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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Mittelalterliches Schulwesen.

kam und der Bürgerstand zu kräftiger innerer Entwicklung sich erhob, und in Wortund Schrift auch scharfe Kritik und laute Opposition wagte, so behauptete dw Hierarrlwdennoch im großen und ganzen die geistige Leitung der abendländischen Völker. Den»auch die Universitäten, obwohl eine derselben (Prag) Ausgangspunct der drohendstenBewegung wurde, blieben schließlich in vollständiger Obedicnz. Die Dom- und Klosv-schulcn hinderten trotz ihres kläglichen Scheinlebens doch das Emporkommen dkj >Neuen. Und auch die rasch sich mehrenden Stadtschulen blieben in enger Verbindungsmit der Kirche.

Das Unterrichtswcscn dieser Zeit im ganzen gewährt einen traurigen Anblick.Den kirchlichen Leitern desselben fehlte es an dem Bewußtsein ihrer Aufgabe; duHeilswahrheiten traten an den höheren Schulen vor einer streitlustigen Scholastik zurück,und waren in den niederen Schulen, wie im ganzen kirchlichen Leben, bis aus dürftig!Formeln verdrängt, die Schulen wurden nirgends als eigentliche Bildungsansrälte», indenen Menschen mit dem Edelsten für Zeit und Ewigkeit auszustattcn sind, behandili,der Unterricht war handwerksmäßig, schwerfällig, abstumpfend, die Zucht pedantisch,oft rauh und hart, das ganze Schulleben, mit Ausnahme der Erquickungen, welchKirchenfeste und Schulfcierlichkeiten brachten, düster und freudlos. Anregungen gmBessern gaben die Hieronymianer für die Niederlande und das nördliche Deutschland,die Humanisten für das ganze Abendland.

Das vielfach empfundene Bedürfnis nach Schulbildung suchte man zunächst überalldurch Gründung von Universitäten zu befriedigen, die freilich die VorbcreitmizS-studien so viel als möglich mit in sich aufnehmen mußten.

Diese vielen Universitäten wurden ebenso viele Freistätten für die Wissenschaften sund boten für einen weiten Unrkreis Befriedigung der vorhandenen Bildungsbedürfnisse.Die Vereinigung so vieler Gelehrten unter dem Schutze großer Privilegien und eines;stark entwickelten Corporationsgeistes, die Mischung sehr verschiedener Stämme undNationen, der Sprösslinge der edelsten Geschlechter mit den Söhnen. schlichter Hand-werker, war für die allgemeine geistige Entwicklung in mancherlei Beziehung förderlick.!

Das Zusammenleben der Studirenden in den Collcgien und Bursen hatte groß!Bedeutung für Bildung von Geist und Charakter. Diese Anstalten entstanden an dagroßen Mutter-Universität Paris daraus, daß zuerst im I. 1209 die Mildthätigkeit dasCollegium oder Hospiz der guten Kinder von St. Honors eröffnete, ursprünglich nur,um Obdach und Nahrung darzubieten. Im I. 1250 gründete Hierarif Robert Serben,;Capellan Ludwigs des Heiligen, zuerst für 16 arme Studenten der Theologie daSCollegium, welches seinen Jlamen (lg, Lorbonuo) behalten und in der Geschichte lastfranzösischen Kirche durch Jahrhunderte einen eigenthümlichen Einfluß ausgeübt Hai,An diese Kollegien schlossen sich dann in den folgenden Jahrhunderten noch viele anden,!von Fürsten, Bischöfen und Staatsbeamten gestiftete an, viele von den Orden imm-haltcncn Häuser, sowie eine Menge von Privatanstalten. Die Beneficiaten der Collegiawurden nun bald unter eine regelmäßige Leitung gestellt, bald auch in besondere!Weise von Lehrern, welche mit ihnen dieselbe Wohnung theilten, unterrichtet. Exter» ^schlossen sich an und allmählich zog sich der ganze Unterricht der Universität in dieColleaien.

In kleinerem Maßstabe wurden solche Einrichtungen auch an den kleineren ll»i- !versitäten Frankreichs als zweckmäßig erkannt und die meisten deutschen UniversMilwurden nach dem Vorbild der Pariser eingerichtet; nur daß an den deutschen lliii-sversitäten zwischen Collegium und Bursa ein Unterschied sich bildete. In den Collegia!waren in der frühesten Zeit Universitätslehrer in gemeinsamer Wohnung unter ein«!Vorsteher verbunden. Die Bursen waren (bursg erumong sx oorio, Börse) Kff-hänser, in welchen Acrmere und Reichere um einen niedriger» oder höher» Preis Aff!nähme fanden. In diesen vereinigten sich dann die Studirenden und die Obhut hatirffdie rootores bursgrum zu führen, welche wieder dem Rector der Universität ver«wörtlich waren. In engern Kreisen hatten dann wieder AuZlstri oder L-woslMw,das sittliche Verhalten der Lursgtob zu überwachen, sie zu regelmäßigem Besuche daVorlesungen anzuhalten und für Beköstigung Sorge zu tragen. Der Unterricht zerf»in Vorlesungen, Repetitionen und Disputationen.

Tic Facnltät der Artisten (philos. Fac.) hatte zu einem großen Thcile uns»