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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Luther.

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wie etliche Abergeistlichc vergeben; sondern ich wollte alle Künste, sonderlich die Musicagern sehen im Dienste des, der sie gegeben und geschaffen hat."

Das waren hauptsächlich die Elemente, die von Luther in Bewegung gesetzt diedeutsche evangelische Volksschule geschaffen haben, zu der die Idee vom all-gemeinen Priesterthum immer kräftiger hindrängte, so sehr auch bei Luther noch dieGelehrtcnschule mit ihrer ausschließlich lateinischen Bildung überall im Vordergründestand. Daß aber Luther die Bedürfnisse des Volkes schärfer ins Auge faßte, alsMclanchthon, geht daraus hervor, daß während dieser in seinem Schulplane derMädchen nicht einmal Erwähnung thut, Luther schon 1527 in einem Briefe an Elsevon Kanitz schrieb:Ehrbare, tugendsame Jungfrau Else, ich habe euer lieben MuhmenHanne von Plausig gebeten schriftlich, daß sie euch wollte zu mir schicken eine Zeitlang: denn ich gedacht euch zu brauchen, junge Mägdlein zu lehren und durch euchsolch Werk andern zum Exempcl anzufahcn. Bei mir sollt ihr sein zu Haus undTisch." Noch früher (1523) hatte er in der Lcisnizer Kastenordnung vorgesehen, daßeine ehrliche, betagte, untadelige Weibsperson als Lehrerin gehalten werden sollte.Auch hatte er Mädchenschulen in seiner Schrift an die Rathsherrn (1524) als all-gemeines Bedürfnis anerkannt und empfohlen, da die Welt, auch ihren weltlichenStand äußerlich zu halten, nicht bloß feiner und geschickter Männer, sondern auch derFrauen bedürfe, die wohl ziehen und halten können Haus, Kinder und Gesinde.Damit solche Frauen aus Mägdlein werden, sei cs uöthig, daß man die Mägdlein rechtlehre und aufziehe.Ein Mägdlein kann ja so viel Zeit haben, daß sie des Tageseine Stunde zur L>chule gehe und dennoch ihres Geschäftes im Hause wohl warte;vcrschläfts und vertanzt es, und verspielet cs doch wohl mehr Zeit."

Das unmittelbare Bedürfnis der Reformation trieb jedoch dahin, daß Leute fürdie gelehrten Stände vorgebildet wurden, die im Prcdigtamt und weltlichen Regimentdie Sache Christi vertreten und fördern könnten. Luther hatte cs erkannt, daß Gottdie Sprachen als das Mittel geschickt habe, dem Evangelium wieder den Weg zubahnen. Von diesem Gesichtspuncte aus empfahl er den Rathsherrn aller StädteDeutschlands die Errichtung christlicher Schulen, die hauptsächlich auf Sprachunter-richt gegründet allen Ständen ohne Unterschied offen stehen sollten, da es für jeder-mann nützlich sei, Latein zu verstehen.Und wenn schon ein solcher Knabe, so Lateingclernet hat, darnach ein Handwerk lernet und Bürger wird, hat man densclbigcn inVorrath, ob man sein etwa zum Pfarrhcrrn oder sonst zum Wort brauchen müßte:schadet ihm auch solche Lehre nichts zur Nahrung, er kann sein Haus desto baß re-gieren." Die Hauptschrift über die gelehrten Schulen ist jene Vcrmahnungs-schrist Luthers an die Rathshcrrn aller Städte Deutschlands, daß sie christlicheSchulen aufrichtcn und erhalten sollen (1524), die als der eigentliche Stiftungsbriefder Gymnasien zu betrachten ist. In derselben sprach L. so recht aus unmittelbargöttlicher Vollmacht, weil ihmGott den Mund aufgethan und ihn heißen reden."Seine Worte hallten wie ein Donner durch ganz Deutschland und weckten dieschlafenden Gewissen. Er konnte sich mit Recht rühmen, daß er nicht das Seinesuche, sondern das Beste des ganzen deutschen Landes und Volkes und daß sie, wosie ihm hierin gehorchten, ohne Zweifel nicht ihm, sondern Christo gehorchten, undwer ihm nicht gehorchte, nicht ihn, sondern Christum verachtete. Auf den Inhaltdieser Schrift cinzugehcn, überschreitet aber die Grenzen unserer Aufgabe.

Beachtcnswerth ist jedoch, wie eindringlich es L. in dieser Schrift einschärft, daßes Pflicht der Obrigkeit sei, für die Schule zu sorgen. Einer Stadt Gedeihen,führt er aus, liege nicht darin, daß man große Schätze sammele, feste Mauern, schöneHäuser, viele Büchsen und Harnischzeugc, sondern allein darin, daß sie viel freier, ge-lehrter, vernünftiger, ehrbarer, wohlerzogener Bürger habe. Es sei Schuld der Obrig-keit, daß cs jetzt so dünne sehe von geschickten Leuten, da sie das junge Volk habeauswachsen lassen, wie das Holz im Walde wüchset, und nicht zugesehen, wie man eslehre und ausziehe. In dem Sermon, daß man die Kinder zur Schule halten solle,spricht er der Obrigkeit die Pflicht zu, die Unterthanen zu zwingen, daß sie ihreKinder zur Schule bringen.Kann sie die Unterthanen zwingen, so da tüchtig dazusind, daß sie müßen Spieß und Büchsen tragen, auf die Mauern laufen und anderesthun, wenn man kriegen soll; wie viel mehr kann und soll sie die Unterthanen zwingen,