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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Pietismus.

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Mick qeaen die Härte und den Starrsinn der Eltern schützen, d. h. cs muß ein be-stimmtes Lebensalter festbesetzt werden, vor dessen Erreichung das Kind auch in Betreffder Religion unter elterlicher Botmäßigkeit steht, nach dessen Ucberschrcitung es aberseine Konfession frei wählen kam: und nötigenfalls gegen Gcwaltthätigkcit obrigkeit-lichen Schub findet. ^

2. Bei manchen L-ecten belicht das Eigene ihrer Erziehung einfach darin, daßstc ihre Grundsätze den Kindern einpflanzen und sie in die von der Secte beliebteLebensweise cingewöhnen. Ein wirklich anziehendes Bild dieser Art gewähren pjx,'Qläker, die freilich auch (wie die Mennoniten) durch den friedlichen Geist ihrer Ge-sellschaft sich von anderen Scctcn vortheilhaft unterscheiden. Bei anderen Gesell-schaften dagegen liegt es in der Art ihrer Ideen, daß diese direct die Erziehungbestimmen. Am meisten fällt dies in die Augen bei den Methodisten, deren Eigcn-ümlichcs, die in der Anwendung bestimmter Mittel (insbesondere der Erschütterungmch zudringliche Predigt, heftiges Beten n. dgl.) bestehende Bekehrungsmcthode unddie nach der Bekehrung folgende gesetzliche Ascesc mit nachweisbaren Fortschritten bis,r Vollkommenheit, sich ganz von selbst auch als Erziehungsmethode darbietet. Intassenerweckungen unter Kindern feiert die methodistische Pädagogik ihre Erfolge; imbrigcn giebt die Lebensordnnng, wornach der Methodist sich alles Luxus enthalten,sede Woche einmal fasten, jeden Morgen und jeden Abend eine Stunde in einsamemGebet zubringen, jeden Vormittag eine religiöse Abhandlung lesen soll u. s. f., auchder Erziehung ihr bestimmtes Gepräge, wie ferner die Ueberwachung der in Classen-eingestellten Gemeindeglicder durch die Classcnvorsteher, die gegenseitigen Mittheilungenüber Seelenzustände und das laute Beten der einzelnen in den Versammlungen auchdie Kinder schon früh in den ganzen Darstcllungskreis und die Sitte der Partei hinein-"M. Ohne Interesse für unseren Zweck sind die Baptisten, deren pädagogischeWeisheit sich darauf beschränkt, kein Kind zu taufen. Daß dies etwa die Folge hätte, man mit um so größerem Ernst die Kinder auf die Taufe vorbereite, davon hatan nichts gehört. Weiter haben wir eine Secte zu- nennen, die ganz besondereäkagogische Tendenzen kund werden läßt: die Jcrnsalemsfreunde unter Führung Chri-eph Hoffmanns, die eineKonfession des Tempels" aufstcllen, weil ihre Idee diemchtung des Tempels in Jerusalem ist, bis zu dessen Ban einstweilen ein deutschercmpcl d. h. eine religiöse, staatliche und sociale Umwandlung in Deutschlandewerkstelligt werden soll. Das alles soll geschehen, weil eS in der Schrift geweissagtist; das Christenthnm wird als Weissagung gefaßt. Demgemäß tritt auch in denfsentlichen Kundgebungen desTempels" ans dem Nebel der übrigen Erziehungs-rmcn als fester, greifbarer Punct hauptsächlich der heraus, daß die Tempelerziehung,.arauf hinznwirken habe, den Zögling zum Weissagen und Wnnderthun zu befähigen.Taß man junge Leute zum Weissagen, zum Zungenreden bringen kann, bezweifelnn nicht, wohl aber, ob sich sothane Weissagungen erfüllen werden; und was das'-uiiderthun betrafst, so bleibt erst abzuwarten, ob die Meister selber in diesem Fachtwas leisten, dann erst wird es sich auch um Instruction der Lehrlinge handeln.»einigen Pnncten verwandt mit dieser württembergischen Secte ist die ältere, eleg-ische, weiter verbreitete Partei der Jrvingianer, die ebenfalls, wie die Aemter, so auch-die geistlichen Gaben, insbesondere die Wundergabe der apostolischen Urkirche, wiedererstellen will und sie zu besitzen behauptet. Der bedeutendste Vertreter des Jrvingis-us in Deutschland, Heinrich Thiersch, hat eine treffliche Schriftüber christlichesamilienleben" (Franks, bei Heyder und Zimmer, 3. Ausl. 1857) erscheinen lassen,en welcher ein Haupttheil die Erziehung betrifft; aber ein Zusammenhang dessen,-st er hierüber sagt, mit den Absonderlichkeiten der Secte ist wenig warznnehmen.lstersch hat sicherlich Recht, wenn er die Eltern darob tadelt, daß sie so oft die reli-w>e Bildung der Kinder nicht für ihre L-ache achten, sondern der Kirche und derchule überlassen. Aber falsch ist die Schlußfolgerung und hierin verräth sich dochwas von sectirerischem Eigenwillen: daß eigentlich das Hans an die Stelle derchule treten müße. Hier wirkt doch sichtlich die Vorstellung ein, daß alles genauw dm Stand der Llpostelzeit, als der absolut normalen, zurückgeführt werden müße;d>estr Mangel an gerichtlichem Sinn ist ein Hauptmerkmal des Sectengeistes, dero» einem abstracten Ideal völlig occupirt, für das wirkliche Sein und Werden kein