Muth.
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§,i die deutsche Nation," hieher das Büchlein „lieber den Begriff des wahrhaftigenKrieges in Bezug auf den Krieg im Jahre 1813." Sehr wahr sagt er darin: „UnserMgner ist begeistert und hat einen absoluten Willen: was bisher gegen ihn ausgetreten,konnte nur rechnen, und hatte einen bedingten Willen. Er ist zu besiegen auch nurdurch Begeisterung eines absoluten Willens, und zwar durch eine stärkere, nicht füreine Grille, sondern für die Freiheit." Die Belehrung und Begeisterung, welche derErzieher selbst aus solchen Quellen schöpft, mag er dann der ihn: anvertrauten Jugendin der dieser zugänglichen Form der Lieder aus jener Zeit mittheilcn, unter welchen dievon Arndt (s. d. Art.) und von Körner die in dieser Rücksicht praktischsten undunmittelbar wirksamsten sind. Der Letztere hat mit den Worten: „Ob die Nacht diedie freud'ge Jugend tödte, für den Willen giebt es keinen Tod!" den Muthaus seine wahre sittliche Grundlage znrückgeführt.
Was nun die vorbereitende oder begleitende pädagogische Pflegedes Muthes durch Zucht und Regierung im einzelnen aulangt, so ist dasErste, daß die vorhandene natürliche Anlage zum Muth nicht unter-drückt, sondern da, wo sie mit Vordringlichkeit sich äußert, richtig geleitet, da,wo sie in geringem Grade vorhanden ist, geweckt und gepflegt werde. EinKnabe, der eine unverständige Nichtachtung der Gefahr, wohl gar eine stets prickelndeRauflust zeigt, muß mit der wirklichen Gefahr bekannt gemacht, es mäßen seinemMathe die rechten Ziele gezeigt werden. Es ist nicht wohlgethan, diesen natürlichenMuth, so lange er nicht in wirkliche Roheit ausartet, nur durch Strafe, zumal gleichdurch körperliche Züchtigung, zurückzudrängcn und so den Zögling anzuleiten, denphysischen Schmerz als das höchste Uebel zu fürchten, statt daß er lernen sollte, denSchmerz zu verachten. Bei der Erziehung solcher Naturen muß man sich erinnern,daß Jugend gewagt werden muß; es kann dem Leben überlassen werden, noch mancheAusschreitung zu beseitigen, sobald nur die Schule den erforderlichen Fonds von Erkenntnisund Gesinnung mitgegcbcn hat. Wenn irgendwo, so gilt hier das Wort Jean Pauls:„Nie ist eine Kraft zu schwächen, sondern nur ihr Gegenmuskel ist zu stärken." Derputhige Luther aber sagt: „Es ist ein böses Ding, wenn um der harten Strafewillen Kinder den Eltern gram werden, oder Schüler ihren Präceptoribus feind sind."Und weiter: „Desgleichen soll man auch'nicht gestatten den Weibern, die der Kinderwarten, daß sie die Kinder zu fürchten machen mit Butzen und andern Gaukeleien,sonderlich des Nachts. Vielmehr soll man dazu thun, daß sie also erzogen werden,daß sie eine gute Furcht haben mögen, daß sie die Dinge fürchten, die manfürchten soll, und nicht, daß man sie alleine furchtsam mache." GleichenTimst, wie die hier gerügte Erregung der Furcht vor leeren Schreckbildern, leistetÜbrigens zur Unterdrückung des Muthes eine allzu ängstliche und weichliche Bewahrungdes Kindes vor jeder seine Gesundheit bedrohenden Gefahr. Durch solche Weichlichkeitwird der Grund gelegt zu jener unter unseren höheren und mittleren Ständen leiderso weit verbreiteten egoistischen Selbstpflege. Bei einer schwächeren Anlage zum Muthkommt es darauf an, sie durch ermunternden Zuspruch und freundliche Bcihülfe zuHmterstützen, daß ihr einmal etwas gelingt, damit das Selbstvertrauen wachse und zuWeiteren Versuchen den Muth gebe. Daß in Bezug auf alles pflichtmäßige Strebendie Hoffnung des Gelingens wach erhalten werde, ist auch für die Erweckung deswehren Fleißes von der größten Wichtigkeit.
Auch der Muth hat für ein kräftiges Wirken eine leibliche Voraussetzung.Sie besteht in der körperlichen Kraft, Rüstigkeit und Gewandtheit und in den: darauslberuhenden natürlichen Selbstgefühl. Die Hervorbildung dieser Eigenschaften kann'.also als eine Vorbereitung des Muthes angesehen werden und das wirksamste Mittel,desjm pe sich bedienen kann, sind gymnastische Hebungen. Luther, der warmevmyprecher des Ritterspiels und Fechtens, Ringens und Springens, ist nicht schulddaran, daß schon der treffliche Trotzendorf seinen Ciccronianern mit catonischer StrengeUntersagt, auf das Eis zu gehen und mit Schneeballen sich zu werfen, und daß einemMrkehrten „Humanismus" die eine Seite der humanen Erziehung der Griechen undRömer, die Gymnastik, als etwas unanständiges galt. Die Noth des Vaterlandesaber hat uns zuletzt wieder nicht bloß beten, sondern auch turnen gelehrt, und in derGegenwart liegt wahrlich kein Grund, cs wieder zu verlernen. Zur Ausbildung der