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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Luther.

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sind: Glaube und Liebe.Des Glaubens Säcklein habe zwei Beutlen^ in dem einenBentlein stecke das Stück, daß wir glauben, wie wir durch Adams Sünde allzumalverderbt, Sünder und verdammet sind, Röm. 5, 12. Ps. 51, 7. Im andern steckeLas Stücklein, daß wir alle durch Jesum Christ von solchem verderbten, sündlichcn,verdammten Wesen erlöset sind, Röm. 5, 18. Joh. 3, 16. Der Liebe Säcklein habe.auch zwei Beutlein; in dem einen stecke dies Stücke, daß wir jedermann sollen dienenund wohl thuu, wie uns Christus gethan hat, Röm. 13, 8; in dem andern stecke dasStücklein, daß wir allerlei Böses gerne leiden und dulden sollen, 1 Joh. 3, 16. Wennnun ein Kind beginnet solches zu begreifen, daß maus gewöhne, aus der PredigtSprüche der Schrift mit sich zu bringen und den Eltern aufzusagcu, wenn man essenwill über Tische, gleichwie man vorzeiten das Latein aufzusagen pflegcte, und darnachdie Sprüche in die Säcklein und Bcutlein stecken, wie man die Pfennige und Groschenoder Gulden in die Taschen steckt. Als, des Glaubens Säcklein sei das gülden Säck-lein; in das erste Bentlein gehe dieser Spruch, Röm. 5, 12: Von eines einigen Sündesind sie alle Sünder und verdammt worden; und der Ps. 51, 7: Siehe in Sünden binich empfangen, und in Unrecht trug mich meine Mutter. Das sind zween RheinischeGulden in das Bcutlein. In das andere/Bcutlein gehen die Ungarischen Gulden, alsdieser Spruch, Röm. 4, 25: Christus ist für unsere Sünde gestorben und für unsereGerechtigkeit auferstauden; Item Joh. 1, 29: Siehe, das ist Gottes Lamm, das derWelt Sünde trägt. Das wären zween gute Ungarische Gulden, in das Beutlein.Der Liebe Säcklein sei das silberne Säcklein; in das erste Beutlein gehen die Sprüchevom Wohlthun, als Gal. 5, 13: Dienet unter einander in der Liebe. Matth. 25, 40:Was ihr einem aus meinen Geringsten thut, das habt ihr mir selbst gethan. Daswären zween silberne Groschen in das Bcutlein. In das andere Bcutlein gehe dieserSpruch, Matth. 5, 11: Selig seid ihr, so ihr verfolget, werdet um meinetwillen.Hebr. 12, 6: Wen der Herr lieb hat, den züchtiget er, er stäupt aber einen jeglichenSohn, den er aufnimmt. Das sind zween Schrcckenberger in das Bcutlein. Undlasse sich hie niemand zu klug dünken und verachte solch Kinderspiel." Unter denLehrern hielt er diejenigen für die besten und nützlichsten, die die zehn Gebote, denGlauben und das Vater Unser recht lehren. Er beklagte cs, daß so wenige Predigeres recht verstehen und statt dessenin Daniel, Hosca, Apokalypse und dergleichenschweren Büchern hochherfliegcn."

1529 schrieb Luther zuerst seinen großen, alsdann den kleinen Katechismus.In der Vorrede zum erstern sagt er:Diese Predigt ist dazu geordnet und angefangcn,daß es sei ein Unterricht für die Kinder und Einfältigen: darum sie auch von Altersher heißet Katechismus, das ist eine Kinderlehre, so ein jeglicher Christ zur Nothwissen soll; also, daß wer solches nicht weiß, nicht könne unter die Christen gezähletund zu keinem Sacrament zugelasscn werden. Gleichwie man einen Handwerksmann,der seines Handwerks Recht und Gebrauch nicht weiß, auswirft und für untüchtighält." Ucber den Anlaß zum kleinen Katechismus spricht er sich in der Vorrede alsoaus:Diesen Katechismum oder Christliche Lehre in solche kleine, schlechte, einfältigeForm zu stellen, hat mich gezwungen und gedrungen die klägliche, elende Noth, so ichneulich erfahren habe, da ich auch ein Visitator war." Darauf schildert er die er-schreckende Unwissenheit des gemeinen Mannes und vieler Pfarrherrn in der christlichenLehre und beschwört die letzteren, sich ihres Amtes besser anzunehmen, sich zu erbarmenüber das Volk, das ihnen befohlen sei, und zu Helsen, den Katechismum in die Leute,sonderlich in das junge Volk zu bringen. Dabei ermahnt er zunächst den Text fleißigzu treiben, aber immer in einerlei Form, sodann die Erklärung und erst, wenn derkleine Katechismus richtig gelehret und geübt sei, den großen vorzunehmen, um reicherenund weiteren Verstand der einzelnen Stücke zu geben.

Der Katechismus war Luthers Lieblingswerk. Er selbst sagt darüber in einemBriefe an Capito:Ich erkenne keines meiner Bücher für vollkommen an, außer etwadas vom geknechteten Willen und den Katechismus," und ein andermal:Ich kannsnicht ausstudiren, noch auslcrnen, sondern lerne doch täglich darin und bete den Kate-chismus mit meinem Sohn Hansen und meinem Töchterlein Magdalcnen." Noch inseinen letzten von Eisleben kurz vor seinem Tode geschriebenen Briefen erinnert er seineKäthe, den Katechismus nicht liegen zu lassen. So in dem Briefe vom 7. Fcbr.: