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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Pädagogik.

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^der zugehörigen Begriffe, die jetzt freilich, psychologisch genommen, nicht mehr als bloßeMqriffe erscheinen. Anch die Anschannng beteiligt sich bei der Aneignung der Ideen.«Gebilde idealer Phantasie können durch wiederholte Anschannng auch den Besitz der^ee woraus sie entsprungen, in nns fester begründen. Von tieferer WirksamkeitLbcr'sind Anschauungen wirklichen Lebens, das der Idee entspricht. Wie der Begriffkm Lichte der Idee, von seinem hypothetischen Charakter befreit, zur Erkenntnis einesIbsolntcn Gesetzes wird, so bleibt anch die Anschauung, nachdem ihre Idee erkannt ist,Licht bloße Anschauung, sondern nimmt Theil nicht nur an der Klarheit des Begriffs,«eiidern auch an der unbedingten Geltung der Idee. So oft wir sie wiederholen,Erzeugt sich auch diese wieder in uns. Die Wichtigkeit dieses Verhältnisses für dieReligiöse und sittliche Bildung leuchtet ein. Fragen wir noch, wie zu dem GesagtenLer Begriff des Gedächtnisses und insbesondere dessen, was wir Auswendiglernen nennen,Mi verhalte. Gedächtnis scheint ursprünglich ganz im allgemeinen, ohne UnterschiedM Erkenntnisarten, den intellcctucllen Besitz zu bezeichnen. Allein der herrschendeMbrauch des Wortes hat sich ans die concrete Objectivität der Anschauungswelt be-Mränkt und es ist daher nicht zufällig, daß gerade Pestalozzi auch das GedächtnisMeder zu Ehren brachte. Wie in der Anschauung nur die Aufmerksamkeit ein Momentder Selbstthätigkeit ist, die Erfassung aber sich durch das Object selbst in rein recep-Mr Weise im Bewußtsein vollzieht, so denkt man auch bei der gedächtnismäßigenMprägung an keine andre Selbstthätigkeit als an die der wiederholten Aufmerksamkeit,weshalb es ebenso widersprechend wie unfruchtbar ist, Begriffe und Regeln mit demLieße» Gedächtnis fcsthalten zu wollen. Das Auswendiglernen ist eine ganz bestimmteWnwendung des Gedächtnisses; man prägt die Bezeichnung, insbesondre die sprachlicheMies Gedankenkreises ein und verknüpft ihn selbst dadurch auf vermittelte und äußer-Me Weise mit dem Bewußtsein. So kann man nicht nur Anschauungen, sondernlelbst mathematische Formeln, grammatische Regeln, ja Glaubenslehren gleichsam anW anheften, ohne andern Gewinn, als den einer angemerkten Aufgabe, und zu großemMachtheile der Bildung, wenn man die wirkliche Lösung und den innern Besitz derlErkenntnis damit zu haben wähnt.

I Der allgemeine psychologische Theil der Principienlehre hat zweitens vom Willen«u reden. Diese Function steht in naher Verwandtschaft mit dem Erkennen; sie knüpftM an die subjective Seite desselben, an den Glauben an, ja sie ist mit diesem inper Wurzel eins und dasselbe. Beide, der Glaube und der Wille sind Einheit desselbstbewußten Geistes mit der principiellen Kraft der Wahrheit, wodurch diese zuMuster persönlichen Kraft wird. Der Unterschied ist nur der, daß der Glaube im SeinMharrt, der Wille auf daS Werden geht, jener daher wesentlich gemüthlich ist, dieserlauf die werkthätigen Kräfte praktisch bewegend einwirkt. Freilich, wie der GlaubeM»it dem Gefühl, so steht auch der Wille mit dem Thätigkeitstriebe in Beziehung;«s muß daher zwischen dem Gefühl und dem Glauben, zwischen dem Triebe der That-»rajt und dem Willen eine Harmonie gestiftet werden, damit unser Inneres zu seinermellen Kraft, Wahrhaftigkeit und Freiheit erwachse und diese Harmonie erwirklichtMich in der Liebe, welche überhaupt unser Wesen erst vollendet. Aber weder dasiGesiihl als solches ist Glaube, noch der Trieb als solcher Wille. Beide, Glaube undMlle, haben ihr Reich in dem Lichte und in der Freiheit. Wenn wir von derKraft der Wahrheit im Wollen wie im Glauben sprachen, so versteht sich, daß wirWie möglichen Verirrungen damit nicht ausschließen. Jede besondere Idee wird falsch»>ud führt zur Verderbnis des Lebens, wenn sic isolirt austritt und ihr richtiges Ver-Wältnis in der gestimmten Wahrheit nicht sesthält; dennoch bleibt sie an sich wahr undImechtigt. So die Jchidee, der Anspruch endlicher Selbstständigkeit und Freiheit; einelErziehung, welche sie unbedingt verneinen wollte, statt durch den Glauben an die volleIMiche Wahrheit ihrer leeren Formalität den rechten Inhalt zu geben, würde denIverkehrtesten Weg gehen. Die wurzelhafte Einheit des Glaubens und WollensMHk sich auch in einem durchgehenden Parallelismus ihrer Bestimmungen. BeideIdetürfen in ihrer Genesis der Ueberlegnng, in welcher wir einerseits der Grundidee,laiidrerfeits des bestimmten Falles uns bewußt werden und beide mit einander ver-dann folgt, die Entscheidung zum Glauben und Wollen, der Beschluß undWer Entschluß. Beide erzeugen ferner allgemeine Sätze, Maximen der Beurtheilung

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