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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
Seite
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Ausgelassenheit.

Bachanten.

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ein Ende. Einen solchen Geist zu bannen, müßen also die kräftigsten Mittel angc-wcndct werden. Liegt die Schuld am Lehrer, wie es in diesem Falle wohl gewöhnlichist, so hat er vor allem bei sich die Wurzel des Nebels aufzusnchen und abzuschneidcn;liegt sie aber in den Schülern, so müßcn, wo kein anderes Mittel hilft, die Tonan-gebcr, wenn cs sein kann, entfernt werden. Je mehr der Zögling zunimmt an Alter,desto mehr soll er auch an Weisheit zunehmen; eine der ersten Vorbedingungen der-selben aber ist die Besonnenheit.

Austritt, Abgang (der Schüler) s. Entlassung.

Auswendiglernen, s. Gedächtnis, Memoriren.

B.

Bachnntcn oder fahrende Schüler, 8oüoIu8tiei oder 8eüolur68 vakantes(jenes bezeichnet sie als Lehrer, dieses als Schüler, sie spielten aber beiderlei Rollen) eine Art der Schulbevölkerung des Mittelalters in seiner zweiten Hälfte, an welchekaum noch vereinzelte Erscheinungen in der Gegenwart erinnern. Das Wort ist ohneZweifel eine corrupte Form für vu§unts8. Während aber das Vagiren durch einhalbes Jahrtausend das gemeinsame Merkmal dieser Leute blieb, so treten doch erst inder letzten von den Perioden, welche zu unterscheiden sind, die eigentlichen Bachantcnmit ihren Schützen auf (s. d. Art. ABC-Schützcn).

1) In der römischen Kirche gab es schon vom 8. Jahrhundert an Geistliche,welche der kirchlichen Verbote ungeachtet keinen festen Sitz haben wollten oder ihneigenmächtig verließen, um sich da, wo sie den besten Unterhalt fanden, nicderzulassen.Solche elorioi vuxunts8 stellten sich namentlich auf den Ritterburgen ein und thatenals Kaplaue, Gesellschafter rc. Dienste.

2) Mit dem 13. Jahrhundert treten sie als eine Art Corporation unter demNamen Goliarden auf, angeblich von einem Bischof dotiu8, der als fingirtcs Hauptder Gesellschaft in ihren Gedichten figurirt. Nach anderen (I. Grimm, Gicsc-brecht) hängt der Name mit romanischen Wörtern: Aouliurä, §ouIa.-Aourmunä,oder auch mit dem Riesen Goliath zusammen, dessen Rolle bei Processioncn nicht seltenvorkam. Es strömten nämlich jetzt, da die hohen Schulen in Paris, Rheims, Or-leans erblühten, hier die jungen Kleriker aus dein ganzen Abendlande massenweise zu-sammen, in ungebundener Lebensweise der Wanderlust und poetischem Treiben hin-gegeben. Während die Troubadours in der Volkssprache als Laien dichteten, bliebendie Goliarden ihrem klerikalen Charakter durch Festhaltung der lateinischen Sprachetreu. Dem Inhalt nach waren es (unsaubere) Liebes- und Trinklieder, Satiren u. s. f.und doch fanden sie gerade an den Höfen der Bischöfe und bei den Aebten die besteAufnahme. Aus der Goliardcnpoeste stammen viele Studenten- und Commerslicdcr,z. B. das Müi S8t xroxomtum in tubornu mori, aus dem 12. Jahrhundert. DemHauptstamme nach waren cs wohl Kleriker, viele aber wollten cS auch erst werden,oder waren cs Abenteurer, die sich dafür ausgaben, oder gab ihnen der gelehrte An-strich in den Augen des Volks einen klerikalen Nimbus.

3) Das dritte Stadium wird dadurch herbeigeführt, daß mit dem Ende des

13. und dem Anfang des 14. Jahrhunderts die Vaganten förmlich vom Klerus ausge-stoßen wurden. Jetzt treiben sie sich nicht mehr an den Höfen, sondern unter denBauern um, und machen als Zauberer und Hexcnbanner, als Wunderdoctorcn undKuppler Geschäfte. Daneben aber haben sic Poesie und Gesang keineswegs aufge-gebcn, nur wird jetzt deutsch und nicht mehr lateinisch gesungen. Vielleicht dürfenwir die seltsame Gattung von Kirchenliedern, von der sich einzelne Reste noch selbstin der evangelischen Kirche bis ins vorige Jahrhundert erhalten haben, nämlich dieaus Latein und Deutsch gemischten Lieder, wie Iu-,äu1ei subito auf jene Quelle zu-rückführen.

4) In ihr letztes Stadium treten diese fahrenden Schüler mit dem Ende des

14. Jahrhunderts, von wo an sie erst als Bachanten bezeichnet werden. Sie treten jetzt