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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Pädagog!! des Alten Testaments.

das wir wohl eine prophetische Pädagogik in uueo nennen dürfen: „Siehe ichdie Kinder, welche der Herr mir gegeben hat, sind zu Zeichen undz^Vorbildern in Israel von dem Herrn der Heerschaaren, der auf dem Bergewohnt." War der theokratisch-pädagogischen Aufgabe früher das Ziel gesteckt, HW.als Ganzes zu einem Volk zu erziehen, an welchem der göttliche Erwählungsrath z« IErfüllung kommen könne, so handelt es sich jetzt nur noch darum, inmitten^!dundesbrüchigen Volkes, dessen Masse die Erwählungsgnade verscherzt hat, einen R»(Jes. 6, 13.) zu retten, der die Kontinuität zwischen der trostlosen Gegenwart mdem hinter dem Dunkel der Gerichte aufleuchtenden Heil vermitteln soll. Und wAoas Ende der Wege Gottes nicht bloß Israels Verherrlichung ist, sondern das HAder Welt, zu dessen Herbeiführung Israels Erlösung den Weg bahnt: so gewinnt«Lichte der Prophetie die pädagogische Aufgabe, während sie einerseits ihre Gwi«^enger zieht, andrerseits eine universale Richtung, freilich nicht die eines abstractiiu'Idie Nationalität verleugnenden Kosmopolitismus, sondern eine solche, die gerade iik .der treusten Pflege der nationalen heiligen Güter dem Interesse aller Nationen dirst^Nur in Israel ist es somit (v. Zezschwitz 290 ff.) inmitten des Völkerpartwk *larismus der alten Welt zu einer relativen organischen Verbindung der drei Haust'factoren der Erziehung gekommen, „individuelle Erziehung, im Schoß der Famili,geborgen, und doch von Gesetz und Hoffnung der Nation getragen, gerichtet aber i»!ein Zukunftsziel, an dem die Volkshoffnung mit dem Heil der Menschheit zusamni»trifft."

Von der Endzeit erwartet die Prophetie auch die Ueberwindung des Gegensatzes,den die Pädagogie des Gesetzes in seiner ganzen Schwere zum Bewußtsein gebrach;aber nicht zu überwinden vermocht hat, des Gegensatzes zwischen dem heiligen GMwillen und der sündhaften Natur des Menschen. Einen neuen Bund wirdmit dem Volke schließen, in welchem die Unfreiheit des Standes unter dem taufgehoben wird, weil durch den göttlichen Geist, der in der versöhnten Gemeickwaltet, in allen ihren Gliedern das Gesetz verinnerlicht, und lebendige Gotteserkeimt«und Heiligung des Herzens und Lebens gewirkt wird (Jer. 31, 33 f. Ezech. 38, Sö.Von der Theodidaskalie der messianischen Gemeinde soll auch das jugendliche Wnicht ausgeschlossen sein. „Sie sollen nicht ferner lehren einer seinen Nächsten mder Mann seinen Bruder, sprechend: erkennet den Herrn; denn sie alle werden m:erkennen vom Kleinsten unter ihnen bis zum Größten" Jer. 31, 34. Vgl.Jo.Z,(Jes. 54,13. Joh. 6,45. Hiemit ist zwar die Vermittlung der Gottescrkenntnis durch menstUchen Unterricht nicht aufgehoben (vgl. 2 Cor. 3, 3.). Aber nicht durch die AuctoritätstLehrers soll sich die göttliche Wahrheit als solche beglaubigen; sondern schon der Zaza:wird eine Leitung durch den göttlichen Geist zugesagt, vermöge welcher das göttli^Wort durch die von ihm im Herzen gewirkte Hcilserfahrung sich legitimirt. So westdie gesetzliche Pädagogie des A. T. hinüber auf die neutestamentliche evangelische, stnicht bloß fordert und einen von der Erfüllung der Forderung abhängigen BundeSseziin Aussicht stellt, sondern von einer bereits geschenkten Heilsgnade ausgeht.

Die Wirksamkeit des Prophetenthums während des Exils zu erörtern, ließt <halb unserer Aufgabe. Auch die erste Periode der nachcxilischen Zeit und die Wnksarilstder Propheten Haggai und Sacharja in derselben haben wir hier nicht zu schildmWir wenden uns sogleich zu Esra, der als Restaurator des mosaischen Gesetzes»Begründer des Sopherismus der Stifter des eigentlichen Judenthums geworden KSein und Nehemias Verdienst ist es, durch die Energie und Konsequenz, womit«die Wiederherstellung der thcokratischen Ordnungen durchsetzten, den israelitischen Mverband gerettet zu haben, dem die Bewahrung der „Aussprüche Gottes" (Röm.3,2.anvertraut blieb, und in dessen Schoß ein Geschlecht Gottesfürchtiger (Mal. 3,1ksich fortpflanzte, welche die Erinnerung an die göttlichen Verheißungen und das bwußtsein von Israels Heilsberuf während der offenbarungslosen Zeit lebendig erhielteHier haben wir aber nur das jetzt erstehende Schriftgelehrtenthum zu ken-sichtigen, das an die Stelle der mit Maleachi verstummenden Prophetie tratstatt Träger eines immer neu aus dem Geiste geborenen Gotteswortes zu sein, stjgeschriebenen Offenbarungsurkunden seinen Fleiß zuwandte. Das Ur- und Bou;der Schriftgelehrten ist eben Esra (vgl. Esr. 7, 6. 10.).