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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
Seite
204
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Sprache in Laut und Schrift, ein Ausdruck zunächst der Gedankenwelt und daduiLdann ein Mittel zum Ausdruck des gestimmten Geisteslebens. Ueber ihre Pädagog^Bedeutung bedarf cs hier keiner Worte.

c. Nun folgt die Ausstellung der höchsten Zielpuncte menschlicher BildwSittlichkeit ist das Ideal des persönlichen Verhältnisses des Menschen zu sich seüsstnämlich zu der Idee der Menschheit die jedoch nur als schöpferischer Gedanke «ZWrein ersaßt werden kann und zu deren Verwirklichung in der eignen PersöMh,und durch dieselbe; sie ist die praktisch-energische Einheit der selbstbewußten Perse»mit dieser Idee. Die Principienlehre hat hier das System der menschlichen Pflicht«:und Tugenden aus dem Princip geschöpft aufzuzeigen, ebenso die möglichen Untugend«und ihre Quellen nachzuweisen, ferner die Anknnpsungspuncte des Guten Inders,»entwickelnden Seele, nämlich das Gewissen als die Ahnung des absolut gültigen Assetzes und die Selbstachtung als die Ahnung des allein im Guten beruhenden eigemWerthes, zu erklären. Die Religion ist das Ideal des persönlichen Verhältnis«des Menschen zu Gott als der Urquelle aller Wahrheit und alles Lebens. Hier gftider Mensch sein endliches Selbst in freier Widmung durch Glauben und Liebe an d»unendliche Person hin, um von ihr sich selbst erfüllt mit reinster Wahrheitskraft iviüazu empfangen; so gewinnt er das klare Bewußtsein seiner Endlichkeit wie seiner iLviduellen Grenzen und die unbedingte Zufriedenheit mit ihnen, den aufrichtigen Anschlü:seines Wirkens an das göttliche, die Willigkeit von Gott sich leiten zu lassen, undunbedingte Vertrauen, daß sein Dasein und Werk in Gott gesichert ist. ZweiAoknüpsungspuncte hat die Religion in der sich entwickelnden Seele, einmal die alle,inwohnende Ahnung des unendlichen, unbedingten und vollkommenen Seins, welche chdie allgemeine im Menschen angelegte Offenbarung Gottes jeder besonder,: Offenbare»;zu gründe liegt; zweitens das dunkle Bewußtsein und Gefühl der eigenen Endlich!«und Bedingtheit, der eigenen Ungenügsamkeit zur Verwirklichung und Sicherung k>,menschlichen Idee. Dieses ursprüngliche Gefühl muß freilich, wenn es in der steig!»den Selbstkraft des Lebens durch Uebermuth getrübt ist, daun durch die Ersah«;der eigenen Schwäche ncübelebt werden, begründet dann aber in: Bunde mit jener UiKlarheit der Erkenntnis empcrsteigenden Ahnung, mit Hülfe historischer und Mschaftlicher Kräfte den reellen und ernsten Glauben an Gott und unser persönlich«Verhältnis zu ihm. Der dritte der allgemein menschlichen idealen Zielpunkte kErziehung ist die Schönheit. Wir denken aber, indem wir sie als Zielpuncthiistellen, nicht bloß an die Bildung des Geschmacks, des Urtheils über Schönheit, stdern ebensowohl, ja hauptsächlich an die Schönheit selbst als Eigenschaft des Menst«Natürlich nicht an körperliche Schönheit; diese kann, wenn schon die praktische Wgogik gewiße Beziehungen zu ihr hat, doch unmöglich als einer ihrer Zielpuncte gelte,,Auch zunächst nicht an die Schönheit in Bewegung und Haltung, an Grazie uiidA»stand; eine tiefere Bedeutung kann dieser nur dann zugesprochen werden, wem, sie«treuer und ungesuchter Ausdruck des inuern Lebens ist. Wir denken an die Schenk«der Seele, an das, was man, mit Hinweisung aus die eigcnthümliche Wirkung,"^Liebenswürdigkeit nennt. Ohne sie ist die menschliche Persönlichkeit nicht volle,,dUund ihr Mangel darf als ein sicheres Zeichen angesehen werden, daß auch Rcligimund Sittlichkeit nicht zu reiner Wahrheit und Kraft durchgebildct sind. Schönheit ii!die reine Harmonie des Mannigfaltigen unter sich und mit der Einheit, von >rest»es ohne Zwang beherrscht wird. Alle Gegensätze sind in den: Schönen nicht a«i»hoben, aber vollkommen versöhnt und einig. Es ist voller Activität, aber krampWAnstrengung und erfolgloser Kampf ist ihm fremd; cs ist bedeutend und gewichtig, «Udoch anspruchslos und leicht, als machte es sich von selbst, natürlich und doch bMWund frei, hingegeben und doch voll Selbständigkeit, heiter und doch nicht ohnelftiÄcs flößt uns Achtung ein und zieht uns doch vertraulich an sich. Welche Kraft k»-Idiese Vollendung des endlichen Seins Hervorbringen? Keine andere als die Kraft HLiebe. ^ Und wie das Schöne aus der Liebe hcrvorgeht, so erzeugt es auch wieder N»Ist also die innere Persönlichkeit wahrhaft schön, so leuchtet ein, daß sie auch litt»und religiös sein muß; denn die Liebe ist nicht ohne Wollen und Glauben, beide «Iin ihrer reinen Wahrheit und Kraft sind Sittlichkeit und Religion. Aber diese beidHso lauge sie nicht vollendet in der Liebe sind, wirken noch keine Schönheit. Ta;« st