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1 (1877) A - Liebe
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Französische Sprache.

wohl auf Grund dessen, wie cS die frühere Praxis etwa da oder dort im französischenSchulunterricht getrieben, und im Hinblick auf die früheren meistens so wenig günstigenErgebnisse jene Forderungen doch für unerfüllbar halten möchte, so müßte man ihnauf die Ursachen Hinweisen, welche jenes Mislingcn eigentlich und allein verschuldethaben, nämlich auf den Mangel an einer soliden grammatischen Grundlage, an tauglichemMaterial zu Sprechübungen und an einem systematischen Gang. Diese drei führten inden Sprechstunden zu nichts als zu planlosen Versuchen und zu wiederholten unfrucht-baren Anläufen, nie aber zu einem wohlgeordneten Lehrgang und Lehrverfahren.Anderseits dürften wir dagegen an die Gruppe der Analytiker erinnern, und be-sonders an die Bemühungen einiger Meister unter denselben: nicht bloß haben sicdie Sprechübungen als einen wesentlichen Bcstandtheil des Unterrichts in der lebendenSprache erkannt, sondern sie haben auch für die Methodik derselben das Richtige an-gebahnt oder erzielt und so den thatsächlichen Beweis für die Erreichbarkeit jenerForderungen geleistet. Auf dem Grunde der Vorgänge, Leistungen und Erfahrungeneben dieser verdienten Schulmänner stehen wir, wenn wir jetzt in Kürze die Haupt-stücke namhaft machen, welche sich für die Uebungen im mündlichen Gebrauch derfranzösischen Sprache als sachgemäß bewährt haben.

1) Die Anleitung zum Sprechen besteht in dem Betrieb von Uebungen, einfachenmündlichen Exercitien auf Grund des Gelesenen und Geschriebenen; sie erfolgen alsonicht zusammenhangslos, sondern geschehen im engsten Anschluß an den übrigen fran-zösischen Unterricht.

2) Die Sprechübungen tragen von Anfang an und auf allen Stufen den Charakterdes schulmäßigcn bildenden Unterrichts. Sie greifen demnach nicht gelegentlich zu irgendeinem Stoffe, noch schweifen sie planlos von dieser zu jener Uebung; formell undmateriell halten sie einen systematischen Gang ein und betreiben alles in methodischerOrdnung und Regel.

3) Demgemäß beginnen wir mit den Sprechübungen schon im Fibelunterricht.Obschon dieser vorerst nur wenige Vocabcln und grammatikalische Formen zur Ver-fügung stellen kann, gestatten dieselben doch schon die Vornahme der wichtigen vor-bereitenden Exercitien im Hören und Verstehen, im Nachsprechen und Antworten. Ihrenächste Fortsetzung finden sie aus dem Gebiet der Wortlehre und der Syntax, welcheverwendbares Material in Menge liefern. Die besten Grundlagen zu unfern Sprech-übungen bietet aber die Lectüre; obschon was die Compositionen bringen, nicht über-sehen werden darf.

4) In der Zahl der stufenmäßigen Uebungen beobachten wir folgende Ordnung.Vor allem bildet man das Hören. Dies ist sehr wichtig, weil es Geschicklichkeit imäußern und iunern Auffassen der fremden Laute, Wörter und Sätze bezweckt und siedie Voraussetzung des Verstehenlcrnens ist. Dieses, nämlich das Erfassen der vomLesen und Schreiben her bekannten Wörter durchs Gehör und das sofortige Wieder-erkennen und Wicderwissen durch Gedächtnis und Verstand, wird um so besser gelingen,je mehr man im Fibelunterricht, der natürlichen Sachlage entsprechend, das Ohr demAuge, den Laut dem Buchstaben voranstellt und das Hören, Aussprechen und Nach-sprechen, nicht das Lesen und Schreiben zum Ersten macht.

Das richtige Hören und rechte Verstehen will gelernt sein, noch mehr die dritteUebung, das Nachsprechen. Es erstreckt sich auf vorgesprochene Wörter, dann Wort-verbindungen, zusammengehörige Satzglieder überhaupt, kleine einfache Sätze, schließlichauf kleinere und größere Satzgefüge. Dieses Geschäft des Nachsprechcns muß aufallen Stufen bis zur Sicherheit und Fertigkeit getrieben werden. Wer seine Schülerzum frischen Nachahmen ohne Scheu und Ziererei bringt, hat viel gewonnen. DasChorsprechen giebt auch dem Zaghafteren Muth und hilft besonders die Wort- undSatzbetonung leichter treffen. Daß der Lehrer auf passenden, anregenden Inhalt undweniger auf die Formen der Büchersprache als auf jene der guten Umgangssprachezu sehen hat, ist selbstverständlich. Ebenso daß er es ganz in seiner Hand hat, leeresGeschwätze ferne zu halten.

Diese drei Uebungen kommen der Elementarstufe zu. Auf der folgenden fügtmau diejenigen hinzu, welche zum Selbersprechen anleitcn. Zunächst handelt es sich, hiebei darum, daß die «Schüler französische Antworten geben lernen auf Fragen,