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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Pädagogik.

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Im besondern hat sich nun dieses untrennbare Doppelverhältnis des Erziehersrum Zögling in einer Reihe von Functionen zu bethätigen, und es sind dieses theilsß solche, in welchen der Thätigkeit des Erziehers zunächst noch keine Thätigkeit des Zög-Wugs entspricht, theils solche, in welchen das Verhältnis sofort als ein gegenseitiges^'erscheint.

i a. Zu den einseitig persönlichen Functionen des Erziehers rechnen wir

; «. denjenigen Act der Seele, vorzüglich des Herzens, womit der Erzieher den

Zögling innerlich aufnimmt in reiner activer Liebe, im Glauben, in treu nach-kildender Erkenntnis, in zweckmäßig vorbildender Weisheit, gleichsam eine geistigeAdoption, das Gelübde der pädagogischen Treue um des Kindes und um Gottes^ Nullen. Es versteht sich, daß dieser Act permanent geworden sein muß. Er vereinigtUntrennbar das Sittliche mit dem Religiösen und führt unmittelbar auch zum Betensür das Kind. An ihn schließt sich

, fl was wir Sorge nennen wollen. Sie ist das ernste von Liebe und Weis-Mt geleitete Streben, des Zöglings gesammte äußere Lage zu Gunsten des Erziehungs-^ Zweckes zu beherrschen in Herbeiführung fördernder und Beseitigung nachtheiliger Mo-mente; eine Herrschaft, die freilich niemals vollkommen sein kann.

b. Mit den folgenden Puncten geht das Erziehungsverhältnis zur Gegen-seitigkeit über:

^ «. die Auctorität mit dem Gehorsam auf Seiten des Zöglings. Die

Auctorität hat zwei Seiten, eine reale und eine ideale, welche jederzeit ZusammenwirkenpHen, jedoch so, daß bald die eine bald die andre in den Vordergrund treten kann.Die reale liegt in der persönlichen Energie und Zuversicht, in der formellen VollendungDes ebenso besonnenen wie entschlossenen Willens. Wie groß der Einfluß eines formellvollendeten Charakters ist auch zum Bösen und Verkehrten da, wo er nicht reinAst, wird durch die Erfahrung hinlänglich bestätigt, während der reinste Charakter,solange er in seinem Auftreten bedenklich und unsicher ist, des vollen Einflusses ent-behrt. Dennoch ist die ideale Seite der Auctorität von nicht minderer Wichtigkeit,icht allein für die Erreichung des richtigen Zweckes, sondern auch für den Einflußlbst. Der sich entwickelnde Zögling fühlt allmählich den Mangel des Sittlichen undatt des Respects bleibt dann etwa nur die egoistische Furcht. Furcht ist allerdingsine wesentliche Begleiterin der Auctorität, aber nicht die egoistische, sondern die ethische,arum darf kein Verfahren, kein Mittel zur Geltendmachung der Auctorität ange-endet werden, das nicht sittlich ist und sittlich wirkt.

fl Als den zweiten Grundzug in dem gegenseitigen Erziehungsverhältnis nennenir die Freundlichkeit des Umgangs. Wir bezeichnen mit diesem Namen densieht der Liebe, insofern derselbe nicht bloß die Quelle des gesammten Verfahrens ist,sondern auch in seinen Aeußerungen dem Zögling unmittelbar fühlbar wird und Zu-trauen sowohl wie Zuneigung begründet. Indem xr das Zöglingsleben durch Freude,ohlgefallen und eine Art von Gegenliebe verschönert (wiewohl diese letztere nie deranzen Tiefe der erzieherischen Liebe entsprechen kann, und es verfehlt sein würde, inhr den eigentlichen Halt des Verhältnisses auf Seite des Zöglings zu suchen), solebt er dem Einflüsse eine gewiße Stetigkeit und Sicherheit und dazu die GewährMl tiefergehenden persönlichen Einwirkung, wie beides von der bloßen Auctoritätlcht zu erwarten ist. Insbesondere wird durch diese Freundlichkeit des Umgangs derachsolgende Punct unterstützt.

7. Dies ist das wirkungsvolle Band der Vorbildlichkeit und Nachfolge,ü ^^ndpunct des Erziehers ist hier ähnlich dem, welchen er in der Auctorität"ch ihrer idealen Seite einnimmt; aber die Wirkung ist hier nicht der Gehorsam,iErn die ungesorderte Nachfolge, wie dieselbe theils unbewußt in den Gefühlen,Hells in bewußtem Streben als Nachahmung sich geltend macht. Die ForderungAnten Vorbildes ist selbstverständlich: die Verehrung, welche der Zöglingem Meister widmet, ist schon wichtig als eine Bedingung der Auctorität; hier aberMht alles auf ihr.

. Vorzugsweise auf den Kreis der Vorstellungen und Gedanken bezieht sich das-Mge gesellige Band, welches durch Mittheilsamkeit und williges Gehör be-endet wird und vorzüglich durch die Vermittlung des Wortes Erzieher und ZöglingPidag. Handbuch. II, 14