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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Oppositionsgeist.

die Schüler bei der leisesten Störung alle aufmerksam werden, wenn Seitenblickeoftder Gegend geworfen werden, aus der das Geräusch stammt, wenn ein sympathischeLächeln sich verbreitet und bald dieser bald jener ängstlich schlau zu dem Lehrer auiblickt. Wenn dieser Zustand eine Zeit lang sortdauert, so folgt gewiß bald ein Ex«dessen specieller Zweck in einer Demonstration gegen das Regiment deS Lehrers besteht

Diesem fehlen, abgesehen von seiner Unerfahrenheit, die besten Waffen. VonEhrfurcht, Achtung vor seiner Gelehrsamkeit und Tüchtigkeit kann kaum die RedestHier ist gewöhnlich der nächste Nothanker das äiviäs ot imporu; es hat aber in s...,licher und technischer Beziehung seine Gefahren. An einem Beliebigen ein abschreckendBeispiel für alle zu statuiren, erbittert das Rcchtsgefühl; dagegen darf der Lehrer ejauch nicht aus Weichlichkeit oder gar aus Eitelkeit scheuen, mit einer Strafe siftsLaufbahn zu beginnen. Die Schüler buchstabiren das Wörtchen Ehrfurcht re«hinten; erst kommt die Furcht, dann das Ehren. In allewege ist die erste Skestfür den angehenden Lehrer ein wichtiger Act. Gelingt es ihm, jede persöiMGereiztheit zu vermeiden, ruhig und unbefangen ein Symptom unzweifelhafter Schuftzu erfassen und sofort scharf und nachdrucksvoll mit der ganzen Würde sittliche,Ernstes einzugreifen, dann ist viel gewonnen. Die Ueberwindung hes Oppositions-geistes liegt aber für den Anfänger noch in etwas anderem: sie liegt in der Vor-bereitung. Denn der sicherste Weg zum Sieg ist die sofortige tüchtige Leistung;und diese ist für den, der nicht nur an eine neue Schule kommt, sondern überhäuftnoch nie unterrichtet hat, in der Regel nur durch die ernsthafteste und all-seitigste Präparation zu ermöglichen. Die Vorbereitung muß sich aber bis ftdie Aneignung pädagogischer Regeln, bis in die Aeußerlichkeiten hinein erstrecken. E-darf z. B. der Anfänger keine Zeit damit verlieren, sich erst die Namen der Schildin ein Notizbuch zu schreiben und die einzelnen zu betrachten; er muß es verstehen,durch sichere Bezeichnung nach Bänken und Plätzen sofort jedem einzelnen, bevor erdie Namen kennt, mit Fragen und Mahnungen beizukommen, damit das verführerisch!Sicherheitsgefühl aufhört. Auf seinen Spaziergängen und bei jeder Gelegenheit micher sich die einzelner: nach ihren Zügen und Eigenschaften vergegenwärtigen und Bankfür Bank die Erinnerungen aus der Stunde im Geist durchnehmen. Dann erfolzinach weniger: Tagen die Einprägung der Namen und damit die erste wichtige Huit-habe der Disciplin. Einem Lehrer gegenüber, der so verfährt, hört der Oppositions-geist in der Regel von selbst auf; er verschwindet gleichsam vor dem bloßen Willi»,keine Opposition zu dulden.

Schleiermachcrs theoretische Formel, nach welcher der Oppositionsgeist dadurtverhütet wird, daß die Leiter der Anstaltensich selbst mit der Jugend ulseins setzen," gewinnt ihre Bedeutung erst durch richtige Uebertragung ins Conm«,Trotz endorf setzte sich mit der Jugend als eins dnrch Begründung des Schüler-staates, dessen äiotutor xorpstmus er war; die Jesniten durch Eingehen auf dirNeigungen des natürlichen Menschen. A. H. Francke, der beten konnte:Hmschaffe mir Kinder, gebier sie mir, wie den Thau aus der Morgenröthe und mache ihn-Zahl wie der -Sterne am Himmel," war von vornherein mit seinen Schülern eins, erbrauchte sich nicht mehr mit der Jugend als eins zusetzen." Ganz dasselbe muß man <ckivon einem Theile der PH ilanthro Pisten sagen. Gegen Männer, wie Salzma»»und Guts Muths, kann man sich das Aufkommen des Oppositionsgeistes gar nichidenken. Den schlagendsten Beweis dafür, was es heiße, und was es vermöge, sicheins mit der Jugend zu wissen, liefert Pestalozzi. Er besaß so ziemlich alle Eigen-schaften, welche einen: Lehrer mit dem Unterrichte zugleich die Disciplin erschwere»können; man wird zugeben, daß es ein Band von wunderbarer Stärke und zueigenthümlicher Art sein mußte, was die Kinder so mit diesem Lehrer verband, dissie ihm alles zu Liebe thaten und sein Bild auf Lebenszeit in ehrenden: Andmdhielten. Ramsauer sagt von seinem Aufenthalt bei Pestalozzi in Burgdorf:Schul-gerecht lernte ich da nichts, so wenig wie andere Schüler; sein heiliger Eiferaber, seine hingebende, sich selbst ganz vergessende Liebe, seine l'Min die Angen der Kinder fallende ernste, gedrückte Lage machten der: tiefsten Eindruckauf mich und knüpften mein kindlich dankbares Herz auf ewig an das seinige."

Wenn nun in der herzlichen Einheit des Lehrers mit den Schülern und in sei»«