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Luther.
gottselig auferzogen hatte. Wiederum hob er hervor, was Eli verdient habe, daß erseine Kinder übel zog. In König Salomon, der unter seinen königlichen Geschäftendas Buch der Sprüche für das junge Volk gemacht, sah er ein Exempcl für alleKönige und Herren, daß sie sich auch der Jugend annehmen sollten. Aber als dashöchste Vorbild stellte er Christum selbst hin, der die Kinder zu sich kommen läßtund sie uns befiehlt, indem er die Engel rühmt, die ihrer warten, der nicht bloß lehret,ein wie großer Dienst cs ist, so man das junge Volk wohl ziehet, sondern der auchgreulich zürnt, so man sie ärgert und verderben läßt.
Der Ehestand, der durch die Reformation zu Ehren kam, hat als die lieb-reichste und beste Arbeit, daß man die Kinder, die uns Gott giebt, versorget und auf-erziehet. „Ein Hausvater, der sein Haus in Gottesfurcht regieret, seine Kindlein undGesinde zu Gottesfurcht und Erkenntnis, zu Zucht und Ehrbarkeit ziehet, der ist ineinem seligen, heiligen Stande. Also eine Frau, die der Kinder wartet mit Essen,Trinken geben, Wischen, Baden, die darf nach keinem heiligeren, gottseligeren Standfragen. Was kann doch in der Gemeinde Gottes besseres und nutzeres gelehrt werden,denn das Exempel einer gottseligen Hausmutter, die da betet, seufzet, schreiet, Gottdanket, das Haus regieret, thut was das Amt eines frommen Weibes mitbringet, be-gehret, daß sie möge Kinder haben mit großer Keuschheit, Dankbarkeit und Gottselig-keit? Was sollte sie mehr thun? Aber der Papst, Cardinäle und Bischöfe sollen dasnicht sehen, denn sie sind cs nicht Werth." Ein solches Haus nennt 8. eine rechteKirche, ein auserwählet Kloster, ja ein Paradies. Denn Vater und Mutter werdenGott hier gleich; denn sie sind Regenten, Bischöfe, Papst, Doctor, Pfarrherr, Prediger,Schulmeister, Richter und Herr. Daruin sieht er auch in dem Ehestande den Ursprungalles weltlichen Regimentes und in dem Hausregiment das Fundament des gutenVölkerregimentes.
Christliche Kinderzucht hält L. für eine schwere und mit großer Verantwortlichkeitverbundene Sache. Darum will er, daß ein jeglicher ehrlicher Mensch seines KindesSeele mehr, tiefer, fleißiger ansehe, denn das Fleisch, das von ihm kommen ist, undsein Kind nicht anders achte, denn als einen köstlichen ewigen Schatz, der ihm vonGott befohlen sei zu bewahren, daß ihn der Teufel, die Welt und das Fleisch nichtstehlen und umbringcn. Denn er wird von ihm gefordert werden am Tode undjüngsten Tage, mit gar scharfer Rechnung.
Die Aufgabe aller christlichen Kinderzucht faßt er in dem Worte desPaulus Ephes. 6, 4 zusammen: „Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, son-dern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn." Bei Erklärung dieserWorte (in der Auslegung des 4. Gebotes) hebt L. zuerst hervor, daß es Pflicht der
Eltern sei, ihre Kinder nicht mit Ungestüm zu erziehen, nicht zu Zorn und Klein-
müthigkeit zu reizen, damit der Kinder Gcmüth, weil es noch zart ist, nicht ganz
in Furcht und Blödigkeit gerathe und erwachse in ihnen ein Haß gegen die Eltern.
Auch soll es den Weibern, die der Kinder warten, nicht gestaltet sein, mit Larvenund Schreckbildern und andern Gaukeleien die Kinder zu fürchten zu machen. Viel-mehr sollen die Kinder also erzogen werden, daß sie die Dinge fürchten, die manfürchten soll. In der Auferziehung „in der Zucht und Vermahnung zum Herrn"steht er die zwei «tücke, daß man sie soll lehren, was zu lehren ist, undstrafen, wenn sie der Lehre nicht Nachkommen. Die Lehre hat es vor allemmit geistlichen Dingen zu thun. „Das ist aber die Lehre Gottes, so du die Kin-der lehrest erkennen den Herrn Christum, daß du sie lehrest, stets im frischen Ge-dächtnis haben, wie er für uns gelitten hat, was er gethan und was er verheißenhat. Also war den Kindern Israel von Gott geboten, daß sie ihren Kindern undNachkommen erzählen solltey die Wunder, die Gott ihren Vätern in Aegypten gethanhatte (Pf. 78, 4). Und wenn sie nun solches wissen und noch nicht lernen Gottlieben, ihm danken und beten und Christo Nachfolgen, soll man weiter vornehmen dieStrafe des Herrn; das ist, halte ihnen vor das schreckliche Gericht Gottes und seinenZorn über die Bösen. Dieses will Gott den Kindern vielmehr vorgehalten haben, alsder Menschen, das ist unsere eigene Strafe. Und das nicht ohne Ursache; dann sollteman sie allein gewöhnen zu der Eltern Furcht, so käme es dazu, daß sie endlich auchin den Dingen, die Gott angenehm , sich vor den Menschen fürchten. Darum soll