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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Lockt.

Luther.

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Leurtheilen. Die Forderung zwar, daß man von Kindern nur das verlangen soll,wozu sic Lust haben, hat. er selbst durch das Eingeständnis, daß der Zögling lernenmuß, auch gegen seine Neigung seiner Pflicht zu folgen, auf das rechte Maß zurück-geführt. Aber von dem Werthe desspielenden Unterrichtes" hat er doch eine vielzu gute Meinung, und das Interesse für einen Uuterrichtsgcgcnstaud weiß er immernur auf die Ucberzeugung des Zöglings von dessen äußerlicher Anwendbarkeit undNützlichkeit zu gründen. Von der Methode, welche das innere Leben des Gegenstandesentbindet und dadurch mit dem Interesse für die Sache selbst daS geistige Leben desZöglings erweckt und seine geistige Kraft übt, hat L., wie alle pädagogischen Utili-tarier, keinen Begriff.

Es ist L.'s großes Verdienst, daß er dem Gebiete der Erziehung auf energischeWeise das Nachdenken der Gebildeten zugcwandt hat, wenn er auch dabei, als einKind seiner Zeit, in aufklärerischem Ncucrungsstreben das gute Alte unterschätzte, überder körperlichen Erziehung und der Vcrstandesbildung Phantasie und Gemüth ver-nachläßigte und infolge seiner gesellschaftlichen Stellung sein Interesse der eigentlichenVolksbildung nicht zuwandte. Um gleiches Aufsehen, wie Rousseau, zu machen, dazuwaren seine Forderungen nicht einseitig und paradox genug. Aber ihre größere Be-sonnenheit sichert ihnen eine größere fortwährende Anwendbarkeit, und wir wüßtenkein Buch, welches die alltäglichen Unarten der Erzieher in Bezug auf die äußereBehandlung der Kinder schärfer erkennen lehrte, und zu ihrer Beseitigung zweck-mäßigere Rathschläge gäbe, als dies L.'s Schrift, namentlich in ihrem zweiten Ab-schnitt, thut.

Lüge, s. Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit.

Lüsternheit, s. Mäßigkeit.

Luther, Martin. Ta jedes Volksschullesebuch die prägnanten Züge aus demKnaben- und Jünglingslebeu L.'s enthält und die Acte seines öffentlichen Wirkensder Kirchen- und Weltgeschichte angeboren, so wird es gestattet sein, hier dies alleszu überschlagen und sogleich an die Schilderung des großen Mannes in seinem Re-formationswerke auf dem Gebiete der Jugendbildung und Erziehung näher hcranzu-treten. Vorausgehen soll nur eine kurze Aufzählung der pädagogischen Literatur ausL.'s Feder. Es gehört hicher schon seine Schrift an den christlichen Adel deutscherNation, 1520 herausgcgcben, in der die Verbesserung der deutschen Universitätendringend empfohlen war. In demselben Jahre war seineKurtzc Form die zehenGebote, Glauben und Vater Unser zu betrachten" erschienen. 1521 begann er dieUebersetzung der heiligen Schrift. 1524 verfaßte L. das berühmte Schreiben au dieRathshcrrn aller L-tädte Deutschlands, daß sic christliche Schulen aufrichten und-halten sollten. 1530 erschien die Predigt, daß man die Kinder zur Schule haltensolle. Wenn auch L. später bis zu seinem Tode die Aufgabe des Unterrichtes und derchristlichen Erstellung nicht weiter in besonderen Schriften darlcgtc, so enthalten dochseine Predigten, Bibelauslcgungen, Tischreden und Briefe so viele hierauf bezüglicheAussprüche, daß man erkennt, wie er während seiner ganzen Wirksamkeit die Refor-mation der Kircke in innigem Zusammenhänge mit der Verbesserung der Kinderzuchtund des Unterrichtes auffaßte.

Es ist schwer, die Fülle allenthalben ausgestrcuter inhaltsvoller Bemerkungen überchristliche Kinderzucht, die alle von der tiefsten Kenntnis des menschlichen Herzensund von der klarsten Einsicht in die Noth und die Bedürfnisse des Volkes zeugen,ins Kurze zusammenzufasscu. Man möchte den großen Mann am liebsten überallselbst reden lassen, wie es K. v. Raumer in der Geschichte der Pädagogik gethan hat.Luther erkannte es tief, daß alle Nothitände in der Christenheit daher kommen, daß sichniemand der Jugend annimmt.Soll es wieder in einen guten Schwang kommen, somuß es wahrlich an den Kindern angefangcn sein." Festgcgründct im Worte Gottes führteer seine Ermahnungen überall auf die heilige Schrift zurück und holte von dort derrechten Kinderzucht Exempel. Mit Nachdruck wies er darauf hin, daß es die höchstenund besten, Gott wohlgefälligsten Werke seien, die man an den Kindern thut, andenen man Himmel und Hölle verdienen könne. Er erinnerte an Abraham (1 Mos.18, 19.), an Sarah und Rebecca, die die vortrefflichsten Hausmütter gewesen, anJonadab, der herrlich gelobt wird in seinen Kindern, darum daß er sie fromm und