Orkonomische Arbeiten.
Oppositionsgeist.
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licbm Lebens vor uns, auf das von außen nur schwer bessernd eingewirkt werdenkenn. "Auf dem Weg der Gesetzgebung wird hier nichts erreiche. Wenn auch einGesetz gerecht machen und ein neues Herz geben könnte, so ist das Innere des Familien-ebens ein Gebiet, das sein natürliches Maß von Freiheit haben muß. Die Orts-„dustrieschulen mögen ans Arbeitsamkeit, Ordnungssinn und Reinlichkeit hinwirken,,»d auch dm Sinn für andere häusliche Arbeiten, als die in ihnen gelehrt werden,U,ecken wo aber das Haus nicht für sie, sondern wider sie ist, da werden sie meistenseinen wohlthatigen Einfluß äußern. Uebcrdies pflegen sich ihnen die untersten Schichtenes Volkes zu entziehen und von den oberen kann ohnedies keine Rede sein.
Ein wirksameres Mittel, den Mangel des Hauses zu ersetzen, Sinn für ökono-mische Arbeiten zu wecken und den Muth, den Kampf mit den entgegenstehendcn Hinder-lissen aufzunehmen, zu stärken, wird es nicht geben als dasjenige, welches in einersichtigen Schulbildung liegt. Man wende daher auch in solcher Absicht dieser Seitedes Lebens die gebührende Aufmerksamkeit zu. Man bestärke die geordneten, thätigen"chüler, die an den nützlichen Geschäften des Hauswesens mit Lust theilnehmen, undiberzeuge sie, daß das göttliche Ordnung sei, daß der Mensch im Schweiße seinesAngesichts sein Brot esse, daß der Arbeiter seines Lohnes werth sei und ein ganz be-orderen Segen ans den Häusern ruhe, in welchen die Kinder mit den Eltern ihrereudcu und Leiden, ihre Genüsse und Arbeiten treulich nheilen und denselben ihresiebe und Wohlthaten frühe schon zu vergelten anfangen. Man gedenke andererseits,venu mau Faule, Bettler oder zur Arbeitsamkeit nicht angehaltene Kinder unter seinenchülern hat, ihrer mangelhaften Erziehung und der Gefahren ihrer Zukunft und ver-helfe ihnen aus ihrer eigenen Erfahrung heraus zu der Erkenntnis, daß Müßiggangiel Böses lehrt, daß wer nicht arbeiten will, auch nicht essen soll, und daß man zullem Guten den Samen frühe säen müße. Beispiele und gesunde Lcctüre (z. B. dieSchriften von Bizins) werden ihre Wirkung nicht verfehlen. Wird so dem Kinde derlick geöffnet und die Gewöhnung an häusliche Arbeit von ihm in seiner Bedeutungrkannt, daun mag es gar oft der Fall sein, daß es auch unter ungünstigen Familien-erhältnissen noch manches lernt und übt, oder daß es in fremden Häusern sucht und^ewinnt, was das eigene ihm nicht hat bieten können, und doch noch der Grund zuHmiem späteren Fortkommen und häuslichen Glück gelegt wird.
" Offenheit, s. Wahrhaftigkeit.
Olitiier, Ludwig Heinrich Ferdinand, verdient theils als einer der Lehrerin Dcssauer Philanthropin theils wegen seiner Verdienste um den Leseunterricht (s. d.etr. Art.), daß wir einen kurzen Bericht über seine Lebensverhältnisse hier aufnehmcn.r war geboren 1759 zu La Sarra in der französischen Schweiz. In den letztenahren des Philanthropins kam er nach Dessau, gab dann, als sich nach AuflösungcS Instituts eine Anzahl Privatanstaltcn dort bildeten, Privatunterricht und gründeteim Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts selbst ein Pensionat, welches zuerst auchon fremden Zöglingen stark besucht wurde und an welchem der Lausizer Tillich mit'hm Unterricht ertheilte. Letzterer, ein denkender, wissenschaftlicher Kopf, der noch alssingling in Leipzig eine Erziehungsanstalt errichtet hatte und dann zu Pestalozzisäßen gesessen war, übernahm nachher die Anstalt Oliviers, starb aber allzufrüh, 1807.Olwier selbst siedelte nach Wien über, wo einer seiner Söhne Professor war, undtarb daselbst den 31. März 1815. Er war ein Mann von großer Lebhaftigkeit, derbesonders auch im französischen Unterricht selbst die trägsten Schüler mit sich fortrißund zum Sprechen brachte, freundlich und sehr beliebt bei den Kindern, an denen ereshalb auch schnelle Erfolge erzielte. Er war der erste Lehrer des Königs FriedrichWilhelm IV. von Preußen. Er schrieb z. B.: Die Kunst, Lesen und Rechtschreibenzu lehren, auf ihr Grundprincip zurückgeführt. Dessau 1801. lieber den Charakter>md Werth guter natürlicher Unterrichtsmethoden. Leipzig 1802. Orto-epo-grafisches (sie)Elementarwerk, erster, theoretischer Theil, und zweiter, praktischer Theil. Dessau 1804.Onanie, s. geschlechtliche Verirrungen.
Oppositionsgeist. Es handelt sich an dieser Stelle um Erörterung des Oppo-sitionsgeistes als Eigenschaft einer Gemeinschaft von Zöglingen; doch istauch den Regungen der Opposition im Gemüth dcS Einzelnen zuvor ein Blick zn-zuwenden. Hier wollen wir drei verschiedene Formen hervorheben. Die erste ist die,»dag. Handbuch. II, 12