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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Physik.

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( sckicdcnen Beispielen die Sache mit den Schülern besprochen worden; was in einemLesestück über die Verdunstung angegeben ist, soll in der Form ans die Verdampfungüberactraqen werden; das Ohr soll als der Palast eines Fürsten beschrieben werden;bas Barometer ist als ein offenes Gefängnis darzustellen, vor dessen Thürc einürenqer Kerkermeister steht, lieber diese bildlichen Darstellungen muß ich noch ein^ Wort reden. Abgesehen von dem Werth, den jede schriftliche Ausarbeitung hat, dienendiese dazu, den Stoff sehr behältlich zu machen. Wenn ich den Schülern das Ohrals den Palast eines Fürsten beschrieben habe, so kann ich nach Jahren wieder darnachsraaen und werde auch richtige Antworten erhalten. Der Palast hat seinen Vorhof,

^ in den ungehindert verschiedene Reisende eintreten können. Diese klopfen an der Thüre! eines Zimmers, in welchem 4 Diener sich aufhalten (Gehörknöchelein) und die An-

! kunft des Fremden dem im nächsten Zimmer sitzenden Adjutanten (Gehörnerv) mit-

i Geilen, der den Fürsten (Geist) sogleich davon in Kenntnis setzt. Es lassen sich

! natürlich an dieser einfachen Darstellung noch verschiedene Ausschmückungen anbringen.

- Das Gedicht von Castelli, „Die kleinen Fensterchen," ist eine ähnliche Behandlung derAugen in poetischer Form. — Für Seminaristen und für Lehrer ist es bei ihremPrivatstudium von Werth, mit der Feder in der Hand an das Lehrbuch der Physik zugehen, das sie in Händen haben. Das Lesen allein führt nicht zum Ziele, es sind

' schriftliche Verarbeitungen des Stoffs nothwendig. Diese Verarbeitungen können sein:! Auszüge aus den gelesenen Abschnitten, oder, was den Vorzug vor den Auszügen hat,Umarbeitung der einzelnen Capitel. Diese Umarbeitung erfordert zwar mehr Mühe,i lohnt aber sehr. So kann z. B. die Lehre vom Schall nach folgenden Gesichtspnncten

! ^ aus dem Lehrbuch dargestellt werden: 1) Aufzählung aller Erscheinungen auf Piesem

! Gebiet, welche auf das Gehör einwirken (Torr, Knall, Echo u. s. w.); 2) Zusarnmen-

! ^ stellung sämmtlicher Werkzeuge, welche dem Schall dienen (rein der Physik dienend,

^ wie das Monochord, dann die Musikinstrumente, die der Fortpflanzung dienenden Werk-zeuge, das Ohr); 3) Uebersichtliche Ordnung der verschiedener! Gesetze mit kurzer In-haltsangabe; 4) Zahlen und Zahlenverhältnisse; 5) Personen, die sich auf diesemGebiet auszeichneten.

Was endlich die Hülfsmittel betrifft, welche die Schüler selbst in Händen haben,! so gilt für die Volksschule, für die Mittelschule, für die Bürgerschule, für die höhereMädchenschule das Lesebuch. Besondere Leitfäden taugen für das Alter vom 10—14.Jahre nicht, die Schüler sind in sprachlicher Bildung auch noch nicht so weit gefördert,daß sie ein besonderes realistisches Buch mit Nutzen gebrauchen könnten. Wir haben! ^ es nicht nur in Württemberg so, sondern auch in andern Staaten wird es vielfach soj ' gehalten; auch das preußische Regulativ stellt sich auf diesen Standpunct. Wenn inan

> je Leitfäden oder Lehrbücher gebrauchen will, so Paßt dies für diejenigen Schulen, in

, ^ welchen die Schüler auch nach dem 14. Jahre noch einige Jahre den Unterricht ge-nießen. In manchen Schulen, namentlich Mittelschulen, Bürgerschulen, werden inkurzen Dictatcn die wichtigsten Puncte aus der Physikstunde gegeben, damit die Schüler^ mit dem Stoff besser bekannt werden, sich im Rcchtschreiben üben und im Stande

sind, sich ein richtiges Bild von den Schlagwörtern der einzelnen Abschnitte der Physik! zu machen. Die Leitfäden und Lehrbücher, welche Präparandcn und Seminaristen in

; ^ Händen haben, dürfen nicht zu umfangreich und auch nicht zu hoch gehalten sein,l Sehen wir aus die Zeit, welche für die Physik in den verschiedenen Untcrrichts-! ansialten ausgesetzt ist, so finden wir im allgemeinen, daß die drei andern Realfächer,

! Geschichte, Geographie und Naturgeschichte den Vorzug haben. So sind in Württem-

- berg bei der einclassigen Volksschule in den 4 letzten Schuljahren die Realien so ver-

^ theilt, daß für das 4. und 6. Schuljahr Geographie und Naturlehre bestimmt ist und

zwar je ^ Jahre Geographie und '/-> Jahr Naturlehre; dem 5. und 7. Schuljahr-Pud Geschichte und Naturgeschichte zugewiesen. Die Zahl der Stunden beträgt wöchent-lich gewöhnlich 4, nemlich 2 mit unmittelbarem Unterricht und 2 zum Niederschrcibendes realistischen Stoffs als Selbstbeschästigung unter Aufsicht des Lehrers. Nehmenwir für das Vierteljahr 11 Unterrichtswochen, so ergeben sich im ganzen in 2 JahrenGr die Physik etwa 44 Stunden für den unmittelbaren Unterricht und ebensoviel zuüus- oder Nachschreibübungen. In den Volksschulen derjenigen Staaten, in welchen