Niemeyer.
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populäre und praktische Theologie oder Materialien des christlichen VolksnnterrichtS"1792 (erster Theil des „5^andbuchs für christliche Rcligionslehrer"), eine über dasaaine Gebiet der Religion ausgedehnte Untersuchung, wie weit die Materien undProbleme der Religionswissenschaft sich zur Behandlung iin Volksunterricht nach denZwecken desselben eignen, was der Lehrer bei der Auswahl zu beachten habe u. f. w.,Mcqie durch den Geist des Skepticismus, welchem sich N. darin unter dem Einflußdc> kritischen Philosophie in weitem Maße hingegeben hatte, in Berlin, wo damalsdas Wöllncr'sche Ministerium am Ruder war, großen Anstoß, und 1794 erschiene»plöhlich Untersuchungscommissäre in Halle, wurden aber beiin Beginn ihrer Arbeitendurch die Aufregung der Studenten bestimmt, in aller Stille die Flucht zu ergreifen.Dem Demmcirten crtheilte die Facultät die theologische Doctorwürde, und das ver-schnür Buch erlebte noch 1827 die sechste Auflage. Nur vorbeigehend seien hier nochI «wähnt mehrere theologisch-pädagogische Schriften, welche N. hcrausgab, wie die Briefe" an christliche Rcligionslehrer 1796, 97, 99 u. a., ferner seine Wirksamkeit für Bibcl-und Misswuswesen als Mitglieds der Londoner Gesellschaft 1800, Präsidenten derHaitischen Bibelgesellschaft 1816 u. a. m.
. Von der Anregung, die von: Philanthropismns für alle gebildeten Kreise ausgieng,konnte eine Organisation, wie die N.'s, nicht unberührt bleiben. Schon auf derDchnle, wie N. von sich selbst sagt, von der Neigung für das Fach der Pädagogikergriffen, bot sich ihm, seit Basedow aufgetreten, die Gelegenheit dar, alle die wechselndenEischeimmgen auf diesem Gebiet in der Nähe zu beobachten. Und wenn ihn nun die,wie er sich ausdrückt, ihm eigene natürliche Ruhe des Geistes vor einseitigem Be-wundern und Verwerfen schützte und ihm eine seltene Parteilosigkeit sicherte, so wurdedieses vorzugsweise pädagogische Naturell noch wesentlich gefördert, wie durch die viel-seitige gründliche Bildung, die er vor den meisten Philauthropisten voraus hatte, sodurch den Gang, welchen die Gestaltung seiner Lcbenöverhältnisse nahm.
Seine pädagogische Wirksamkeit wurde nämlich wesentlich erweitert durch Ueber-iragung der Jnspection des König!. Pädagogiums 1784, welcher 1785 seine Er-Mnnung zum Mitdircctor der Francke'schen Stiftungen folgte. Seine stets auf reelleN-irkung gehende, von leeren Anpreisungen frei bleibende, anhaltende und umsichtigeAbätigkeit brachte dem Pädagogium, das damals nur noch 17 Zöglinge zählte, neuesLeben. Schon drei Jahre nach N. Eintritt in die Jnspection hatte sich die Zahl derZöglinge vervierfacht, später stieg sie bis auf 90 Alumnen. Auf diesen Erfolg gestütztMckte er nun die Regierung für den Bestand der Anstalt zu interessiren und erreichte,Nachdem er.'1799 Director der gesummten Francke'schen Stiftungen geworden, vonFriedrich Wilhelm III., der ihm sehr gewogen war und für die Anstalten in ihremganzen Umfang das regste Interesse faßte, endlich die Kabinetsordre von 1806, welchedie Fmidirung derselben und ihre Erhaltung für Staatssache erklärte. Als sodann dieEreignisse von 1806 und 1807 die Zutheilung Halle's an das Königreich Westfalenzur Folge hatten, war N. der Retter der Anstalten wie der Universität über--hsupt. Nachdem Halle wieder preußisch geworden, erfolgte 1817 die Bestätigung derPrivilegien der Stiftungen, wornach sie nicht bloß Provincial- sondern Landesinstitutund Annexum der Universität sein sollten. Die Jnspection des Pädagogiums gab N.1820 an Jacobs ab, die Direction versah er bis zu seinem Tode.
Unter der reichen Praxis seines Berufs reifte nun irr N.'s stets sammelndem undverarbeitendem Geiste der Plan eines pädagogischen Werkes, in dem er den umfassendenErhalt keiner Erfahrung niederlegte, und das seinem Namen ein bleibendes GedächtnisIichert. Es erschien 1796 die erste Auflage der „Grundsätze der Erziehung und desüntcn'ichts für Eltern, Hauslehrer und Erzieher" in Einem Band. Schon im gleichenWahr erichien eine zweite Auflage, 1799 die dritte in zwei Bänden; 1801 folgte die vierte,, dam 1806 die fünfte Auflage, wesentlich bereichert durch einen dritten Theil von Nach-- 1 trage», deren reiches Material sodann in der sechsten Auflage 1810 in das Werk organisch! ^erarbeitet wurde. Eine besondere Bedeutung erhielten diese zwei Ausgaben durch dieapologetische Thätigkcit, zu welcher der sonst aller Polemik fern stehende Mann durchd>e Pädagogische Bewegung genöthigt wurde, die von der Schweiz ausgieng. DieMwerfeirde Verachtung, mit welcher der Enthusiasmus für Pestalozzi gegen alle bisherigePädagogik aufgetreten war, veranlaßte N. zu der Abhandlung über „Pestalozzis Grund-