Mittelalterliches Schulwesen. Mittelschule.
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^ Gymnasialunterricht mit zu ersetzen. Sie nahm im Verbände der Universitätsstudiendie letzte Stelle ein, wurde aber doch in ihrer Bedeutung als pia nutrix estorarum' kaenltatum anerkannt. Freilich fehlte ihr überall vor dem Auftreten des Humanismusder rechte Inhalt, da sie unter dem Einflüsse der Scholastik mehr und mehr von den, klassischen Studien sich entfernt und darauf sich beschränkt hatte, ihre Vorlesungen andie schlecht verstandenen alten Grammatiker, an die Werke des Aristoteles und Boe->thius, des Euklid und Ptolemäus anzuknüpfen.
Ueber die Dom- und Stiftsschulen dieser Zeit, desgleichen über die Parochial-schulen, ist wenig zu sagen.
Eine größere Regsamkeit finden wir in den Klosterschulen; die Benediktiner jedochversanken infolge ihrer Reichthümcr in Trägheit; dagegen treffen wir an vielen Ortenauf Franciscanerschulen; dieser Orden hatte ja unter anderm das Recht erhalten, überallSchulen zu errichten. Wie wenig im ganzen die Stifts- und Klosterschulcn taugten,beweist das von den Niederlanden (Gent, Apern re.) ausgehende, aber überall her-vortretende Bestreben der Stadtgemeinden, eigene Schulen zu erlangen unter demPatronate ihrer Obrigkeiten. Selbst viele kleinere Städte suchten sich hierin von denkirchlichen Gewalten unabhängig zu machen, die jedoch heftigen Widerstand leistetenund zuweilen sogar den Bannfluch herbeiführten, besonders da, wo Domcapitel oderansehnliche Klöster bestanden. Der Papst entschied, wo er angerufen wurde, häufig zuGunsten der Städte, deren Sieg jedoch selten zu bedeutenderen Schöpfungen führte,da die Stadtgemeinden nicht leicht zu größeren Opfern für ihre Schulen bereit waren,die Lehrer schlecht bezahlten, gerne Kleriker als Schulmeister annahmen und Unterrichtund Zucht sich meist an die Praxis der kirchlichen Anstalten anschloß. Der Klerussuchte den Unterricht der neuen Schulen auf ein möglichst geringes Maß zu beschränken,um seinen eigenen Anstalten die höhere Auctorität zu bewahren. An ein eigentlichesPolksschulwesen, desgleichen an eine zusammenhängende und durchgreifende Leitung desUntcrrichtswesens wird noch nicht gedacht; doch wendet man z. B. der weiblichenJugend etwas größere Theilnahme zu und ermuntert die Kinder der Armen durchzahlreiche Stiftungen und Spenden zum Besuche der Schulen. Der Familie bleibtüberall sehr vieles überlassen, die dann oft allerlei Winkelschulen benutzt.
Was die Lehrbücher betrifft, so trat an die Stelle der alten Grammatiker imspätem Mittelalter (etwa seit 1240) weit und breit das Ooetrinnls xuororumAlexanders von Villedieu, eine Grammatik in Versen und Reimen von übler Beschaffen-heit, welche der Etymologie, der Syntax und dex Pronunciation den Inhalt derHauptabschnitte des alten und des neuen Testaments in 212 leoninischeu Versen hinzu-fügt. Statt Geographie und Mathematik lernte man den Oisio - llniius, einen aus84 lat. Versen bestehenden Festkalender, der vielleicht schon im zehnten oder elftenJahrhundert entstanden ist. Den Januar z. B. bezeichnen zwei Verse, welche ausden Anfängen der Fest- und Heiligentage (Oisio Beschneidung, ilpi Erscheinung re.)zusammengesetzt sind:
Die junge Buchdruckerkunst trat überall gleich in den Dienst der Schule unddie Ausgaben der beliebteren Schulbücher folgten dann schnell auf einander. Siewar ein wichtiges Organ der neuen Zeit, die sich vorbereitete. Die alten Normenund Formen musckcn sinken. als nun der .ldumanismus auf breiterer Balis bie
. Mittelschule. Eine „mittlere Schule" bezeichnet nach dem Wortsinn zunächsteine solche, welche zwischen zwei anderen Schulen oder Schnlgattungen in der MitteE v Der bestimmtere Sinn des Wortes hängt also davon ab, welcher Art diese, beiden Schulgattungen seien. Da ist denn vorzugsweise entweder an Volksschule und, Hochschule zu denken — und in diesem Sinn sind Mittelschulen die Gymnasien, latei-; nychen und Realschulen —, oder an Volksschule und Realschule — und dann bezeichnet
Oisio-llnnus Lpi sibi vsuäieat Oe. lleli. Llar. L,u.lNisea llad. Viuesnti l?nu, l?oi. Our. iiobilo lumsu.
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rcformation die Geister erregte und an die vom Humanismus ausgegangene Bewegung
sich anschloß.
Mag. Handbuch. II.
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