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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Mkdchcnerziehung.

schriften für das Weib dringt, die Abhängigkeit desselben vom Manne und dieZurückgezogenheit des Lebens überhaupt. In der That läßt sich alles, was dasweibliche Gemüth als solches unterscheidet und was es in seiner sittlichen Schönheitcharakterisirt, auf jene Abhängigkeit und Zurückgezogenheit des Daseins, oder mit einemWorte, auf das Leben des Hauses zurückführen. Zunächst jene Reihe von sittlichenAnlagen, welcke das Weib befähigen, erbarmende Liebe zu üben, zu pflegen und wohl-zuthun, zu beschwichtigen und auszugleicheu und den Frieden aller zu befördern. Offenbarist in der weiblichen Seele jener Drang der persönlichen Hingebung an andere, derSelbstverleugnung, habitueller und continuirlichcr vorhanden, als in der männlichen,und er ist es eben darum, weil auf ihm das Familienband und das Familieuwohl ruht.So ist denn mit Recht gesagt worden, daß die Liebe, welche im Leben des Mannes nureine Episode ist, das Leben der Frau ganz und gar erfülle. Aber freilich erst indemdiese liebende Hingebung durch das Christenthum auf die ewigen Zwecke des ReichesGottes gelenkt worden, ist auch die Frau vollkommen das geworden, was sie von An-fang an sein sollte, eine Gehülfin des Mannes, die um ihn wäre. Der Pflichten-kreis, der in dieser Aufgabe des weiblichen Lebens gesetzt ist, hat ebensoviel sittlicheWürde und Bedeutung als derjenige des Mannes. Es war daher, wie A. Monodin seinen Reden au das weibliche Geschlecht (Im Ismms, cksux äisoours p. LI.Uuris 1854) treffend hervorhebt, eine große Verkennung des eigentlichen Sachver-haltes, wenn Kant dem Manne die erhabene, dem Weibe die schöne Tugend vindicirte.Denn wie weit sehr häufig der Heroismus weiblicher Liebe die persönliche Aufopferungs-fähigkeit des Mannes übertrifft, das bedarf keiner Erwähnung. Nur der Unterschiedexistirt in der sittlichen Aufgabe des Mannes und des Weibes, welcher durch die Ge-bundenheit des Weibes an die Lebensform der Familicnhaftigkeit entsteht. Auf diesesGrundverhältnis gründet sich ferner jene regere, zartere und leichter verletzbare Züchtig-keit, welche das Weib offenbart und welche Sitte und Gesetz von ihm fordern. Nurin der Familie ist das Weib für die Familie sicher bewahrt. Mit dieser ganzenBestimmung für das Haus steht aber ferner eine andere Eigenthümlichkeit des weib-lichen Geschlechts in Verbindung, welche von entscheidender Bedeutung für die Auf-gabe der Erziehung ist. In dem Weibe sind alle sittlichen Eigenschaften unter einanderinniger verbunden, als in dem Manne. Was an der echten Weiblichkeit gefällt, dasist nicht diese oder jene Eigenschaft, es ist das ganze Zusammenwirken aller edlenEigenschaften; es ist die Einfalt des Wesens, welche kein Gewicht auf diese oder jeneTüchtigkeit legt, sondern das Vorhandensein derselben als etwas natürliches und noth-wendiges betrachtet. In dieser Eigenthümlichkeit der weiblichen Natur, die niemandherrlicher gezeichnet hat als E. M. Arndt (in seinen Briefen an Psychidion überweibliche Erziehung S. 114 f.), ist der Grund dafür zu finden, daß schon das Alter-thum auf die Frage, welches das beste Weib sei, die Antwort gab: diejenige, von derman am wenigsten spricht. Es ist eben kein besonderer Beruf und darum keine be-sondere Leistung oder Eigenschaft, die von der Frau gefordert wird, sondern der Berufaller Frauen der Welt ist ein einiger und ein gleicher und wird von derjenigen amrichtigsten erfüllt, welche sich am meisten davor hütet, durch Eingehen auf besondereLebenszwecke die Einheit ihres Berufs zu zersplittern und dadurch ihn selbst aufzu-geben. Sichtbar ist aber auch hier die Uebercinstimmung, in der wir die weiblicheNatur mit dem Wesen des Hauses finden. Und wie hier die Natur des Weibes ihrersittlichen Aufgabe eutgegenkommt, so auch in demjenigen Puncte, an welchem die un-reifen Emancipationstheorieu unserer Zeit so großen Anstoß nahmen, in der Abhängig-keit des Weibes von dem Manne und der äußeren Unterordnung unter ihn. Esheißt völlig den Sinn des Weibes verkennen, wenn mau die natürliche Neigung des-selben, sich leiten, sich bestimmen, sich beherrschen zu lassen, übersieht. Der oberfläch-lichste Blick ins Leben muß uns davon überzeugen, daß nur diejenige Frau eine glück-liche ist, welche zu einem charakterfesten Manne aufblicken kann.

Da nun alle Eigenthümlichkeiten der weiblichen Natur gerade so, wie das Christen-thum, das Weib in die Schranken der häuslichen Abhängigkeit und Zurückgezogenheitweisen, so wird Häuslichkeit zur specifischen Form der weiblichen Sittlichkeit. E. M.Arndt bezeichnet diese Stellung des Weibes mit dem treffenden Worte:das Weibsoll am Leben stehen". Der Schritt in die Oeffentlichkeit soll immer verhängnisvoll