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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Naturgeschichte.

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geführt worden und daher zu keinem befriedigenden Resultate gekommen. Ebenso istgie Bedeutung des gesummten realen Unterrichts für die Volksschule erst nach undnach zur Geltung gekommen, da die Befürchtung vorhanden war, der andere Unterrichtund speciell der Religionsunterricht erfahre durch die Aufnahme der neuen Fächer eineSchädigung, die Schule werde ihrer eigentlichen Bestimmung als Rcligionsschuleentzogen, sie werde ihres confessionellcn Charakters beraubt und dadurch verweltlicht.Um überschätzt aber bei dieser Anschauung die Gefahr einer augenblicklichen Zcit-strömung, welche angebahnt durch die materialistische Richtung in der Naturforschungselbst jetzt doch wohl auf ihrer Höhe angelangt ist. Dazu kommt, daß die Naturgeschichteals Unterrichtsgcgenstand in der Volksschule noch zu neu ist, als daß deren Methodevollständig ausgebildet wäre und die Lehrer die erforderliche Uebersicht über Zweckund Ziel des Unterrichts, über Auswahl und Behandlung des Stoffes gewonnenhätten. Erfahrungen in dieser Beziehung werden besonders jetzt da gemacht werden,Ivo die Erweiterung des naturgeschichtlichen Unterrichts durch neuere Verordnungeneingeführt ist. Die Schule kann des Unterrichts in der Naturkunde und speciellder Naturgeschichte nicht entbehren, wenn sie den Charakter einer allgemeinenBildungsstätte nicht aufgeben will. Selbst Männer wie Schütze rechnen die Natur-geschichte zu den Gegenständenersten Ranges" und fordern für sie eine wenigerstiefmütterliche" Beachtung.

Naturgegenstände und Naturereignisse sind es, mit denen der naturkundlicheUnterricht den Zögling beschäftigt. Es ist zunächst das empirische Interesse, dasInteresse am Mannigfaltigen und an dem bunten Wechsel der Erscheinungen, welcheshervorgerufen werden soll; auf die Beobachtung des sinnlich Warnehmbaren und aufdie Gewinnung einer Uebersicht über das Einzelne ist die aus diesem Interesse hervor-gehcnde Thätigkeit des Geistes gerichtet. Nirgends aber zeigt sich etwas Festes, Unab-änderliches, überall ist Leben und Veränderung; das Gesetz, das durch die Beobachtungals das in allem Wechsel Gleiche erkannt ist, fordert zum Nachdenken über seine Be-gründung, über den ursächlichen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Erscheinungenaus. Farben und Formen der Naturkörper und Phänomene, die Schönheit der Land-schaft und der Eindruck, den die Welt in ihrer Harmonie und Erhabenheit macht, ruftdas ästhetische Urtheil hervor, und das Unbegreifliche, wie die Spuren weiser Zweck-Veranstaltung erwecken religiöse Gedanken. Alle Seiten der Erkenntnis sind es, welcheder Betrachtung der Natur abgewonncn werden können. Aber auch die Theilnahmedes Gemüths geht uns nicht leer aus. Die Natur steht uns nicht nur als Object unsererBeobachtung, unseres Denkens und unserer Beurthcilung gegenüber, als etwas Fremdes,das bald fördernd, bald störend seinen Einfluß auf uns geltend macht; sie ist uns ein lie-ber Umgang, der uns beruhigt und erhebt, wenn wir des Treibens in der Menschcnwcltmüde geworden sind. Es ist dies die poetische Naturanschauung, welche in den Kindcr-seelen lebt und welche die Dichter zu Sängern der Natur gemacht hat. L>ie läßt unsnicht nur die Thiere als beseelt, wie wir es sind, ansehen, sondern auch Pflanzen und todteGesteine werden mit Empfindung und Leben begabt. Wie die griechische Mythologiedie ganze Natur mit unzähligen Gottheiten belebte, so sieht die poetische Naturbetrach-Äng, die wohl zu unterscheiden ist von der ästhetischen, die Naturkörper als geistigeWesen, die Naturerscheinungen als Handlungen dieser Wesen an, jene als Repräsen-tanten, diese als Wirkungen von Ideen, von höherem geistigen Leben. Ein natur-kundlicher Unterricht, der auch diese Naturbetrachtung zur Geltung kommen läßt,macht uns die Natur nicht zu einem Gegenstände der Beschäftigung, sondern', zueinem Umgänge, der unsere Theilnahme erweckt und uns dem unermeßlich Großenund der mikroskopischen Wunderwelt gegenüber zu religiöser Demuth und ErhebungMt. Es giebt eine theoretische, eine ästhetische und eine poetische Naturbetrachtung;die Naturwissenschaft hat es nur mit der ersten, der naturkundliche Unterricht abermit allen dreien zu thun." (Kern.)

Was hier vom naturkundlichen Unterrichte gesagt ist, findet seine vollste Anwen-dung beim Unterricht in der Naturgeschichte. Kein Zweig derselben ist so spröde,j fiMncht jede der oben angeführten Auffassungen auch in dem Unterrichte seine An-> finden könne. Während es aber Sache der Methode sein wird, Umfang

und Behandlung, also die materiale und formelle Seite des Unterrichtsstoffes zu