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2 (1879) Lob - Zuneigung
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selbst bei Lehrern die Erfahrung, daß sie ein physikalisches Experiment verstehen, dHsie gewiße Gesetze wissen und auch rasch angeben können; fragt man aber nach ^Anwendung dieser Gesetze in der Natur, will man ähnliche Beispiele aus dem Leb«,wissen und verlangt inan die Erklärung derselben, dann stocken sic. Mit welcher Ferii,-keit werden die Hebelgesetze angegeben und mit welcher Zähigkeit und Schwier«die dazu gehörigen Beispiele aus dem Leben! ^

Endlich soll beim Unterricht in der Naturlchre, wie wir schon oben gesehen Halm !das Innere des Schülers erfaßt werden. Der Lehrer soll, wo es möglich ui,^passend ist, Hinweisen auf die Großartigkeit der Statur, ihre Gesetzmäßigkeit uch!Schönheit, um den Schönheitssinn und das religiöse Gefühl anzuregen und zu beleben :um das Auge des Schülers nicht bloß für die Natur zu öffnen, sondern seinen Wauch cmporzuheben zu dem, der der Urheber, Erhalter und Lenker der Welt und derin derselben herrschenden Naturgesetze ist.

Was die Lehrform betrifft, so paßt der reine Vortrag nicht. Der Vortraq iilja überhaupt in der Volksschule nur höchst selten anzuwenden; bei der Physik darsain keiner Unterrichtsanstalt Vorkommen, weil man es dabei mit Experimenten, Ver-gleichungen, Folgerungen zu thun hat. Ebensowenig paßt die rein katechetische Äst-form. Die physikalischen Vorgänge sind zwar zum Theil dem Gesichtskreis des Kinde«entnommen, allein man hat es dabei mit geheimen Kräften und Vorgängen zu ihm,von welchen das Kind noch nichts oder wenig weiß und über welche cs beim Abfragenauch keine Rechenschaft geben kann. Die Natur ist dem Kinde noch ein fremdes Bastin dem zu lesen es erst durch den Unterricht befähigt werden soll. Die passendstLehrform ist die entwickelnde. Der Lehrer macht seine Schüler auf den physikalisst«Vorgang aufmerksam, er kann dabei Fragen stellen, er leitet an, scharf zu beobachten,er läßt das Kind über Angeschautes Rechenschaft geben, er läßt bekannte ähnlicke Er-scheinungen aufzählen, er kann es durch Folgerungen sogar so weit bringen, daß k»Gesetz vom Kinde selbst gefunden wird.

Den Unterrichtsstoff muß der Lehrer klar vor sich haben und frei behandeln kön».In diesem Sinne ist das Gebot zu verstehen, das z. B. die preußische Schiil-gcsetzgebung enthält: „Das Hauptgewicht des Unterrichts in der Physik fällt auf st»freien Vortrag des Lehrers." Infolge des Experimentirens und Vorzeigens ist daLehrer genöthigt, vom Buche oder Manuscript ganz abznsehen. Er muß nicht bloßwissen, was er vornehmen will, er muß den Gcdankengang kennen, der ihn bei daEntwicklung leitet. Nur wenn er einer genauen Disposition folgt, bringt er Gleich- -artiges zusammen und vermeidet unnöthige Wiederholungen. Ist es ihm möglich, i» -einer Unterrichtsstunde ein abgerundetes Ganzes zu geben, so ist es um so besser. Es iist dies dadurch erleichtert, daß die Hauptabschnitte in kleinere Bruchstücke zerfall««,die in der Volksschule nicht den Zusammenhang haben dürfen und können, wie er i«einer höheren Schule, wie er im Seminar verlangt wird.

Zur Befestigung des Unterrichtsstoffs dienen zunächst die Repetitionen, möge» .dieselben regelmäßig oder gelegentlich oder nach gewissen Perioden vorgenommcn werk«. ^Sehr vortheilhaft ist es, den Stoff bei der Repetition in einem andern Gang dmstzunehmen als bei der ersten Behandlung desselben. Bei der Physik Ist dies leistmöglich.

Ein weiteres Mittel sind schriftliche Ausarbeitungen. Diese Uebung ist in dirVolksschule und zwar in der einclassigen nothwendig und geboten, weil neben d«iStunden unmittelbaren Unterrichts noch weitere vorgesehen sind, welche zur llebniizin den Realien dienen und als Selbstbeschäftigungsstunden verzeichnet sind. Wen«-auch in den andern Schulen und Unterrichtsanstalten diese Uebungsstundeu als seistauf dem Lectionsplan nicht Vorkommen, so ist es doch auch in diesen gut, schriftlistAusarbeitungen über den realistischen Unterrichtsstoff, also auch über den aus krPhysik machen zu lassen. Sie können der eigentlichen Aufsatzübung dienen oder mk»derselben noch getrieben werden. Die Themen müßcn so gewählt werden, daß duAusarbeitungen keine reine Wiederholung des Unterrichtsstoffs aus der Physikstundesind, sondern Vergleichungen, Zusammenfassungen, Umbildungen u. s. w. enthalte«,z. B. Vergleichung des Thermometers mit dem Barometer; des Saughebers mit dmStechhebcr; die Wirkungen des Windes in kurzen Sätzen, nachdem vorher in «ei-