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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Pädagogik,

und Maximen des Handelns, und in beiden giebt es cme Consequenz. So geht ins-besondere das Allgemeine an dem Willen, Charakter, Gesinnung, Grundsätze nicht ausden einzelnen Entschließungen, etwa auf dem Wege der Gewohnheit oder einer Anvon Gedächtnis hervor, sondern die Idee isi das Erste. Hrernnt streitet nicht, daßin vielen Fällen nicht diejenige Idee Motiv des Handelns ist, welche der Handlungnach ihrem höchsten Ideal zum Grunde liegen würde. So bringt die Idee der selb-ständigen Persönlichkeit mit ihrer Tendenz der Selbsterhaltung und der SelbstveM-kommnung eine Menge von Entschlüssen hervor, die freilich, in ihrem Ideal gedacht, !Consequenz einer höhern Idee sein müßten; nun aber, einmal zur That geworden,rufen sie doch auch unwillkürlich das Gefühl und die Ahnung ihres wesentlich«,Grundes wach und wirken veredelnd auf das Innere zurück. Eine andere sehr wich-tige mittelbare Quelle von Entschlüssen ist die Idee des gesellschaftlichen Verbandes,insbesondere die der Unterordnung des unvollkommenen und unreifen Lebens unter dasgereifte und verhältnismäßig vollkommene, worauf die Auctorität und der Gehorsamberuht. Wie nothwcndig es ist, den Willen als eine innere Activität zu fasse»,leuchtet vollends dadurch ein, daß er auch ohne eine wirkliche und eigne Handlungdes Subjects austreten kann. Die Gesinnung ist ein zwar thatbereitcr, aber bei Imangelnder Gelegenheit ruhender allgemeiner Wille. Aber selbst der bestimmte Wille >kann vollendet auftretcn ohne die entsprechende That da, wo er sich auf das Thun ^eines andern Subjects bezieht; denn die pädagogischen Begriffe des Gebotes und l

Verbotes, der Erlaubnis, des Lobes und Tadels sind nichts anderes, als >

ein bestimmtes Wollen, dessen Gegenstand eine fremde That ist. Wir haben in, sVorstehenden die Innerlichkeit und Idealität des Willens, seine wesentliche Einheit niii sder Glaubensseitc der Erkenntnis geflissentlich hervorgehoben. Wir sind jedoch nicht , >der Meinung, daß die Cultur des Willens allein von der Erkenntnis aus angegrifs«, s iwerden müße. Der rückwirkende Einfluß der guten That auf das Wollen und die s 'Gesinnung wurde schon angedeutet; aber ebenso stört auch das unrichtige Thun, int» ^cs durch äußern Erfolg täuscht und innerlich Gewohnheit bildet, die Klarheit und <Energie des höhern Gedankens. Und es kommt noch eins hinzu. Der Wille als '

eine Entscheidung im Innern kann sich in ganzer Entschiedenheit nicht vollziehen, chm ^ t

daß die reale Möglichkeit der geforderten Handlung erkannt worden ist. Hiezu isl s ^ein sicheres Bewußtsein der eignen werkthätigen Kraft erforderlich, welches in da sRegel nicht ohne die Selbsterfahrung des wirklichen Thuns gewonnen wird. Erst st -kann sich der Muth, die reale Seite des Wollens, vollenden. ^ ^

Ein dritter Anknnpfnngspunct für die Cultur des Willens liegt in der Gefühls-, ^feite der menschlichen Persönlichkeit. Mit Unrecht hat bisweilen der Freihcitsstolz diese sSeite gering achten wollen. Denn es ist alle Cultur nur auf dieser Grundlage des !dunkeln und unwillkürlichen inncrn Lebens möglich, das zunächst nur als unverstandm ^ ^Erfahrung, einerseits als Ahnung und Gefühl, andrerseits als Trieb und Begehrung s 'uns zum Bewußtsein kommt. Auch hier nämlich, wie in dem Leben der Freiheit, sfinden nur eine theorctisch-gemüthliche und eine praktische, Bewegung erzeugende Seit« !Ahnung, das Erzeugnis des unbewußten innern Gedankenlebens, leitet die eigentlicheErkenntnis ein; Gefühl, mit seinem unwillkürlichen Verwerfen und Annehmen, stammt ''von derselben inncrn Idealwelt, sofern sie durch ihre principielle Kraft SubjectivitA "erzeugt; cs ist dem Glauben ähnlich. Trieb und Begehrung endlich entsprechen dm .Willen und kommen ihm entgegen. s

Wie verhält sich nun zu diesem Gebiete psychologischer Betrachtung die Liebe, zvon der.wir fagten, daß in ihr die menschliche Persönlichkeit sich vollende? Sie scheint ^Gefühl und Neigung zu sein und sie hat auch alles von der Nnwillkürlichkeit dieser °dunklen Functionen. Aber Liebe ist weit mehr als Gefühl und Neigung; sie schließ ^ebenso wesentlich den Glauben ein und setzt die Klarheit der Erkenntnis voraus. ,Sie entspringt in dem Zusammenstimmen des Gefühls und der Begehrung mit dem ^Glauben und der Gesinnung, und diese beiden Grundseiten des menschlichen Weseus s-vollendcn sich erst in ihr; durch sie gewinnen Glaube und Gesinnung ihre rechte .Freudigkeit, Sicherheit, Herzlichkeit, Gefühl und Begchrrmg aber ihren vollkonnMmenschlichen und persönlichen Charakter. Die Liebe ist die höchste Gabe der schöpfe- 'rischen Wirksamkeit Gottes an uns, wobei die menschliche Erziehung nach göttlichem