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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Pädagogik des Alten Testaments.

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Die Sage stellt ihm für seine organisatorische Thätigkeit ein Collegium vonsSchriftgclehrten unter dem Namen der großen Synagoge an die Seite. DerHistorische Kern dieser Sage ist wahrscheinlich darauf zu reducircn, daß in ihr sich dieErinnerung an die Lmccession und das Zusammenwirken der Schriftgelehrten von derHeit Esras bis auf Simon den Gerechten (um 300 v. Chr.) fixirt hat. — DieWildling der Schriftgelehrten wurde mehr und nrehr eine schulmäßige. Ihrem InhalteHach war die Schriftauslegung nicht bloß eine praktisch-erbauliche, sondern — und esHalt dies für ihre wichtigste Aufgabe — als auctoritative Deutung und Vervollständi-gung des Gesetzes eine mehr oder weniger gelehrt-theologische und juristische. Fürsichere Ueberlieferung des auf diesem Wege Gefundenen und Festgestellten mußte, dadie Satzungen der Sopherim der alteren Zeit nicht schriftlich abgefaßt wurden, durcheine geordnete Successton gesorgt werden, die natürlich nur durch Gewinnung vonSchülern zu erzielen war. Doch ist uns von eigentlichen Unterrichtsanstalten, wie sie»on den Schriftgelchrten der späteren Zeit beim Tempel und in den Synagogen ge-halten wurden, aus dem ersten sopherischen Zeitalter nichts berichtet. Vielmehr lassen'Aussprüche, wie Sir. 6, 35 ff., das Schülerverhältnis noch als ein ganz freies erscheinen.Tie Unterrichtsmethode war wahrscheinlich gewöhnlich nicht akroamatisch, sondernßrotematisch (und zwar fragten auch die Schüler, vgl. Luc. 2, 46.) und disputatorisch.:Die Sprüche, in denen die Lehrer ihre Grundsätze aussprachen, die Bestimmungen,Hurch welche sie das Gesetz erläuterten und vervollständigten, wurden kurz und bündig'scrmulirt. Für die gedächtnismäßige Fortpflanzung derselben wurde eine solche Genauig-keit gefordert, daß jeder Schüler verpflichtet war, sich genau an den aus dem Munddes Lehrers vernommenen Ausdruck zu halten und zugleich den Namen des Lehrers zuÜberliefern. — Für die Schulbildung des Volkes scheint auch in der älteren sophe-rischen Zeit so wenig als in der vorexilischen gesorgt worden zu sein. Eine die Kinderzum Schulbesuch verpflichtende Anordnung soll erst von dem berühmten PharisäerSimon ben Schetach, der um 80 v. Chr. wirkte, ausgegangen sein.

Dadurch, daß der Ausbildung des Schriftgelehrtenthums keine entsprechende Pflegedes Volksunterrichts zur Seite gieng, erklärt sich um so leichter, daß allmählich einIGegensatz von Schulbildung und Jdiotenthum sich entwickelte, welcher der vorexilischenZeit ferne lag. Die aristokratische Selbsterhebung des Schriftgelehrtenthums tritt uns«erst entgegen in der Schilderung, welche der Siracide (38, 25. — 39, 15.) vonsein Berufe eines Schriftgelehrten giebt. Hier zeigt sich allerdings noch nicht die'tchmüthige Verachtung gegen das gemeine Volk, wie sie die späteren SchriftgelehrtenHeu (vgl. Joh. 7, 49.). Doch ist von da kein sehr weiter Weg mehr zu derätcmi hierarchisch-exclusiven Stellung des Rabbinismus. Uebrigens ist bekannt, daßsmuiigeachtet nach späterer Ordnung von einem Schriftgelehrten gefordert wurde, daßer auch ein Gewerbe zu betreiben verstehe.

Durch die Erwähnung des Sirachbuches sind wir bereits auf die nachexilischeNPruchweisheit geführt. Zu dieser gehören noch innerhalb des hebräischen Kanonsder Prediger und einige didaktische Psalmen, unter denen hier das SpruchalphabetPs. IIS zu berücksichtigen ist. Der Prediger will nicht der Unterweisung der JugendWae», wie die salomonische Spruchsammlung; doch wendet er sich am Schlüsse (vonU, 8. an) auch an den Jüngling mit der Ermahnung, die Freude der Jugend zuWichen im Andenken an den Schöpfer. Aber, fügt er bei, „wisse, daß über allesE Gott dich ins Gericht führen wird." Er scheint mit diesen Worten ahnend auf. e»i jenseitiges Gericht zu deuten (vgl. 12, 14.); aber freilich, den irdischen Lebensweg>>> das Licht der ewigen Bestimmung des Menschen zu stellen und so seiner Ermahnung"(positiven Abschluß zu geben, das ist ihm und überhaupt der Weisheit des A. T.-,/?bftiehen. — Der 119. Psalm ist eine zur Unterstützung des GedächtnissesM^Asch geordnete Sammlung von Sprüchen, deren Inhalt der Preis des gött-Mc» Wortes als des alleinigen Führers zu Glück und Frieden, die Ermahnung zurMwe gegen dasselbe, die Bitte zu Gott um Erleuchtung zur Erlangung des Ver-zinstes seiner Gebote und um Kraft zur Erfüllung derselben und verwandtes bildet.Oax diese Spruchsammlung geradezu für den Zweck der Unterweisung der JugendWmmengestellt worden sei, ist nach dem Inhalt mancher Sprüche nicht wahrschein--> aber berücksichtigt ist in ihr das jugendliche Alter allerdings auch, vgl. V. 9. 99 f.

jPid-g. Handbuch. II. 15