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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Pädagogik.

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wirkliche, an persönliche Bedingungen geknüpft, die hauptsächlich auf Seiten des Erwachsencn liegen; seine natürlich-ethische Grundlage aber hat cs in dem Gegensätzekr Lebensaller und darin, daß im Einzelnen auch die Idee des Ganzen und Allge-meinen bewußt oder unbewußt lebt und wirkt.

Tie andern Unterschiede, welche hier zu erörtern sind, liegen als Grundlagepädagogischer Wirksamkeit allein im Zögling. Wir nennen zuerst das Talent, diebesondere Anlage für einen cngern Kreis des Wissens und Könnciis, den wichtigstenFactor für den künftigen Beruf. Hier ist neben der objcctiven L-eite, der leichtenErwerbung einer Erkenntnis oder eines Thuns, auch die snbjectivc hcrvorzuheben, diein einer natürlichen Vorliebe für gewiße Thätigkeiten und einer festen Richtung desGeistes auf dieselben besteht, und ebenso leicht übersehen wie jene überschätzt wird.Wo beide Seiten früh hervortrctcn, da sind die größten Hoffnungen berechtigt. Dochsind die Talente wie die Bcrnfsarten auch darin verschieden, daß einige vorzugsweiseim Gemüthe und in einer praktisch-idealen Richtung des Strebens liegen, andre vor-zugsweise im Können und Wissen; zu diesen gehören die wissenschaftlichen und ar-tistischen, zu jenen die, welche mit der Einwirkung ans die menschliche Gesellschaft zuthun haben. Die Diagnose des Talents beruht auf der Beobachtung des Kindes inseinen Aenßcrungen und hauptsächlich in seinem Thun und Lassen, in seinen Be-strebungen und Leistungen, wobei die angcdeuteten Unterschiede zu beachten sind.lieber den Ursprung der Talente scheint Folgendes durch Erfahrung und Beobachtunggesichert zu sein. Wo das Talent schon in der Knabenzeit zugleich mit seiner sub-jektiven und objcctiven Seite oder auch nur in der letzterer entschieden auftritt, dateuf es als angeboren angesehen werden. Doch ist es nicht selten, daß spater, imJünglingsalter, wo das bewußte Jdeenlcben sich entwickelt, voir diesem aus neue Keime'dealer Thätigkeit und Kraft, die wir Talente nennen dürfen, sich Hervorthun; undwenn schon diese neuen Thätigkcitsrichtungen ihrem Ursprünge gemäß zunächst die snb-eetive Seite Herausstellen werden, so können sie doch mit Hülfe idealer Liebe undtreuen Fleißes auch die allgemeinen wcrkthätigcn Kräfte der objectivcn Seite, dieinnere Anschauungswelt der Phantasie und selbst die leibliche Disposition für sichgewinnen und nach sich bilden. Der innern Entschiedenheit und Kraft pflegt dieGunst der äußern Umstände cntgcgenzukommen, und die rechtzeitig dem keimendenalcnte dargebotene Nahrung und Anregung ist für die Entwicklung desselben vonsicht geringer Bedeutung. Den Ursprung eines Talents aber nur aus äußern Ein-flüssen abzüleitcn, dazu berechtigt uns weder die Jnduction der Erfahrung noch die"iatur des menschlichen Geistes.

Wie die Talente auf bestimmte Richtungen der Thätigkeit Hinweisen, so bestimmenic Temperamente die allgemeine subjective Form unserer Thatkraft; sie sind selbstie verschiedenen Hauptformen, in denen sie auftritt. Ihre Charakteristrung bleibt dem Art.emperamente Vorbehalten. Die Aufgabe der Erziehung in Bezug auf sie ist eine doppelte,einmal in der Behandlung des Zöglings die nöthige Rücksicht auf sein Temperament»nehmen, zweitens auf eine Beseitigung des Einseitigen und Fehlerhaften, das inckciii der Temperamente liegt, hinzuarbeiten. Im vollkommen realisirten Geiste deshristenthums sind jene Einseitigkeiten und Fehler mit Begründung einesidealenmiperaments" aufgehoben.

Einen schon mehr zusammengesetzten Gegensatz unter den Menschen bildet diecationalität. Auch diese hat die Erziehung zu berücksichtigen. Tie Nationalitätst doppelt, einmal die natürliche. Diese scheint im Temperament zu liegen, und hier>lt für die Erziehung, was schon beim Temperament gesagt worden. Die anderenie des Nationalitätsbegriffs ist die ethische; sie liegt in dem Bewußtsein der Ge-scmschaft in Schicksalen, Zwecken, Leistungen und Aufgaben. Dieses Bewußtsein istscht allein zu ehren, sondern auch zu fördern, aber es ist von Egoismus zu reinigenW durch das höhere Bewußtsein der Menschheit und ihrer gemeinsamen Aufgabe im"Urne des Christenthums zu mildern.

.Der am meisten tief- und weitgrcifcnde, eigentlich die ganze menschliche Natur""Wende Gegensatz ist der der beiden Geschlechter. Zwar stimmen sie überein"dem allgemeinen Vcrnunftcharakter, und es ist nothwendig, dieses zuerst hcrvorzuheben.-o giebt kein Gebiet der Wahrheit, mit welchem nicht auch das Weib in die Person-