung des Lehrzweckes mit der Form der Dicht«;,auch ästhetisch noch am meisten befriedigt. Innerhalb ihres eigenen Gebietes Mi?scheidet man dreierlei Gattungen. Die lyrische Poesie (von dem griechischen Lyra^Leyer), s. v. a. singende Dichtkunst, schildert die Empfindungen des menschlichen Her;!«?wie sie der Dichter in sich selbst erfährt, und stellt sie in schönen Worten mitteAbsicht dar, in dieser Darstellung eine gcwiße Befriedigung seiner selbst zu finden mizugleich bei anderen einen ähnlichen Eindruck hervorzubringen. Sie schlägt bald »ickeine objective Richtung ein, indem sie solche Empfindungen ausspricht, welche aus t»Wesen des Gegenstandes selber folgen und auf die verschiedensten Individualitätpassen, bald hält sie sich mehr an subjective, aus der besonderen Auffassungsweiset«Dichters hervorgehende Eindrücke. Die Psalmen gehören der objectivcn Lyrik N.Ebenso das Kirchenlied im engeren Sinne des Wortes, in welchem der Name aus kHymnen der alten Kirche, auf die Lieder der Reformationszeit, auf die Missionslicku. s. w. paßt. Die Lieder aus der Brüdergemeinde, die der christlichen Romantiku. a. gehören auf die «Leite der subjektiven Lyrik. Die ersterc Gattung ist faßlich«,daher auch, wo sie nicht an dem zufälligen Mangel der Sprachhärten u. dgl. leik,kindlicher als die andere, die oft mehr nur den Schein der Kindlichkeit hat. Aepische Poesie (von dem griech. Epos — Wort, Erzählung) schildert Begebenheit«erhabenen oder lieblichen Inhalts (Heldengedichte, Idylle) und bringt in denselben c«sittliche Idee zur Anschauung. Das Märchen ist eine der kindlichen Fassungskrisvornehmlich entsprechende Form derselben. In der h. Schrift fehlt diese Gattung,»sie mehr dem heitern, wenn auch keineswegs inhaltlosen Spiel des Lebens, als dlGebiete höherer Lebcnsanschauungen angehört. Die dramatische Poesie endlich Ddie sittliche Idee in der Gestalt einer Handlung dar (Drama griech. — Handlnnzj-Sie läßt in ernster oder in heiterer Weise Persönlichkeiten auf einander wirken, »welchen die Gegensätze des menschlichen Gesammtlebens auf besonders lebendige Wozum Vorschein kommen, und bringt im Lustspiele das seltsame Walten des ZuMim Trauerspiele die sittliche, höher aufgefaßt, die göttlich richtende Weltordnung;>»Anerkennung, vermöge welcher das Unrecht durch sich selbst zu Grunde geht. EstMittelstellung nimmt das einfache Schauspiel ein, in welchem zunächst nur der Atzder Wahrheit und des Rechtes aus den Verwicklungen des Lebens und dem Kamst