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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Oppositionsgeist.

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faßt diese Erscheinung geradezu als Ausartung des G.Aimasl S. 540.) Eme tiefe Wahrheit enthalt die

G cm cing eistes auf. (Er--ieliimqsl. S. 540.) Mne liefe Ävayrycn enryarr vie Bemerkung:Je mehr dieder Anstalten sich selbst mit der Jugend als eins setzen, desto mehr wird derOvvositionsgeist innerhalb der Anstalt selbst verhütet." Auch Palmer äußert den-selben Gedanken. Man kann nur beistimmen, wenn er die Erzeugung eines positiven,von sittlicher Kraft getragenen Gemcingeistes als festesten Damm gegen oppositionelleStürme betrachtet; allein obgleich man wird behaupten können, daß cs Männer giebt,denen gegenüber der gesunde Gemeingeist niemals Umschlägen und sich in Oppositionverwandeln kann, so läßt sich doch nicht leugnen, daß gerade in ihren Classcn füreinen schwächeren Nachfolger und oft sogar für einen gleichzeitig wirkenden Fachlehrerdie Gefahr des Oppositionsgeistes oft schlimmer ist, als in Elasten, wo kein besondererGemeingeist entwickelt war. Da nun thatsächlich stärkere Lehrer mit schwächerenwechseln müßen und auch der Stümper nicht immer beseitigt, der Anfänger nicht-urückgehalten werden kann, bis er Meister ist, so läßt sich schwer u priori bestimmen,ob die Pflege des Gemeingeistes die Gefahr des Uebels, das wir behandeln, mehrtoder mindert. Dagegen ist einzuräumen, daß diese Frage einen praktischen Einflußkaum haben darf. Die Pflege eines echt sittlichen Gemeingeistes ist etwas so ent-schieden gutes, daß man keinem Lehrer zumuthen darf, sie zu unterlassen s um dieGefahr einer späteren oppositionellen Wendung zu mindern, sie ist aber auch etwasso durchaus an der Persönlichkeit des Lehrers haftendes, daß man sie ebensowenig alsUmvcrsalmittel gegen den Oppositionsgeist von jedem Lehrer verlangen kann.

Hier sei denn beiläufig bemerkt, daß für einen Willensstärken und in der Disciplinseinen Collegen überlegenen Lehrer eine große Versuchung entsteht, wenn er Spurendes Oppositionsgeistes gegen einen Amtsgenossen unter seinen Schülern bemerkt.Namentlich ist der Klassenlehrer gegenüber einem Fachlehrer sehr leicht in Gefahr, denExcessen auf Kosten des letzteren nicht den gebührenden Ernst eutgegenzusetzen. DieSchüler selbst wissen mit unglaublicher Feinheit in Mienen, Wendungen und Ausdruckder Stimme durchblicken zu lassen, daß sie so etwas dem geachteten Klassenlehrergegenüber natürlich niemals wagen würden. Sie wissen sicher bei der Untersuchung denetwaigen Fehler des Fachlehrers in das hellste Licht zu setzen. Die Situation gewinntleicht für die Eitelkeit des Untersuchenden etwas schmeichelhaftes; er nimmt die Sache zuleicht und das Unglück ist geschehen. Am schlimmsten steht es, wenn der Directoreiner Anstalt in dieser Weise das Ansehen der ihm untergebenen Lehrer untergräbt.So nothwendig auch eine Beschwerdeinstanz für außergewöhnliche Fälle sein mag, sokrankt doch ganz gewiß eine Anstalt, an welcher die Schüler die Gewohnheit haben, sichüber die strenge Behandlung durch einen Lehrer beim Director zu beschweren, an einemsehr schlimmen Uebel. Der Oppositionsgeist findet bekanntlich auch nicht selteneine unverhohlene Stütze im elterlichen Hause. Die Erfahrung zeigt aber, daßsolche Einflüsse meist isolirt bleiben. Hier ist es der Corporationsgcist der Schüler,welcher.eher dazu führt, daß derjenige gering geschätzt wird, der allesseinem Vatersagt." Die geringste Schwäche eines Directors oder eines der Collegen verderbt indieser Beziehung den Gemeingeist der Schule mehr, als der Einfluß des elterlichenHauses.

Wenn Schleiermacher den Oppositionsgeist alsBeweis der Korruption derganzen Anstalt" betrachtet, so hat er dabei den Fall im Auge, wo dieser Geist auchdie ganze Anstalt bereits ergriffen hat. Es dürste jedoch zweckmäßig sein, bei dementgegengesetzten Fall zu verweilen, und die Erscheinungen der Opposition gegen denAnfänger noch besonders zu beleuchten. Da dieselbe durch pädagogische Einsichtungleich leichter und schneller beseitigt wird, als durch die Naturwirkung längerer Er-fahrung, so kann ihre Beleuchtung vielleicht einigen Nutzen stiften.

Der natürliche L>tolz bringt es mit sich, daß der Knabe sich nicht von jedem willregieren lassen. Selbst der verhaßte und gefürchtete Lehrer erscheint ihm des Ge-orsams würdiger, als ein Neuling. Au manchen Anstalten, wo häufig Anfänger ab-Md zugehen, ist es bewußter und traditioneller Grundsatz der Schüler, "den Kandidatendas Leben sauer zu machen; fast überall wird wenigstens von einigen unter gespannterAufmerksamkeit aller übrigen versucht, wie weit man mit dem neuen Lehrer gehendars. Als sichres Symptom eines regen Oppositionsgeistes ist zu betrachten, wenn