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1 (1877) A - Liebe
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Französische Sprache.

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die französische Umgangssprache einführcn will, i» öffentlichen Schulen damit aberniemals zurecht kommt, sofern er ohne grammatikalische Unterweisung weder gcistbildendnoch nachhaltig sprachbildcnd wirken kann, versagt ihm der schulmäßigc Unterricht zujeder Zeit Dach und Fach. Aber wie verhält sich dieser nun zu der Frage selbst?Daß die französischen Sprechübungen ihre Schwierigkeiten haben, und daß ihnen bisjetzt nur wenig Anerkennung hat zutheil werden können, kann er entfernt nichtleugnen. Aber muß er daraus die Folgerung ziehen, als seien diese überhauptim Schulunterrichte unstatthaft? Das allein folgt für ihn daraus, daß ereinesthcils vor Abwegen in Bezug auf das Wesen dieser Ucbungen sich hüten, undanderntheils an das Erreichbare sich halten soll. Und so verlangt er in der ThatSprechübungen, und in seinen Augen umsaßt der französische Unterricht von Anfangan und auf allen Stufen die Trias des Lesens, Schreibens und Sprechens, letzteresallerdings nur unter der bescheidenen und reellen Firma von mündlichen Uebnngcn imGebrauch der französischen Sprache. In solcher Gestalt aber kann er sie wohl ver-antworten und werden sie den Kundigen als ein unumgängliches Erfordernis desfranzösischen Unterrichts erscheinen. Es ist nämlich eine vielbezcugte Erfahrung, daßman sich in den Besitz einer fremden lebenden Sprache nicht setzen, ja nicht einmaldas Gefühl von ihr als einer lebenden bekommen kann, wenn man sie nur lesen undschreiben gelernt hat. Immer stört uns in diesem Fall die Empfindung, daß mir csnur zu einem unfreien Besitz derselben gebracht, und daß sie uns nur in beschränkter,mangelhafter Weise zu Gebote stehe. Sobald wir aber angcfangen, uns auch immündlichen Gebrauch derselben zu versuchen, werden wir aus diesem beengenden Zu-stand allmählich herausgchoben; wir fühlen, daß wir nun auf dem richtigen Wegesind, in den vollkommenen Besitz des Französischen zu gelangen und über all unsersprachliches Wissen stets frei verfügen zu können. Diese Erfahrung gilt nun in ganzbesonderem Grade der französischen Sprache gegenüber. Bekanntlich ist sie ja nichtnur eine lebendige im vollen Sinn des Wortes, sondern sie erweist sich auch in ihremganzen Wesen als eine Sprache, welche vor vielen andern für den mündlichen Verkehr-angelegt und ausgebildet ist. Von dieser eigensten Natur der französischen Spracheerhält jeder, der sie lernt, einen solch deutlichen Eindruck, daß ihm hier das Sprcchen-lcrnen geradezu als eine Forderung der Sprache selbst, und ein Französischkönnen ohneSprechenkönnen als eine Widernatürlichkeit erscheint. Der schulmäßige^ französischeUnterricht erstrebt aber einige Fertigkeit im mündlichen Gebrauch dieser Sprache nichtbloß um der sprachlichen Bildung willen, sondern auch weil das spätere Leben solchesverlangt. Wir wollen es nicht übersehen, jeder, der im Unterricht das Französischenur lesen und übersetzen gelernt hat, zürnt hernach der Schule, wenn er im späterenmündlichen Verkehr mit Fremden gar nichts verstehen und sich nicht genügend ver-ständlich machen kann. Wir können also auf mündliche Uebnngcn schon ans deinpraktischen Gcsichtspunct nicht verzichten, müßcn vielmehr in Bezug auf sie und aufdie Grammatik das Wort anwendcn:Und ob beides, gericthe, wäre es desto besser."Daß sie in der Schule woh lg erat Heu, wird nun freilich die Hauptsache sein. Washat zu diesem Zwecke zu geschehen?

Vor allem muß die Schule sich ihre Aufgabe klar machen und sich dieselbe sodannnie aus den Augen rücken lassen.

Diese besteht nun in nichts anderem, als daß die Schüler zum Französischsprcchenangelcitet, an den mündlichen Gebrauch dieser Sprache gewöhnt werden sollen, so weitnämlich, daß sie mit Sicherheit und einiger Fertigkeit ihren Wortvorrath und ihregrammatikalischen Formen und Regeln anwendcn können und demzufolge besondersauch im Stande sind, das Notwendigste aus der Sprache des allgemeinen Verkehrszu verstehen und sich in demselben fragend und antwortend verständlich zu machen.Man fordert demnach Richtigkeit des Ausdrucks der Hauptsache nach; also keineEleganz, sondern eine gefeilte stilistische Leistung; auch keinen Esprit, nur Sinnund Zusammenhang in dem, was man sagt; ebensowenig ein fließendes Reden,sondern bloß einige Geschicklichkeit im mündlichen Verkehr: lauter Forderungen, wiesie dem Wesen und besonders dem geistigen Vermögen des frühen Jugcndalters ent-sprechen und von demselben auch erreicht werden können. Wenn ein Schulmann gleich-

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