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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Französische Sprache.

gation, wie cs gerade taugt, in mündlicher Uebung rasch vorgenommen zu haben. ImAnschluß an diese Schemata müßcn die unbegreiflicherwcise außerhalb der Lateinschuleso gering geachteten Formen Übungen am einzelnen Wort oder an Wortverbindun-gen vorgenommcn werden. Es lebt doch in jeden: einzelnen Substantiv oder Adjectiveine Vorstellung; warum sollte dabei nichts gedacht werden, warum an Wortverbin-dungen keine sprachlichen Verhältnisse gelernt werden können? Zudem sind Ucbungenan Satzgliedern die natürlichste Vorstufe für die Uebungen im Satz, und nur wer diesewichtigen Elemente sicher beherrscht, kann seine späteren syntaktischen Aufgaben lösen.

Laß jede Regel, weil sie ein grammatischer Lehrsatz und eine Vorschrift überdas, was allgemein und mustergültig ist, in leichtfaßliche, jedoch möglichst scharf be-stimmte Spruchform bringen; halte dann aber darauf, daß sie wortgetreu und inunabänderlicher Form auswendig gelernt werde. So streng das Letztere vom Schülergefordert werden muß, so streng ist vom Lehrer zu verlangen, daß er die Regeln ausden Beispielsätzen durch Beobachten und Schließen ableiten lasse, sie also durchausnicht in fertiger Form mittheile. Eine einzige unter der Leitung von sicher führendenFragen durch eigenes Bemühen abstrahirte Regel oder Definition dient dem geistigenZweck des Unterrichts besser als das Behalten von zehn pure überantworteten. Nichtvon gegebenen, sondern nur von gefundenen Regeln sollte im Unterricht die Rede sein.

Tie Mustersätze und alle Uebungsbeispiele für Exposition wie Composition derGrammatikstunde sollen im Elemcntarcursus in Bezug auf den Inhalt allermeist aufder Stufe der Anschauung sich bewegen, natürlich mit Ausschluß alles Armseligenund Langweiligen; die Darstellung sei einfach aber anregend, das Ganze verwend-bar und bchaltenswerth. Allgemein-grammatisches Theoretisiren bleibe aus demElcmentarcursns (und dem folgenden) weg; um so mehr halte man bei der Behand-lung der Formenlehre darauf, daß die Schüler scharf ausfasscn, unterscheiden und ver-gleichen lernen, und so geistig sich bilden.

Das Construircn der Sätze nicht zu verlangen, ja thatsächlich unnöthig undunmöglich zu machen, wie wirs noch immer in manchen französischen Elementar-büchern finden, sofern man,den Wörtern im deutschen Satze Zahlen bcigiebt, nachder Ordnung, in welcher sie im französischen Satze an die Reihe zu kommenhaben: diese directe Anleitung zum Nichtconstruircn erscheint nur als ein Hauptgebrechenunseres französischen Unterrichts. Von einem denkenden Lernen kann sicherlich untersolchen Umständen niemals die Rede sein, die Arbeit des Uebersetzens ist gar nichtmehr vorhanden, es findet nur die öde mechanische Verrichtung des Untcrsetzcns statt.Ist ein Schüler also gegängelt worden, so braucht cs mehrere Jahre, bis man ihnan ein vernünftiges Verfahren gewöhnt hat. Findet er seine Zeitzahlen nicht, so ister unglücklich, weil hülslos, und bringt schließlich die bekannten oomment llenueoup,oder on kaut sss clsttss pavsr zuwege. Dabei können wir nicht verschweigen, daß geradedieses geistloseste aller Hülfsmittel den französischen Unterricht in den Augen allerLateinlehrer wie Lateinschüler verächtlich gemacht hat, ja daß viele darin einen Hohnauf alles vernünftige Sprachenlernen gesunden haben, weil es erfahrungsgemäß allenSprachsinn abstumpft. Dieses Uebel muß durchaus weggeschafft werden, eher ist eineinnere Gesundung und dauernde Erstarkung unseres französischen Schulunterrichts eineUnmöglichkeit. Unsere Schüler müßen angclcitet werden, sowohl jedes einzelne Nomenan nnd für sich scharf aufzufassen als auch die verschiedenen Casus im Satze zu unter-scheiden, und beides um so ernstlicher, je weniger Flexionsmerkmale dies erleichtern;müßcn sie allmählich lernen, die Stellung und Verrichtung jedes einzelnen Satzgliedesund die mancherlei logisch-sprachlichen Verhältnisse zu verstehen, und darnach nicht nurden deutschen Satz geordnet aus einander zu legen, sondern auch den französischenregelrecht selber aufzubauen. Gicbt man ihnen hiefür gleich zu Anfang ein Normal-verfahren an, eine ganz bestimmte Form, bestehend aus einer festen Folge von Fragenfür die logische Ordnung der «Satzglieder, und hält man allezeit streng an dieser Form,so lernen alle Schüler das Construircn, und für alle wird es eine Geistesgymnastikund ein unschätzbares formales Bildungsmittel.

Nachdem so in Gestalt von sicheren positiven Kenntnissen die Grundzüge, Grund-formen und Grundgesetze der ganzen elementaren Grammatik angeeignet worden sind,kann nnn die eigentliche Arbeit strengen Denkens, der obere grammatische Cursus