Hrabanus Maurus.
Jncipienz.
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des regsten geistigen Lebens in Lesung und Erklärung theils der h. Schrift, thcilsrömischer Klassiker, namentlich des Virgil. Er schrieb ein freilich auf ein kleinesGebiet beschränktes lateinisch-deutsches Wörterbuch unter dem Titel xlossno Intino-darbariono, aber auch eine Schrift äs eomxuto (Zeitrechnung mit astronomischerBegründung), und äo univorso (eine Art Encyklopädie der Weltbünde), desgleichenüber Musik in seinem Buche äs olorieorum institutiono, wonebcn er die Kloster-räume durch schöne Neubauten, durch Sculptur- und Schnitzarbeiten u. s. f. zu ver-schönern und den Kunstsinn unter seinen Schülern zu pflegen, überhaupt jedes Talent,das sich in irgend einer Richtung kund gab, auszubilden suchte. Von seiner außer-ordentlichen Lehrgabe, seiner gewinnenden Persönlichkeit und seinem Talent, jeden nachseiner Individualität zu behandeln, entwirft sein Biograph Tritheim (fl 1519) einhöchst anziehendes Bild. Das Lehren war ihm so lieb, so zur andern Natur gewor-den, daß er auch in seinen Predigten das Volk über allerlei Dinge aufzuklären suchte,und selbst als er Abt geworden war und also keinerlei Verpflichtung zum Unterricht-geben in der Klosterschule mehr hatte, dennoch dies aufzugeben sich mcht entschließenkonnte.
Eine Hemmung seiner Thätigkeit trat ums Jahr 805 ein, da auf einmal derAbt Ratgar die Lehranstalten eigenmächtig aufhob, den Mönchen ihre Bücher weg-mhm und sie zu beständiger Handarbeit zwang. Erst vom I. 817 an, als Natgarendlich abgesetzt war, konnte Hrabanus die frühere Thätigkeit wieder aufnehmen undjetzt sogar insofern erweitern, als eine sclloln oxterior für diejenigen Schüler, dienicht Mönche werden wollten, von der intsrior ausgeschiedcn wurde.
Infolge einer Verwicklung in die politischen Händel, die dem Vertrag von Verdunvorangiengen, legte er den Abtsstab nieder und kehrte erst, als sein Freund Hattozum Abt gewählt worden war, nach Fulda zurück, wo er auf dem PeterSberg alsKlausner seinen wissenschaftlichen Arbeiten lebte. Ludwig der Deutsche, ungeachtet erdie Anhänglichkeit des Hrabanus an Lothar sehr wohl kannte, hatte dennoch hoheVerehrung für ihn und rief ihn an seinen Hof; als sofort der erzbischöfliche Stuhlin Mainz ledig wurde, ward ihm 847 auf gesetzlichem Wege dieser übertragen. Dieletzten Jahre seines Lebens brachte er auf seinem Landgut am Fuße des Johannis-berges zu; er ward so allgemein verehrt, daß er nach seinem Tode von dem Landvolkals Heiliger angerufen wurde. Beigcseht wurde er, seiner eigenen Verordnung gemäß,zu Mainz in der St. AlbanSkirchc.
Die neueste Gesammtausgabe seiner Werke bildet den 107.—112. Theil desllutroloAino oursus eomxlstus von Mignc in Paris. Eine seiner berühmtesten Ar-beiten führt den Titel äs Inuäibus 8. Öruois; es ist ein lateinisches Gedicht, dessenVerse so geschrieben sind, daß sie zusammen die Figur des Kreuzes vorstellen.
Im Fcbr. 1856 hat das Gymnasium jn Fulda die tausendjährige Sccularfeicrseines Todes begangen, wobei zwei Hymnen des Hrabanus, Ollrists snnotorum Leonssuxelornin und Westum nnno oelobre wuxnucine Annäln, gesungen wurden. Auchdie evangelisch-deutsche Schule ist bei jener Veranlassung an ihn erinnert worden, s.Palmer: Ein deutscher Schulmann vor tausend Jahren, im Süddeutschen Schuldeten1856. Nro. 2-4.
Hilfeleistung, s. Bei Hülse.
Humor, s. Lehrton.
I.
Jdiotenanftalten, s. Unterricht Schwachsinniger.
Jgnorantiner, s. Schulbrüder.
Impfschein, s. Körperliche Erziehung, Pflichten der Schule.Jncipienz. Jncipient ist ein dem württembcrgischen Volksschulwescn eigen-tümlicher Ausdruck, welcher überhaupt einen Lehrling des Schullehrerstandes, einenAnfänger theils im Lernen, theils im Lehren bezeichnet. Nachdem vor der 1811 er-