Naturgeschichte.
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alle Waisenknaben des Sommers über dann und wann von einem Ltuäioso Llecki-cinro iigrtzatim gesühret wurden, daß sie die Kräuter kennen lernten."
Mehr noch als von Francke wird der realistische und naturkundliche Unterrichtvon Hecker gepflegt, der auch die Einwirkung des Professors Scmler, eines auch „inMelnmioi8 und mntliömntiois" bedeutenden Mannes, an sich erfahren hatte. WasHecker als Vater der Realschule für Verdienste hat, kann füglich hier übergangen werden,da schon der Name der neuen Schule deutlich für die Berücksichtigung auch des natur-kundlichen Unterrichts spricht. Wichtiger ist er als Verfasser des 1763 erlassenen(preußischen) General-Landschulrcglements. Dieses schreibt vor: in der 1. Nachmittags-stuude „nach dem Gebete wird den Kindern der Inhalt der biblischen Bücher beige-bmcht und abwechselnd das Lehrbüchlein zum Unterrichte der Kinder auf dem Lande(in allerhand nöthigen und nützlichen Dingen) vorgenommen."
Dieses sowie das ausführlichere „Lehrbuch für Stadtschulen" enthält auch den Stoffaus der Naturgeschichte, welcher den Kindern durch Lesen gcdächtnismäßig eingeprägtwerden soll. Der Stoff ist hauptsächlich eine dürre Systematik; Einzelbeschreibungenehlen, nur die Anthropologie erfährt eine eingehende (selbst mit lateinischen Namenespickte) Behandlung. Es bildet dieses Lehrbuch den Uebergang zu einer neuenRichtung. War bei Comenius noch das formale Princip, bei Francke das religiöseHauptzweck des Unterrichts, so beginnt nun, dem Charakter des Jahrhunderts gemäß,das praktische zu herrschen, dem sich aber Zwecke der „Gemüths- und Augenergetzung"md der „Annehmlichkeit" anschließen. Das Vorherrschen der Systematik erklärt sichaus den gleichzeitigen Arbeiten Linns's.
Eine Reaction gegen den' bisherigen wenig Nutzen bringenden Unterricht beginntmit Basedow, der wieder auf die anschauliche Behandlung des Comenius zurückgreiftmd nach einer Reihe von Einzelbeschreibungen (im Anschluß an Kupfertafeln) dieSystematik folgen läßt. Salzmann förderte wie die Methodik des geographischenUnterrichts, so auch die des naturkundlichen. Er eifert gegen das Namensver-eichnis, welches nach ihm nicht mehr ist, als eine „Erinnerung an unsere Un-wissenheit", gegen den Mangel an Anschauung, und fordert, daß man mit einem Thiere-im Unterrichte beginnen, daß dieses aufmerksam betrachtet werden müße nach seinenverschiedenen Thcilcn, seiner Form, seiner Farbe, daß es mit einem andern verglichenmd bemerkt werden müße, was es mit ihm gemein habe und wodurch es von ihm zu»terscheiden fei. Was durch die eigene Beobachtung nicht gefunden werden könne,me die Nahrung, Lebensart, der Nutzen re., daS soll der Lehrer durch feine Erzählunghillzusehen.
Während die Philanthropen schon der gesonderten Betreibung der einzelnen Real-fächer das Wort reden und die Bahnen öffnen, welche eine methodische Unterweisungim naturkundlichen Unterrichte zu befolgen hat, so ist doch ihr «streben wenig in die Volks-chulen gedrungen, zumeist wohl deshalb, weil sie Institute besonderer Art im Auge hatten,md die vielfachen Schwierigkeiten nicht kannten, welche der allgemeinen Einführung4er Realien in die Volksschule entgegen standen. In der Ausführung sehen wir daher-auch das Zurückgehen auf die früher von Herzog Ernst gebahnten Wege. Rochow,der erste Vertreter deö Landschnlwesens, hat trotz seiner praktischen Richtung für dieRealien nur wenig Zeit in seiner Schule. Man braucht nur das Inhaltsverzeichnisdes „Versuch eines Schulbuches für Kinder der Landleute" anzusehen, um zu er-ennen, daß von den natürlichen Dingen zur Vermehrung nützlicher Erkenntnis, undAm den Mitteln, die Gesundheit zu erhalten, erst in dem 14. und 15. der 16 Ab-schnitte des Buches die Rede ist. Auch im Kinderfreund hat er nur wenig Stoffeem naturkundlichen Inhaltes, wie vom Wachsthum der Pflanzen, die Zugvögel, dieBienenzucht, die Hausmittel, Krankheit, Tod, Nahrungsmittel, Stallfüttcrung desRindes, der Seidenbau. (Man erkennt auch hieraus den pädagogischen Oekonomen.)Die Zeit des in allerlei gemeinnützigen Kenntnissen zu ertheilenden Unterrichts muß>cht nach besonderen Stunden abgemessen werden, sondern man muß die Gelegenheit. die die Schriftlesungen dazu geben. So könnte beispielsweise am 104. Psalm"st des ganzen Naturreiches gedacht werden. Rochow ist der Begründer der Methodees realistischen Unterrichts, welche in Harnisch ihren besten Bearbeiter und in EduardWdag. Handbuch. II. 10