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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Pädagogik.

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wtliiq daß der unbewußte und unwillkürliche Zug des Lebens in Gefühl und Neigung-,mt dem Glauben und Wollen rein übereinstimme. Auf die Schönheit vermag jedoch-die Erziehung nicht in der Art unmittelbar hinzuwirken, wie auf die andern Zielpuncte.ÄAx ist die reife Frucht der gcsammtcn Erziehung. Nur soweit die objective Seite' er Seele, Erkenntnis und äußere Thätigkeit sich erstreckt, läßt sich unmittelbar für die'chönheit etwas thun durch Anschauung und Verständnis schöner Werke, durch repro-uciive oder productive Hebung im schönen Thun und Wirken. Aber das innerste undverthvollste Gebiet der Schönheit, die der innern Persönlichkeit selbst wird dadurchnicht erreicht.

ä. Wir wenden uns zu den zeitlichen Verhältnissen des Menschen. Hier ist der''egriff der allgemeinen Anlage (in formeller Hinsicht) und derjenige der Ent-wicklung zu erörtern, dann das Gesetz der letztem aufzuzeigen, endlich der gegen-Lrtige Culturstandpunct der Menschheit, als Grundlage der ausführendenErziehung historisch zu bezeichnen. Ueber die beiden zuerst genannten Begriffe nurine Bemerkung. Wie die Anlage nicht identisch ist mit dem zeitlichrealen Anfängedes Lebens, sondern gedacht werden muß als die im höhern Sinne reale, d. i.chöpserische Idee des zeitlichen Wesens, die auch in allen weitern Stadien sich be-helligt, so ist auch Entwicklung nicht als ein Auseinandertreten eines gleichsam inmee schon in gewißer Vollständigkeit reell vorhandenen Lebens zu denken, sondern dasild, welches in dem Worte liegt, hat nur Gültigkeit in seiner Beziehung zu jenerdee, deren besondere Momente nach einander zwar in zeitstetigem Zusammenbange und ineinseitigem Bedingungsverhältnisse denn auch das Künftige bedingt vermöge derdee die Bestimmtheit des Früheren, aber ohne eigentliche Kausalität des Voran-ehcnden für das Nachfolgende in die Wirklichkeit treten. Daher ist Entwicklung kein»alytischer, sondern ein synthetischer Proceß. Bei dem Gesetz der Entwicklung, denAltersstufen, verweilen wir nicht, da unsre Auffassung schon durch den Stufeugangvon Anschauung, Begriff und Idee, sowie durch die Unterscheidung des freiheitslosend des freien Daseins angedeutet worden. Ueber den Culturgang der Mensch-cit jedoch und über sein gegenwärtiges Resultat erlauben wir uns einige Bemerkungen.

So viel ist wohl durch die Thatsachen der Geschichte außer Zweifel gesetzt, daßdie Culturepochen der Völker, auch die der Menschheit selbst, zuerst in der Menge dermzelnen im Stillen sich vorbereiten, dann, nach Erfüllung der Zeit, in der hervor-agcnden Begabung und Kraft Einzelner zu principiellem Bewußtsein und energischerethätigung gelangen, und von diesen Stiftern aus, nicht ohne Kampf gegen wider-'trebende Elemente, zum Lebensgeiste und zur Lebensform der Gesellschaft werden.Von der Gesellschaft aus durch die Familien wird aber der neue Lebensgeisk anthro-ologisch auch zum Eigenthum des Geschlechts und bestimmt nun nicht bloß durch dengesellschaftlichen Zug der Tradition und Nachfolge, sondern auch durch die angeborneAnlage einer entschiedenen Richtung und Befähigung den natürlichen Charakter desVolkes oder der Menschheit. Bis zum Christenthum war alle Stiftung dieser Artnur national. Zwar das Gefühl und die Ahnung des rein Menschlichen war längstwach geworden; aus der innern Erfahrung ethischer Vorstellungen und Antriebe hattesich selbst ein bewußter Begriff desselben hervorgebildet. Vor allen andern Völkernwarm das Griechenvolk und Israel, jedes in seiner Weise, Träger dieses Begriffes;^ eine dieser beiden Völker war vom Bewußtsein des Menschlichen zur Ahnungtes, das andere von der Erkenntnis Gottes zur Ahnung der Menschheit ge-führt worden. Doch hatte das Bewußtsein der Menschheit noch nicht zur Idee,noch nicht zum Ausgangspuucte und Gegenstände einer Stiftung werden können.Das Resultat der Entwicklung war ein tiefes Bedürfnis und eine weitverbreiteteEmpfänglichkeit; die Wirklichkeit aber der neuen Culturepoche bedurfte eines neuenStifters, wie die Geschichte keinen gleichen kennt. Christus erschien in der Kraftder durch Vereinigung mit Gott vollendeten menschlichen Natur. Nun erst konntedie Idee der Menschheit in ihrer reinen Wahrheit und vollen Berechtigung allgemeinerkannt und geglaubt werden; der Glaube an Christus war zugleich der Glaube andw Menschheit in ihrer vollen göttlichen Bestimmung und Fähigkeit. So entstanddie neue Gesellschaft, nicht als eine volksthümliche, sondern als die menschliche, welcheems war mit dem Reiche Gottes. Denn Gott herrschte jetzt nicht mehr wie

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