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GutsMuths.
Halbtagsschnlen.
des geographischen Unterrichts beigetragen. Ein „Abriß der Erdbeschreibung", Leipzig1819, '3. Aufl. 1839, erschien als Lehrbuch beim Unterrichte; dazu für den Lehrereine „Methodik der Geographie" Leipzig 1835. lieber Mechanik erfüllen von ihmdas von andern viel benutzte Buch: Mechanische Nebenbeschäftigungen für Jünglingeund Männer. Altenburg 1801. 2. Aufl. Leipzig 1816.
Seit 1797 bewohnte GutsMuths, verheirathet mit einer Seitcnverwandten Salz-manns, ein freundliches Landhaus am Eingänge des Schncpfenthal benachbarten OrtesIbenhain. Hier sehen wir ihn auch in eigener selbstgeschaffener Sphäre, als Vor-steher eines Haushaltes, als Vater und Erzieher einer zahlreichen Familie, in patriarcha-lischer Würde walten; dann in Stunden freierer Erholung mit Pflege seines Blumen-gartens, Veredelung seiner Obstbäumc, Abwartung seiner Bienenzucht beschäftigt, oderan seiner Drechselbank thätig, und auf andere Weise das Angenehme mit dem Nütz-lichen verbinden. Hier faßte er die meisten seiner Schriften ab und verschaffte sichals Herausgeber seiner Zeitschrift: „Bibliothek für Pädagogik, Schulwesen und diegesummte pädagogische Literatur Deutschlands," 1800 bis 1820, als erfahrenerPädagog, aber auch als scharfer Kritiker einen ausgedehnten literarischen Wirkungs-kreis. Von hier aus kam er täglich zweimal nach Schnepfcnthal, Vormittags 11—12zur Gymnastik, Nachmittags 2—4 zum Unterrichte in den Elasten, worauf er imSommer 4—5 die Zöglinge zum Baden führte und den Schwimmunterricht ertheilte.Stets in nützlicher Thätigkeit begriffen, einfach und naturgemäß in seiner Lebens-weise erreichte GutsMuths ein hohes Alter. Noch munter in seinem Bcrufskreiscfeierte er 1835 sein 50jähriges Amtöjubiläum; mußte jedoch schon zwei Jahre späterwegen zunehmender Altersschwäche seine Geschäfte aufgeben. Er starb am 21. Mai1839. — GutsMuths war eine echt pädagogische Persönlichkeit von schlichtem, biederem,aber würdevollem und - achtunggebietendem Aeußeren, seine Energie und Strengewirkten zn Zeiten ebenso wohlthätig, als seine rücksichtsvolle Milde zu andern; mitpädagogischem Scharfblick durchschaute er jeden seiner Zöglinge und wußte ihn nachseinen Eigenthümlichkeiten zu behandeln. Das Turnen gieng nie munterer und fröh-licher von statten, als wenn es sein Commandowort belebte, wurde nie anregenderbelohnt, als wenn er die Besseren zu Vorturnern ernannte, oder Prämien für diegelungenen Hebungen ertheilte. Sein Andenken lebt nicht nur in der Anstalt, an derer wirkte und zu deren Gedeihen er wesentlich beitrug, in dankbarer Erinnerungfort; auch in der Geschichte der deutschen Pädagogik hat er sich einen Ehrenplatzgesichert.
H.
Habsucht, s. Sparsamkeit.
Härte, s. Erzieher.
Halbtagsschulen sind diejenigen Schulen, deren unter Einem Lehrer stehendeAbtheilungen von einander gesondert zu verschiedenen Zeiten unterrichtet werden. DerName kommt vorzugsweise in Preußen vor. Sonst werden dieselben Schulen Classen-schulen oder, wie in Württemberg, Schulen mit Abtheilungsunterricht genannt. Kirschim deutschen Volksschulrecht und in Hergangs pädagogischer Rcalencyklopädie 2. Aufl.Art. Elasten bezeichnet dieses System als System der Sonderclassen, ohne jedoch diesenNamen auf Abtheilungen, die unter Einem Lehrer stehen, zu beschränken.
Die Trennung der Schulen in einzelne selbständige Elasten, die sich mit einanderin die gesammte Schulzeit zu theilen haben, steht im engsten Zusammenhang mit denFortschritten, welche die neuere Zeit im Gebiete der Methode gemacht hat. Indessenist die Rücksicht auf die Unterrichtsmethode nicht die einzige, die für das HalbtagS-schnlsystem günstig stimmt, sondern es treten ihr noch mehrere andere Gründe zurSeite. In diesen Beziehungen wird von den Freunden der Halbtagsschuleinrichtung1) vor allem behauptet, bei einer zu großen Zahl von Kindern, namentlich von Kin-dern verschiedener Altersstufen, leide die Ausbildung der Schüler Noth, denn n) der