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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Oppositionsgeist.

Ordnung.

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Hingebung an die Sache das liegt, was den Oppositionsgeist am sichersten fern hält,so wird es wohl das entgegengesetzte Verhalten sein, was ihn erzeugt. SchlaffesMiethlingswesen oder herzloser Mechanismus auf Seiten der Erzieherrnsen die Opposition hervor. Im ersteren Falle wird der Oppositionsgeist meist offenui Tage treten; in letzterem Falle wühlt das Nebel unterirdisch sich seine Bahnen, undnamentlich dann liegt die Gefahr des Complottirens (vgl. d. Art.) nahe. BeideQuellen des Oppositionsgeistes entspringen aber wieder im großen Ganzen den all-gemeinen Verhältnissen des Schulwesens vcrschiedner Länder und Zeiten. So ist esin unserer Zeit der Schulräthe und Circularverfügungen, der vorgcschriebcnen Lehr-mittel, genehmigten Lehrpläne, höheren Orts festgesetzten Classcnziele, Reglements,Prüfungsordnungen, Jnspectioncn, Gutachten, Berichte u. s. w. namentlich der herzloseMechanismus, welcher an so vielen Anstalten trotz aller äußeren Regelung in derGHaltung" der Schüler einen schlimmen Oppositionsgeist erzeugt. Die bureaukratische^Ordnung bringt es leider mit sich, daß das Schicksal der Lehrer und die Gunst,welcher sich ganze Anstalten erfreuen, viel zu sehr von den ostensiblen Resultaten ab-häugt. Bringen doch ganze Provinzen dem leitenden Schulrath mehr Ehre ein, wennalle Anstalten nach dem Schnürchen geregelt sind und alles handwerksmäßig klipptund klappt, als wenn so viel Freiheit gelassen wird, daß der Stümper offen stümpern,und daneben der ernste, denkende Arbeiter in sicherer Ruhe ein Samenkorn für dasGedeihen kommender Generationen ausstreuen kann! Je mehr die französische Centrali-sationswuth in Deutschland cindringt, desto ausgebreitetcr und desto gefährlicher wirdauch der Oppositionsgeist werden, der selbst dann, wenn er geschickt und kräftig nieder-gehalten wird, immer noch den ganzen Segen der Erziehung in Fluch zu verwandelndroht. In Summa: Egoistische Disciplin, einerlei ob schlaff oder scharf, reizt denOppositionsgeist; unbefangene Hingebung an die Sache und Liebe zur Jugend lassenihn nicht aufkommen, einerlei ob im übrigen die Strenge oder die Milde vorwaltct.

Ordnung. Die äußere Ordnung in der Schule soll hier betrachtet werdenals der Inbegriff derjenigen Einrichtungen, durch welche die Aufgaben derErziehung und des Unterrichts innerhalb der Schulgemcinschaft verwirklicht und er-leichtert werden können. Sie umfaßt schon an sich nur gewiße Seiten ihrer Gesammt-ordnung und zwar diejenigen, in denen das innere organische Leben der Schule äußer-lich, d. h. sinnlich warnehmbar wird. Aber auch in dieser Allgemeinheit des Begriffshaben wir es hier nicht mit demselben zu thun; denn eine Außenseite hat eigentlichalles, was zum Leben der Schule gehört. Es giebt vielmehr einen seit langer Zeitbestehenden Sprachgebrauch, nach welchem gewiße, der Praxis des Schullebens an-gehörende, die Schuldisciplin und den Unterricht fördernde allgemeine Einrichtungenden Namen der Schulordnung führen, und diesem Sprachgebrauche folgen wirhier. Der eigentliche Ausgangspunct für solche Einrichtungen ist die Rücksichtauf die Menge, auf dre Gesammtheit der Schüler. Denn da die Schule wesent-lich Massenerziehung und Massenunterricht ist, so tritt zu alle dem, was die sittlichenZwecke und Mittel aller Zucht und was der Lehrplan und die correcte Lehrwcise inallem Unterrichte fordern, immer noch die Aufgabe hinzu, dies alles für die Gesammt-heit der Schüler in jedem Augenblicke fruchtbar und lebendig zu machen. Ueber dieBeziehung und Stellung dieser äußeren Einrichtungen und Ordnungen zu den Auf-gaben der Zucht und des Unterrichts fehlt es mannigfach an der rechten Klarheit.Ja vieles, was hiehcr gehört, wird ziemlich allgemein als bloßer Ausdruck der disci-Plmarischen Tüchtigkeit und des natürlichen Lehrgeschickcs angesehen und daher dem«hrer oder dem Dirigenten überlassen. Allein in dieser Ansicht verbirgt sich eineidealistische Geringachtung des Schullebcns. Die Schule muß dem Kinde von vornherein eine objective Lebcnsordnung entgcgcnbringen, in welche es sich einzuleben hat.Ohne gewiße feststehende Einrichtmiacn dieser Art könnte keine Schule bestehen undwenn dieselben auch nach Art und Wesen der Schulen mannigfache Veränderungen er-leiden, so giebt es doch manches der Art, was von allgemeinster Bedeutung für dieSchule überhaupt ist und einfack aus ihrem Wesen fließt.

Am meisten ist man geneigt, den Werth solcher äußeren Einrichtungen für dieTlsciplin anzuerkennen. Es ist indessen darauf aufmerksam zu machen, daß der Be-griff deräußern Schulordnung" durchaus nicht zusammenfällt mit dem der Schul-