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Muth.
Muttersprache.
Geistesgegenwart aber genügt das Turnen im engeren Sinne nicht allein. Dazumüßen mit ihm sich Hebungen verbinden, welche dem Zögling die Aufgabe stellen,einem unvorhergesehenen Falle gehörig zu begegnen, wrc es m Spielen geschieht, j, Iwelchen zwei Parteien gegeneinander wirken, z. B. im Ballspiel nnd im Barlauskiund beim Fechten und Reiten, beim Schwimmen und Rudern. Auch der Fußreisi»ist als einer Probe ans die körperliche Rüstigkeit und als eines Bildungsmittels daWillenskraft und des Muthcs zu gedenken.
Mutter, s. Familie, Kleinkindcrschule, Mädchenerziehung.
Muttersprache. Wenn wir, nachdem die „Deutsche Sprache" an ihrem Lpausführlich abgchandclt ist, hier nun über die Muttersprache zu reden haben, so sitz!wir auf einen andern Boden gewiesen, als den der Schule. Es gilt hier von da,Sprache zu handeln, welche das Kind lernt, ehe es geschult wird und selbst ohne dases geschult wird. Wir haben es also zu thun mit der Sprache als der Voraussehm, ^und dem fortwährenden Vehikel aller Erziehung und Bildung. "!
Mit Recht sagt man Muttersprache und nicht Baxter spräche, während ma»ganz richtig Vaterland, Vaterhaus u. dgl. sagt. Die Sprache der Mutter ist Hmit welcher der Mensch naturgemäß beginnt und deren Signatur ihm eingezeick«!!bleibt. Landessprache ist etwas ganz anderes; ich kann irgendwo die Landessprachstsprechen müßen, aber sic ist nicht die Sprache, in welcher ich bete, und alles deckund fühle, was die Heimat angeht, und was mich die Heimat gelehrt hat. Der Menschempfängt die Muttersprache wirklich mit der Muttermilch; die ganze Eigenart diSEmpfindens und Empfangcns der Eindrücke von der Außenwelt wird ihm vermitteltdurch die ersten Laute, welche sein erwachendes Seelenleben vernimmt. i
Die Sprache im weitesten Sinn ist die unerläßliche Bedingung für das Erwache» jdes Bewußtseins, sie ist nicht bloß ein nachfolgender Ausdruck desselben. Nur durch idas Wort vermag der kleine Mensch mit seinem erwachenden Geiste aus der Ursprung- Itichen Unklarheit seiner innern Zustände sich herauszuarbcitcn. Die sich zu ihm hin- ^«senkende Liebe läßt es ihn vernehmen; im Worte kommt ihm der gleichsam natur-t snothwcndige Ausdruck jener innern Zustände entgegen, die er selbst in sich erfährt, s»und indem er es deutet, wird ihm das Leben in der Welt verständlich. An - tdie sogenannten eigentlichen Jnterjectioncn darf inan hier nicht denken, sie sind bloß l kEmpfinduugslaute, aber keine Worte, und werden gerade so von allen Völkern m-' ^standen, wie die Thierc einer Art einander verstehen. Die artikulirten Wörter aber si»d :nun eben nicht abstract gleich in den sprachen des entzweiten Geschlechts der Mensch», > -Und zwar nicht bloß die Ausdrücke, welche Bilder der körperlichen Gegenstände gebe», s ssind äußerlich höchst verschieden, sondern namentlich auch die vielen Wörter, wächst linnere, seelische Beziehungen darstellen. Eben solche Wörter decken sich ihrer Bedeutung ^ ^nach in den verschiedenen Sprachen nur ausnahmsweise vollständig: jede drückt dk»Begriff, um welchen es sich handelt, etwas anders aus. Schon hier springt in du I sAugen, daß diejenige Sprache, an welche ein Mensch als an seine Mutiersprachst jgebunden ist, von großer Bedeutung für die Art seiner geistigen Entwicklung sein muß s ^Wir können aber nicht umhin, unsere Betrachtung noch weiter zu verfolgen. Ei« ^Wort einer Sprache ist so wenig bloßes Zeichen eines Begriffs, daß ja vielmehr dasBegriff selbst ohne das Wort nicht zu Stande kommen, geschweige denn sestgchalte»! Iwerden könnte. Das unbestimmte, vage Wirken und Streben der Denkkraft, welchä ials dunkle Ahnung auf- und abschwankt, zieht sich in ein Wort zusammen, und nu» ^ist dieses ein individuelles Wesen geworden von bestimmtem Charakter, mit eimauf das Gemüth wirkenden Kraft, und nicht ohne die Fähigkeit sich sortzupflangk».Wer steht hier nicht die Analogie mit den lebenden Wesen der Schöpfung?
Eine wunderbare Eigenschaft aller Sprachen ist ferner, daß sic von Anfang a»zum gewöhnlichen Gebrauch der Nothdurft des gemeinsamen Lebens hinreichen, dam,aber durch den Geist des Volkes, welches sic bearbeitet, zu einem höhern, unendlichvielseitigen gesteigert werden können. Alle Sprachformen sind nicht verabredete Zeichen, .sondern organische Lautbildungen, welche mit den Begriffen und Gedanken durch de»Geist, in dem sie entstanden sind, in wirklichem, wenn man so sagen will, mystischemZusammenhang sich befinden und nun auf eine Weise, der eine Grenze nicht gcsestwerden kann, sich verändern, bestimmen, trennen und verbinden, um- und sortbilde» .