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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Lob.

Locke.

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qewi' scn, d. h. auf die Erweckung des Sinnes für die Anerkennung von seiten dcr-lenigen, deren Anerkennung wirklichen Werth hat, damist auf diese Weise die ZöglingeZugleich vor dein verführerischen Lobe der Schlechten bewahrt bleiben möchten. BcrErtheilung von Lob aber muß das göttliche Gesetz den einzigen Maßstab bieten, wonachgemessen wird: nur mit diesem darf der Zögling verglichen werden und etwa mit sichselbst, wie er ans einer früheren Stufe, oder bei einer anderen Gelegenheit gewesen ist,noo er weniger Lob verdiente. Dagegen ist die lobende Vergleichung mit Mitschülern,welche zugleich für diese zu einem Tadel wird, ungehörig und gefährlich, weil sie dieauf solche Weise Getadelten erbittert, den Belobten aber eitel macht und das rechteVerhältnis zwischen beiden stört. Auch in dieser Beziehung können die Jesuiten alsabschreckendes Beispiel dienen.

Also keine Vergleichung der Zöglinge unter einander, w ährend man euren lobt!Wohl aber Berücksichtigung ihrer verschiedenen Individualität, cheman einen lobt. Fast möchten wir in dieser Beziehung das Paradoxon aussprechen,daß die Tadelnswcrthen gelobt und die Lobenswerthcn getadelt werden müßen. Ausder harten Zucht derjenigen Kreise z. B-, aus welchen die Volksschule ihre Schülerempfängt, sowie aus den p, natü rlichen Druck der Verhältnisse irr dieser: Kreisen, werdendein Erzieher Zöglinge zugeführt, welche verschüchtert und verkümmert sind, weil sienoch niemals die Freude gehabt haben, daß ihnen, was sic versuchten und leisteten,cirr Wort freundlicher Anerkennung eingetragen hat. Solche Kinder werden zunächstsehr wenig leisten; aber gerade darum muß man gerne die Gelegenheit ergreifen, siedurch ein freundlich ermunterndes Lob zur Selbstthätigkeit zu crmuthigen. Gleichesgilt von Zöglingen, welche für einer: Unterrichtsgcgcnstand oder sonst eine von ihnenzu verlangende Thätigkeit kein lebendiges Interesse gewinnen können. Dagegen wirdder im ganzen tüchtige Schüler durch einen gelegentlich ausgesprochenen Tadel arnwenigsten niedergedrückt, wohl aber vor der Einbildung, als ob ers schon ergriffenhätte, bewahrt und angcspornt werden, dem vorgestcckten Ziele nachzutrachten.

Eine pädagogische Verwerthung des Lobes, wie sie in dem Obigen gefordert ist,wird wohl vor: den: Vorwurfe, das unkindlichste und unchristlichste Motiv zu sein,nicht getroffen Werder:, welchen K. von Raumer der Aufstachelung eines eiteler: undeifersüchtigen Ehrgeizes mit vollem Rechte gemacht hat.

Localfchulcn, s. Schulbezirk.

Location, s. Rangordnung.

Locke, John. (Leckes Leben ist beschrieben von Raumer, Geschichte der Päda-gogik, II. S>. 112136 und besonders von Schär er, John Locke. Seine Ver-standestheorie und seine Lehren über Religion, Staat und Erziehung. Leipzig 1860.)Den Anregungen zu einer Verbesserung der Erziehung, wie sie vor: Montaigne undBaco ausgegangen waren, waren die praktischen Reformversuchc von Ratich undArnos Cornenius gefolgt. Der Erfolg der letzterer: jedoch entsprach zumal bei Ratichden Erwartungen nicht. Mm: hatte zu sehr der abstracter: Methode vertraut undunterlassen, die im wirklichen Leben, die Erziehung hemmend oder fördernd, mitwirkendcr:Factoren gehörig mit irr Rechnung zu bringen. Da erschien 1693, also fast zu der-selben Zeit, als Francke seine Anstaltei: zur geistigen Hebung des Volkes zu begründenanfieirg, eine Schrift, welche, obgleich ursprünglich nur für einen ganz enger: Kreisbestimmt, doch in hohem Grade den pädagogischen Fragen auch das Interesse. derhöheren Stände zuwandte und bewußt oder unbewußt unter dem Einflüsse der vonMontaigne und Baco angeregten Ideen stand: 8oms tllou^Iits 6 0 iio 6 ruiu§oäuvaiion (Einige Gedanken über Erziehung) von John Locke.

Ihr Verfasser war am 29. August 1632 zu Wrington in der Nähe von Bristolin Sornersetshire geboren. Sein Vater, John Locke, gab dem Sohne das kostbareGut einer sehr sorgfältigen Erziehung mit, für welche dieser sein Leben lang die innigsteDankbarkeit bezeugte. Mit richtigem Takte hatte der Vater den Sohn in dessen erstenJahren unter die sorgfältigste Zucht und Uebcrwachnng der väterlichen Auctorität ge-nommen, während er später damit nachließ und der wachsenden Selbständigkeit freierenSpielraum gestattete. Der junge L. wurde 1652 als Mitglied des Christkirchcolle-giums auf die Universität Oxford ausgenommen und machte nicht nur in seinen akade-mischen Studien so gute Fortschritte, daß er 1655 zum Laeoalaursus und 1658 zum