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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Nation.

Nationalviidung.

zuzuleiten," hat ohne Zweifel einen wichtigen Einfluß auf die Bildung gewißer Schichte» Ider Bevölkerung dadurch ausgeübt, daß er aufAufklärung" bedacht war, wie ez kdamals ausgedrückt wurde. Diese Aufklärung, das isivoduct der infolge der Rochowsche« kAnfänge eingetretenen Belehrung des gemeinen Mannes, dieser sanfte Egoismus M 'mit dem unverkennbaren Beigeschmack der Abschätzigkeit, im Unterschiede zu der »»sgehörigen Studien ruhenden Bildung, welche eben den Gelehrten, Notablen und Hm- kratioren von dem gemeinen Mann schied, als Na ti o n alb ild ung und es bleibt ^durcknveg unerkannt, wie mit einer derartigen abstracten Verstandeszurichtung ei« IVolkscharakter gerade ebensoviel Gewalt angethan werden muß, als wenn derselbe 'über den Leisten einer Confession oder einer fremden Nationalität gespannt wird.

Als nachmals Napoleon den deutschen Völkern zeigte, wie, nachdem sie sicht»tliesi ihre nationalen Eigenthümlichkeiten durch geistliche und ungeistliche Schulmeisterhatten wegschwatzen lassen, es nun auch in praxi darauf ankomme, abzulassen von derdeutschen Art und nicht mehr für sich selbst etwas zu sein, sondern nur Mittel seineswohlverstandenen wälschen Egoismus: von da ab ward es allgemach Tagstden deutschen Gcmüthern. Von da an datirt der Anfang des praktischen Selbst-Verständnisses, das nunmehr zur Genugthuung unserer Generation unserer Nation inne- ,wohnt. Man fieng an den Ausdruck:deutsche Nation" wieder zu gebrauchen, ja«deutscher Natioualcrziehung und Bildung (Fichte's Reden au die deutsche Not«1808) zu reden, und wie wenig sie in diesen Reden ihrem Wesen und Inhaltnach erkannt ist, man fieng auch an, dieselbe als das Mittel zur Sickerung mbRettung der Nation mit zunehmendem Verständnis und bald gesteigertem bald wiedernachlassendem Eifer ins Werk zu setzen. Es hat freilich je und je an erbärmliche»Menschen unter den deutschen Gelehrten, insonderheit bald nach den Zeiten der Karls-bader Beschlüsse und des Kongresses zu Verona, nicht gefehlt, welche im Dienste desDespotenthums die Idee deutscher Nationalbildung verspotteten, oder sie wie Münch,der Verfasser eines sogenanntenNniversal-Lexikons der Erziehungs- und UnterrichtS-lehre" (Augsburg 1842), zu einer in der Sacristei, und wo möglich in einer jesuitische»,aufzuziehenden Zierpflanze machen wollten. Das nicht unbedeutende Buch von (Pust-kuchem) Glanzow: Kritik der Schulen und der pädagogischen Ultras unserer Zeit zu ihm«und der Staaten Bestem. Bremen 1824, spiegelt diese Zeit ab, indem es aus ihmGeist ergeht. Auch Krummachers christliche Volksschule.

Als die Deutschen sonderlich in den Stämmen unter preußischem Seester!Ursache hatten, sich zur Abwehr und zur Erledigung des Fremden, das Hauptfach- ^lich durch die vornehmeren Classen unter ihnen aufgekommen und über ft ,Herr geworden war, auf Mittel zu besinnen, wie sie wiederum sie selbst, d. h. »ich!aus der Art geschlagene Söhne ihrer vordem in Selbständigkeit glücklichen Altge-schlechter sein könnten, so wiesen Männer wie Arndt, Fichte, Jahn, Schleiermacher,Kohlrausch,*) Harnisch u. a. auf die Mittel der Nationalerziehung hin, nachdem dieAnsassung der Jugend zu Unterweisung und Bildung lediglich eine solche geworden jwar, chie in egoistischem Sinne für das Fortkommen der einzelnen lieben Söhnlei«Bedacht nahm. Je gewißer cs ist, daß da, wo die Nation sich in einem staatliche»Leben verfaßt findet, auch die Regierenden und Regierten ein Interesse daran habe»mäßen, daß in jedem einzelnen diejenigen Seiten und Beziehungen Ausbildung finde»,mit welchen die Schichten der Jugend sich immer wieder an dem Stamme der Nationals neue Ringe ansetzen können: um so natürlicher ist es auch, daß in Staate»die nationale Erziehung der Einzelnen nach der Grundidee der Staaten angestrebtwerden muß, um die Güter, irr welchen die staatlich gewordene Nation die wesent- ?lichen Interessen ihres besonderen Seins hat, von jedem ihrer Glieder wie mit-genossen, so mitgesichert zu sehen. Diese Güter sind des Wohnplatzes Freiheit undUnverletztheit, der Erzeugnisse ungehinderter Genuß oder Austausch, der SprachelEigenheit, Kraft und Recht, der Rede unverschränkte Verwendung, des Glaubens m-verkümmerte Hebung, der Einrichtungen verfassungsmäßiges Bestehen oder Verändern,der Geschichte nimmer zu unterlassende Beachtung und Fortsetzung, des Ruhmes all-

') Vgl. Kohlrausch. Erinnerungen aus meinem Leben. Hannover 1863.