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Muth.
liercn, und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der Wirde«finden." Der Zögling muß lernen, das Gefühl der Unabhängigkeit von äußemBedürfnissen höher zu schätzen, als das sinnliche Vergnügen; die innere Befriedigung,welche die Ueberwindung des Schmerzes durch die Kraft des Willens gewährt, hökals das sinnliche Behagen; und auch das Selbstgefühl, durch innere Kraft und frisch«Beweglichkeit dem Frost Trotz bieten zu können, höher, als den stattlichen Mantel. Dmwird er auch Gott, Ehre, Freiheit und Vaterland höher halten, als das sinnliche BüHagen in einer Knechtschaft, welcher nur der verfällt, dessen inwendiger Mensch sch«,zu einem Knechte geworden ist. Und niit einer solchen Erkenntnis und Gesinnungmuß und wird sick endlich auch die freudige und zuversichtliche Hoffnungverbinden und das Vertrauen auf das weitere Wort des Herrn (Matth. 19, Ns,daß bei Gott alle Dinge möglich sind.
Fragen wir nun nach den Mitteln, welche die Erziehung anzuwenden hat, u»,diesen wahren Muth in dem Zöglinge zu begründen und zu pflegen, so tritt uns auchhier wieder als ein besonders wichtiges, weil es den Erfolg der Anwendung alluübrigen bedingt, das eigne Beispiel des Erziehers entgegen. Ein Lehm,welcher sinnliche Genüsse höher achtet, als geistigen Genuß; welcher seinen Leib mizu haben scheint zu einer egoistischen, weichlichen und ängstlichen Pflege; welchem sei»!Bequemlichkeit mehr gilt als seine Pflicht; welcher sich mehr von Rücksichten ausPersonen bestimmen läßt, als von der Rücksicht auf die Sache — von einem solch«»Lehrer werden die Ermahnungen zu muthvoller Gesinnung wenig fruchten. Tageg!»wird oft wiederholter ausdrücklicher Ermahnungen dieser Art derjenige gar nichtbedürfen, welcher durch sein ganzes Verhalten zeigt, daß sein Sinn den höchsten Ziele»des Lebens stets zugewandt ist, und daß er dem, was die gemeine Masse für deHauptsache hält, eine muthige Geringschätzung entgegensetzt. In den Händen cimLehrers von dieser Art gestalten sich denn auch die großen Beispiele der Gi-sch ichte zu dem zweiten, höchst wirksamen Mittel der Erweckung und Förderung dlSMuthes. Sckron die Beispiele der biblischen Geschichte sind in diesem Sinne zu tür-menden. (Vgl. Ebr. 11, 32-34. 12, 2. Röm. 8, 35. 37-39.) In der Gk-schichte des elastischen Alterthums sind namentlich die hellenischen Bcfreiungskrikg!reich an erhebenden Beispielen des Muthes, daneben die erste Zeit der römischen Republik.
Ganz besonders aber fordert glücklicherweise die Geschichte unseres deutsch!»Volkes zur Vcrwcrthung in der angegebenen Absicht auf. Bei dein deutschen Stammnahmen Muth und Freiheitsliebe eine ganz eibcnthümliche Gestalt au. Er wird »ich!beherrscht von jenem abstracten Frciheitsschwindcl, wie unsere westlichen Nachbar».Sondern die Freiheit, welche der deutsche Muth vcrfickt, besteht in dem unbehindkri«Rechte, die deutsche Stammeseigcnthümlichkcit zu bewahren und ihr gemäß zu Ick».Der deutsche Muth, welcher diese deutsche Freiheit beschützt, hat im Kämpfe mit dl»Römern die deutsche Stammeseigenthümlichkeit behauptet, hat am Ende dem deutsi»Stamme selbst die Herrscherrollc erkämpft, und seinem „beharrlichen Widerstande «-dankt es die ganze neue Welt, daß sie da ist, so wie sie ist" (Fichte). Es ist als«die Freiheit des individuellen Lebens, was das deutsche Naturell verlangt, llidwie dieses Verlangen aus der Innerlichkeit des deutschen Gcmüthcs hervorgeht, sc er-klärt es sich aus dieser auch, daß der deutsche Muth vorzugsweise zum Muthe dnWahrheit wird. Darum hat auch der reinen evangelischen Wahrheit sich zuerst disGemüih unseres Volkes wieder aufgeschlossen, um sie am innigsten und lebendigst»sich anzueignen. Der deutsche Muth als Muth der Wahrheit tritt uns am herrlichst«in der Reformationszeit entgegen und es ist keine Zufälligkeit, daß Luther, der tiePReformator, zugleich das Muster eines deutschen Mannes ist. Sein „Ein feste N»!ist unser Gott!" ist der rechte Kampf- und Siegsgcsang des deutschen Muthes. Tl»deutschen Frcihcits- und den deutschen Glaubcnsmuth zeigt dann die Zeit der BesreniMkriege cc. in erhebendem Verein. Von den Männern aus jener Zeit, bei welchen W-lehrung zu holen ist über das Wesen und die Grundlagen des wahren Muthes, Dvor allen Schlciermacher und Fichte zu nennen. Jener hat in der Neujahrsprcduivon 1807 über das, „was wir fürchten sollen, und was nicht," von dem oben Mlangeführten Worte des Heilandes eine unübertreffliche und nicht genug zu beherzigcckAuslegung und Anwendung gegeben. Von Fichte gehört, abgesehen von den ,Ick«