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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Naturgeschichte.

bestimmen, wird die ästhetische, poetische und religiöse Seite nur durch die Persön-lichkeit des Lehrers in ein genügendes Licht gestellt werden können.

Hier helfen nicht viele Worte und, wie cs leicht kommt, billige Redensart«sondern ein Wort ist oft genügend, um seinen Zweck zu erreichen, ja manchmalSchweigen ein beredteres Zcicben des eigenen Gefühls als vieles Reden. Gm; be-sonders gilt dies von der religiösen Lwite des Unterrichts, die leider von schwatzhaftenLehrerpersönlichkeiten benutzt wird, um ihre Weisheit von der Zweckmäßigkeit d»Naturkörper an die Kinder zu bringen; natürlich um mehr zu verderben und nieder-zureißen als aufzubauen. Hier kann einzig das eigene Gefühl, vor allem ein zart-fühlender Takt, der nur im trauten Umgänge und durch sorgsame Betrachtung derNatur gewonnen wird, den richtigen Maßstab abgeben. Man helfe sich nie mit de«überschwenglichen Worten, welche eine Zeitlang Mode waren. Der NaturgeschichtS-lehrer, welcher zugleich Religionslchrer ist, wird leicht den richtigen Ort und die pas-sende Zeit finden, wo das Kind zugänglich für solche großen Empfindungen ist, undöfter die Religionsstunde als die Naturgeschichtsstunde zu einer solchen Einwirku«benutzen. Die poetische Seite des Unterrichts wird leicht nach einem bestimmt« iPensum desselben durch die Lectüre eines geeigneten Lesestückes ihre Pflege sind«, 'Es muß natürlich der Lehrer bei einem bestimmten Stoffe schon in seinem UnterriMBedacht auf die Erläuterung des Stückes nehmen, und dieses, nachdem er es selb«gut vorgelesen hat, dann von den Kindern, aber nur einmal lesen lassen. Die Aus-wahl eines geeigneten Gedichtes wird bei dem Reichthum unserer Literatur, die auL !in unfern Lesebüchern vertreten ist, nicht schwer sein. Doch möchten wir auch hier ^nicht zu häufiges Wiederholen anrathen. Ein seltenes Gericht schmeckt immer besserund bleibt länger in der Erinnerung, als tägliche Wiederholung desselben. Andersist es mit den prosaischen Stücken, welche zur Äelebung, Ergänzung und Wiederholungdes Unterrichtsstoffes dienen sollen. Aber hier wird man auch wohl besser thun, du ^Lesestunde zu benutzen, als die Naturgeschichtsstunde. Man hat vor allem sich dattr szu hüten, daß die Naturgeschichtsstunde zu einer Lesestunde wird, aber ganz kann mm ,der ergänzenden Lectüre nickst entbehren. Die ästhetische Seite des Unterrichts wird inden Unterrichtsstunden am wenigsten gepflegt werden können. Zwar wird auch beimLesen von Naturschilderungen ein geeigneter Ort für Vergleiche fremder Gegenden uii:der unsrigen geboten sein, aber nur im unmittelbaren Verkehr mit der Natur, st: stExcursionen wird sich eine wirksame Stätte für Erweckring solcher Gefühle ergebe«, ,Wir werden daher weiter unten auf sie noch zurückkommen.

Auswahl und Behandlung des Stoffes bestimmt die Methode des Unterrichts, ,Unermeßlich ist das Gebiet der Schöpfung und die größte Schwierigkeit des UM- :nichts bietet die Auswahl. Man sehe nur die Stoffverzeichnisse der Lehrpläne w, sum sich die Frage vorzulegcn, ob das alles in den wenigen Unterrichtsstunden mb lzwar schulgerccht bewältigt werden kann. Abgesehen vor: Harnisch ist Lüben der erste,der mit praktischem Blick und pädagogischem Takte die Bahnen wies.

Seine Grundsätze n) in Bezug auf die Auswahl und Anordnung des Stoffes sind:

1) Beginne mit den Naturkörpern der Heimat und schließe an diese die der ferm«Länder. 2) Beachte vorzüglich solche Naturkörpcr, welche durch ihre Gestalt estiandere Eigenthümlichkeiten ausgezeichnet sind; sorge aber auch dafür, daß das Ki«ldiejenigen kennen lernt, welche auf das Wohl und Wehe der Menschen einen beda-tenden Einfluß ausüben. 3) Mache mit den Naturkörpcrn den Anfang, welche diSKind am leichtesten auffaßt. 4) Wähle die Naturkörper so aus, daß der Schüler!«jedem Cursus ein abgeschlossenes Ganzes und in jedem folgenden eine Erweitere«;des Vorhergehenden erhält (nicht nach naturhistorischer Systematik die 3 Reich!hintereinander, sondern concentrisch auf jeder Stufe das relativ Leichteste aus alle«Gebieten. Dittes).

d) in Bezug auf das Verfahren beim Unterrichte:

5) Beginne mit dem Betrachten einzelner Naturkörper und laß in denselben d«SAllgemeine erkennen. 6) Führe dem Schüler die Naturkörper soviel als möglich selsttvor und laß sie ihn mit eigenen Augen betrachten, selbst beschreiben und anordne»,

7) Erneuere die gehabten Anschauungen öfters. 8) Befähige die Kinder zum selstständigen Untersuchen und Beobachten von, Naturkörpern.