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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Mundart.

man mit dem Worte Stadtschulen, welche sich über das Niveau der gewöhnliche»Volksschule erheben, ohne darum Realschulen sein zu wollen. Das Nähere s. unterden bestimmteren Aufschriften: Stadtschule u. s. w.

Moderne Bildung, s. Bildung.

Monitoren, s- Censoren, Helfersystem, Bell-Lancaster.

Moral, s. Ethik.

Morgen- und Abendgebet, s. Hausgottesdrenst.

Mundart. Die Berechtigung der Mundart der deutschen Sprache auf dmpädagogischen Gebiete, oder genauer die Grenzen dieser Berechtigung, so gut diesgehen mag, sestzustellen, erscheint hier als unsere Aufgabe.

Die Mundarten sind die natürlichen nach den Gesetzen sprachgeschichtlitaVeränderung gewordenen Formen der deutschen Sprechweise der einzelnen Stämmeund ihrer Bruchtheile; sie sind naturwüchsig im Gegensatz zu der mehr oder minimgemachten, schulmeisterlich geregelten und schreiber-mäßig zugcstutzten Sprache daSchrift. Der hohe Werth der Mundarten für die wissenschaftliche Erkenntnis uusmrSprache ist damit schon ausgesprochen: dazu kommt aber das natürliche Interessewelches wir an denselben als dem so recht Heimlichen, reicht Angelernten haben müßmSie wurzeln ja immittelbar im Boden der Heimat und machen deshalb die Saitendes Gemüths erklingen, in der unmittelbarsten, nicht rcflcctirten, daher tief und volldie Stimmung beherrschenden Weise. So manches ist eben scelcnvoll undVerständnis!innig" nur in der heimischen Mundart auszudrücken; eine Uebersetzung in das Sehnst!deutsche läßt den lebendigen Puls nicht fühlen!

Wer einer Mundart recht kundig ist, bei dem hat sein Deutsch eine Heim,-dürfen wir daher mit vollem Recht sagen. Nichts verräth mehr den Mangel grüntlicher Bildung, als das vornehme Verachten der Mundart, und nichts ist lächerlirbulals das Streben, die angestammte Mundart völlig verbergen zu wollen, oder vollendsgar die Aussprache einer anderen nachzuäffen, welche man für besser halt. Le«wir die Sache genau betrachten, so müßen wir am Ende bekennen, daß eben bis qden heutigen Tag das Hochdeutsche mehr eine Schriftsprache ist, denn eine anHfür das Sprechen fixirte Lautsprache. Es giebt nun einmal in der Thatschlechtestdings keine allgemein gültigen Regeln über die Aussprache des g, über die Fälle, iisstwelchen das e ein offenes oder geschlossenes ist, über Diphthongen wie ei und a,jeu und äu. Mit einem Worte, die sog. Anarchie in der Rechtschreibung ist geck 'in Vergleich mit der Regel- und Rechtlosigkeit der Aussprache. Ein sogenannt«reines, nicht provinciell gefärbtes Deutsch hören wir in der That nur an den gropTheatern; in irgend einem besonderen Gau gewiß nicht. Geraume Zeit hindnnthaben auch die Gelehrten uns bereden wollen, die Meißener Mundart sei dies "von allen und um dieses Vorzugs willen zum Musterdeutsch erhoben worden.Sache ist umgekehrt:die Mundart der Meißener, übrigens hauptsächlich in Beziehm!ans Wendungen und Ausdrücke, ist vornehmlich darum rein und fchristgemäß, weil »diesen Gegenden die Gemeinsprache, das Lutherdeutsch, besonders auf das Lebeneii-gewirkt hat." Man betrachte nur, absehend von der städtischen Redeweise, die Sprastdes Landvolks in jener Landschaft, und man wird von jenem Vorurtheil zurückkommstDas aber ist wohl wahr, daß die Verschiedenheiten des landschaftlichen Idioms mder Schriftsprache am stärksten längs der nördlichen und südlichen Grenze unser«Vaterlandes hervortreten, am wenigsten in der mittleren Zone. , j

Und also denn noch einmal, wer eine andere Mundart nachzuahmen sich bemHder bringt sich selbst um das Beste, was eine Muttersprache bietet, nämlich umst!völlige Freiheit und Ungezwungenheit seiner Zunge, er verdammt sich selbst zum Mwährenden Spielen einer ihm fremden Rolle. Die Rede eines Schwaben hört Mwidrig oder lächerlich an, wenn er sich zwingt, vollkommen so zu reden, wie die iSchreibweise es darstellt. Von Predigern und Lehrern ist hierin schon Wunderbar«geleistet worden. Solche scheinen keine Ahnung davon zu haben, daß das Gcdmäivon jedem deutschen Stamm wirklich verschieden gelesen wird. Dagegen sagt "Iseinhörender Kenner wie August Schleicher in Jena: Wie herzig lautet doch die mmkünstelte Aussprache des schwäbischen Stammes! Uns Schwaben geht es danu W