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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Ethik.

Fabrikschulen.

der Ethik nur das Individuum ist; ganz genau wie die Pädagogik nicht ins großearbeitet, sondern den einzelnen Menschen als ihr Object betrachtet. Das Institut derKirche mit Regiment und Gesetzen wird ebensogut ein Ende haben, wie das Institutdes Staates, nur die Personen werden bleiben und die Gemeinschaft der Liebe (1 Kor.13, 13), eine Gemeinschaft, zu deren himmlischer Vollendung die irdischen Organi-sationen, also namentlich die der Kirche, keineswegs in demselben nothwendigen Ver-hältnisse stehen, wie das sittliche Leben und Wachsthum der Einzelnen. Darum sindauch alle jene Gemeinschaftsformen für die Ethik so wenig der wahre Ausdruck deshöchsten Gutes, daß sie vielmehr in ihr nur eine untergeordnete Bedeutung haben.

Wenn hiernach der Hauptaccent schließlich doch auch heute noch auf die Beant-wortung der Frage fällt: was muß ich thun, um sittlich gut also christlich ge-sprochen: um selig zu werden: so hat die christliche Ethik, nachdem sie gezeigt:wie die Idee ,des Guten, d. h. des Göttlichen in der Form des menschlich freienWollens, erst in Christus rein und vollständig sich verwirklicht hat, nun darzuthun,wie diese Verwirklichung von ihm auf das ganze Geschlecht übergeht. Dieses Ueber-gehen ist nun aber eben nicht eine Reform und Organisation im großen, sondern eineSeele um die andere muß erst gewonnen werden und für alle ist der Proceß derUmwandlung und Vergöttlichung derselbe Buße und Bekehrung. Bevor jedochdie Wissenschaft diesen Proceß schildert, kann sie darthun, wie der christliche Geistnicht nur die schon vorhandenen sittlichen Gcmeinschaftsformen, Staat und Familie, alsoden objectiven Lebensbodcn für die Existenz des Einzelnen, erneuert hat und heiligtsondern auch, daß er in der Kirche eine ihm eigene, neue Form der Gemeinschaft ge-schaffen, und welches die Stellung derselben zur Sittlichkeit der Einzelnen sei. Dannkommt jene Genesis des Guten im einzelnen Subject durch dessen unmittelbar vonChristus ausgehende Neuschöpfung zur Darstellung; eine Neuschöpfung, der daschristliche Wachsthum bis zu sittlicher Vollendung folgen muß, wo sofort auch derOrt ist für die Lehre von den Tugcndmitteln, d. h. die Ascetik, die Kunst der Selbst-erziehung, in welcher abermals die Parallelen zur Pädagogik sehr mannigfach sind.Und nun erst, nachdem das sittlich Gute als ein im christlichen Leben werdendeserkannt ist, wird es noch als ein seiendes, als ein System von Tugenden undGütern oder von Pflichten und Rechten vorgeführt, ein Unterschied, der lediglichdie Form der Darstellung betrifft. Dieses System der Tugenden oder Pflichten istbei dcn verschiedenen Ethikern verschieden gegliedert; denn die künstlerische Gestaltungdes wissenschaftlichen Materials kann und wird an diesem Puncte immer eine mannig-fache sein, die wesentlichen Momente aber, die in dcn verschiedenen Verhältnissen desinnern und äußern Lebens liegen und die den Haupteintheilungsgrund abgeben, sindstets dieselben.

Exkursionen, naturgeschichtliche, s. Naturgcsch. Exkursionen.

Externen heißen diejenigen Schüler, welche an dem Unterricht einer geschlossenenErziehungsanstalt, nicht aber an der gemeinschaftlichen leiblichen Verpflegung Theilnehmen. Ueber Extcrnat der Lehrer-Seminaristen s. d. Art. Volksschullehrerseminar.

F.

Fabel, s. Märchen.

Fabrikschulen. Kinder zur Arbeit in Fabriken zu benützen, wurde man ver-anlaßt theils durch die größere Wohlfeilheit ihrer Arbeit, theils weil für einzelneFabrikgeschäfte die Arbeit von Kindern nothwendig ist. Diese Benützung von Kindernhat sich von einem Jahre zum andern vermehrt, namentlich wo in größeren Fabrik-orten nicht nur Mann und Frau, sondern auch die Kinder vom möglichst frühen Alteran Verdienst machen müßen. In dem Falle, wenn die Kinder schon einen, wennauch dürftigen Elementarunterricht vor ihrem Eintritt in die Fabrik genossen haben,tritt das Misliche und Gefährliche der Kinderarbeit in Fabriken nicht in dem grellstenLichte hervor. Da jedoch dies nicht immer der Fall ist, so mußten die Regierungen