Pädagogik des Alte» Testaments.
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stimmt es sich (D. 4) ausdrücklich auch für die Jugend, um ihr „Erkenntnis und^Überlegung" beizubringen. Den letzteren Zweck verfolgen besonders die längeren Lehr-reden im ersten Theil des Buchs 1, 7. — C. 9. Sogleich die Ermahnung 1, 8. setztrinen jugendlichen Weisheitsschüler voraus. Die daran 1, 10 ff. sich knüpfende Er-'.tmhnungsrede richtet sich an den Jüngling, der am Scheidewege steht und zu wählenHut zwischen dem Wege der Sünde und dem Weg der Weisheit. Am eindringlichstensmd in diesen Reden die Warnungen vor Verführung zur Unzucht. Der Weisheits-Äehrer spricht als Vater zu den Söhuen, eine in den Prophetenschulen wiederkehrendeBezeichnung, welche das Pietätsverhältnis zwischen Lehrern und Schülern dem elter-lichen coordinirt. Nun folgt 10, 1.—22, 16. die Sammlung von 375 Sprüchen, zuler die vorangestellten Reben die Einleitung bilden. Der pädagogische Zweck läßt sichin diesem Spruchbuch und dem ersten der Anhänge dazu 22, 17—24, 22., der wiederburch ein längeres Ermahnungswort eingeleitet wird, leicht erkennen. Eine ziemlichelnzrhl von Sprüchen bezieht sich auf das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern;.Mch werden alle möglichen Lagen und Fälle des bürgerlichen und häuslichen Lebensbeleuchtet und normirt. Mit 24, 22. scheint das Buch für die Jugend seinen Abschluß'zu haben.
Der hebräische Ausdruck für Lehrspruch Llusollul bedeutet eigentlich Vergleichung.'Daß dies Wort Bezeichnung des Lehrspruchs überhaupt geworden ist, hat darin seinen'"'rund, daß jede Weisheitslehre, wie sie auf dem Wege der Vergleichung von Erfah-ungen und Erscheinungen gewonnen wird, so wiederum als ein Typus hingestelltwird, an den die einzelnen Fälle des Lebens gehalten, an dem sie gemessen und beur-teilt werden sollen. Dieses Wesen des Llasoiurl tritt aber auch in seiner Form her-vor, namentlich der zweigliedrigen Grundform, wo immer der Gedanke des einenGliedes in dem andern durch eine Vergleichung veranschaulicht wird, oder zu größererVerdeutlichung vervollständigt oder doch nach einer andern Seite gewendet wiederkehrt,der durch Anknüpfung eines verwandten Gedankens oder auch durch Hervorhebungdes Gegensatzes Licht empfängt. Durch solche Verknüpfung eines Gegenstandes miteinem Bilde, eines Unbekannten mit einem Geläufigeren, eines Besondern mit demlllgemeinen oder auch mit einem anderen Besondern, damit die Gemeingültigkeit deregel zum Bewußtsein gebracht werde, — wird Urtheil und Witz geweckt und derensch gewöhnt, Thun und Ergehen immer in einem vernünftigen Zusammenhanguszufassen?) Der Lluseli-rl fordert bündige präcise Fassung, vermöge welcher er ge-ignet ist, sich leicht und tief einzuprägen und dauernd zu haften Pred. 12, 11. Dieuweilen vorkommende Anwendung gewißer Zahlen (3. 4. 7. u. s. w.), sowie dielphabetische Anordnung in Spr. 31, 10—31. und in einigen Psalmen didaktischen.Charakters (vergl. Ps. 37) dient ebenfalls dem Lehrzwecke, theils in rhetorischer, theilsn muemonischer Rücksicht.
Aus dem Lehrschatze der Spruchweisheit ist nun dasjenige auszuheben, was un-mittelbare Beziehung zur Pädagogik hat. — In dem, was über das Familienlebenesagt wird, finden wir die durch das Gesetz begründeten Anschauungen weiter aus-esührt. Das Familienglück ist das höchste unter den Gütern, in denen die Gottes-urcht ihren Lohn findet. Das eheliche Verhältnis wird mit einem sittlichen ErnsteMfgefaßt, der der Weisheit anderer alten Völker fremd geblieben ist. Die Ehe wirdSpr. 2, 17. als ein Bund Gottes bezeichnet, d. h. als ein vor Gott und untereiner Vermittlung geschlossener Bund. Vgl. weiter 19, 14. 18, 22. 12, 4. 31, 10.
eine Sünde wird in den Sprüchen strenger beurtheilt, als die Verletzung der ehe-sten Treue; s. 2, 12 ff. C. 5. 6, 23 ff. C. 7. Dem entspricht die Würdigung des
indersegens. Nachkommenschaft ist wohl die Ehre eines Hauses (17, 6.), aber nur
— dieser Satz wird häufig ausgesprochen — wenn die Kinder weise werden und inden Wegen der Gottesfurcht wandeln: 10, 1. 17, 21. 23, 24. 27, 11. Vergl. ferner
. .) 2. v.Ferlach bemerkt in seinem Bibelwerkei „In den Schulen von Schottland werdenletzt die Sprüche Salomos in großer Zahl auswendig gelernt, und geistreiche Beobachter»en darin besonders eine Quelle des reichen, schlagenden und zugleich geheiligten Mutterwitzes-Mden, welcher diesem Volke in hohem Grade eigen ist."