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Musik.
Mustcrschule.
Muth.
die Jugend größerer Städte in weit besserer Lage, so ist hier dagegen die Versuch,»,-nickt gering, daß sie zu viel und vielerlei hört, und daß sie in ihrem Geschmacke krMode des Tages sich hingiebt, stets Neues liebt und dadurch geistig abgestumpft iM,Die Folge von llebcrfluß ist Gleichgültigkeit; also halte man darin Maß und sicheine sorgsame Auswahl.
5. Musikschulen müßen zwar überall, wo sie vollständig sein sollen, neben da HKünstlerschule auch eine Dilcttantenschule umfassen; indes überschreitet ihre Betracht»»; sauch in letzterer Hinsicht, da sie eigentliche Fachschulen sind, den unserm HaudbM ^ tgesteckten Rahmen. !
Musterlchrcr, s. Musterschule. ,
Musterschule. Ein schönes Wort, wenn es die Wahrheit enthält, aber nicht ob»! >Gefahr, wenn cs zum Namen wird. Wir finden es erstmals bei Rochow (s. d. Art.i.!Noch in neuerer Zeit hat man in Zürich „Normal- oder Musterschulen erricht»,welche für die schulen jedes Bezirks das Bild einer guten Schuleinrichtung i» der -Wirklichkeit darstellcn sollen" (Kirsch, Volksschulrecht 11, 153); solche Schulen hak« sdann die Schulamtscandidaten und die nur „bedingtsähigen Lehrer jährlich zwei ga»p i loder vier halbe Tage lang" zu besuchen. So erhält (Kirsch, ebendaselbst) in Oester-1 -reich „der vorzüglichste Triviallehrer in jedem Districte den Namen Musterlehrer und>seine Schule Mustcrschule" und die schwächeren Schullehrer werden angewiesen, sichjdarin eine bis drei Wochen lang „in den nöthigen Stücken unterrichten zu lassen und ks t -hierüber erhaltene Zeugnis dem Districtsaufsehcr einzusenden." Die Einrichtung imz!unter Umständen nicht übel sein. Strebsame Lehrer haben selbst den natürlich!« .Wunsch, solche Amtsgcnossen, welche für besonders tüchtig gelten, in ihrer Thätigkeitzu sehen und zu beobachten, um von ihnen zu lernen (vgl. „Fortbildung"), und nie»»eine Schulverwaltung jüngere oder schwächere Lehrer, sowie auch Pfarramtscandidatkizu solchem Besuche anhält, so wird das in vielen Fällen sehr wohlgethan sein. Midie Beilegung einer officicllen Benennung ist nicht unbedenklich, sofern sie gar MHochmut!) und Neid erwecken kann; der Name sagt auch vorn Lehrer und von d»Schule Prädicate aus, die vielleicht zur Zeit vollkommen wahr sind, aber mit krZeit allmählich ihre Wahrheit verlieren. Die Behörden werden bei der Besetzung vo»Lehrstellen an solchen Anstalten mit besonderer Sorgfalt zu Werke gehen; aber auchsie können irren und fehlgreifen, und wenn dann der Name bestehen bleibt, während dilSache abhanden gekommen ist, so ist das schlimm; also lieber weg mit dem Na,»!«.
In einem engeren L-inne wird das Wort Musterschule von solchen Schulen gi-braucht, welche mit Lehrerbildungsanstalten in Verbindung stehen, auch Seminarschul!«genannt, wie z. B. die Normal- oder Musterhauptschulen in Oesterreich, die M-maligen Musterschulen an den württcmbergischen Lehrerseminaren, und auch ihre Lehmheißen oder hießen Musterlehrer. Von solchen Schulen, welche, nach Einrichtung undBetrieb musterhaft, den Lehramtszöglingen ein Vorbild zu geben bestimmt sind, sindwohl zu unterscheiden die Ucbungsschulen für jdie Seminaristen (s. d. Art. Schnl-lehrerseminar).
Muth. Schon unter den „Cardinaltugenden" bei Sokrates hat der Muth s»Stelle gefunden. Sein griechischer Name aber (Mannhaftigkeit) bezeichnet ihn Bdie eigentlich männliche Tugend. Da nun die Erziehung im Knaben Hervorbild!»soll, was man bei dein Mann finden will, so sollte man denken, es müßten die Pädagog!»in ihren Systemen und Lehrbüchern dem Muthe jederzeit eine ausgezeichnete Sickangewiesen haben. Bei näherem Zusehen aber sieht man in dieser Erwartung Dvöllig getäuscht. Wenn es wahr ist, was Kapp gegen Schclling einmal behaus« .hat, daß die charakteristische Grundeigenschaft des deutschen Geistes der Muth sei ; ß ;könnte man das Schweigen deutscher Pädagogen über diesen Punct daraus erklär!», ^daß sie die Sache als eine selbstverständliche nicht erwähnt hätten. Zutreffender aberwird die Erklärung sein, daß eben die Rücksicht auf die Bildung des Verstandes duRücksicht auf die Charakterbildung überwog. Die praktischen Engländer haben einmsolchen einseitigen Jntellectualismus nicht gehuldigt, darum werden wir uns nichtwundern, gerade bei Locke in einem besonderen Paragraphen (115) vom Feigheuund Muth mit anerkennenswerther Ausführlichkeit gehandelt zu sehen. Uebrigenserkannte auch das deutsche Volk bald in der schweren Schule der Noth, daß es »iw